Texte testen und pimpen

Gepostet von am 1. Aug 2012 in Know-how | 2 Kommentare

Linksammlung: vom Stiltest bis zum Blablameter

Was sind eigentlich “gute Texte”? Leider gibt es kein einfach nachzukochendes Geheimrezept dafür. Im Internet findet sich aber viele Tools, die das Schreiben eines guten Textes erleichtern sollen.

Heute zeige ich euch eine kleine Sammlung und erkläre die Funktionalitäten der einzelnen Tests:

  • Lesbarkeit:
    Ein guter Text lässt sich einfach lesen. Einen einfachen, gut lesbaren Text zu schreiben ist eine hohe Kunst – wenn es zum Beispiel um komplexe Themen geht. Mit dem Flesch-Index kannst du die Lesbarkeit deines Textes testen. Einen Test findest du hier: http://www.leichtlesbar.ch/html/index.html. Dieser Text hat in diesem Test einen Flesch-Wert von 47 und entspricht dem Niveau einer Online-Zeitung.
    Weitere Informationen zu den verschiedenen Lesbarkeitsindizes gibt’s auf Wikipedia.
  • Füllwörter:
    Unter http://www.lemontree.de/schreibschule/wordcounter.php bekommst du überflüssige Füllwörter angezeigt. Praktisch: In der Auswertung werden die Streichkandidaten in Grau dargestellt. Obacht: Ein Text ohne Füllwörter wirkt eventuell steif und emotionslos – es sollte also sehr vorsichtig entschieden werden, welche Füllwörter gestrichen werden können und welche nicht.
  • Wortanzahl:
    Auf derselben Website kannst du unter http://www.lemontree.de/schreibschule/templates/Lemontree/Wortcounter/Wortzaehler.htm die Wörter zählen. Diese Funktion kann wichtig sein, wenn du Beiträge direkt im Web schreibst und dir kein integrierter Wortzähler wie im CMS WordPress zur Verfügung steht. Dubletten werden in der Auswertung rot angezeigt.
  • Synonyme:
    Wir benutzen längst nicht alle Worte, die uns in der deutschen Sprache zur Verfügung stehen. Mit sinnverwandten Worten kannst du deine Texte abwechselungsreicher gestalten: Auf http://www.semags.de/ wird die Synonymsuche zum Kinderspiel.
  • Konjugation:
    Bist du unsicher bei der Konjugation deutscher Verben? Der Verbformengenerator unter http://www.verbformen.de/ generiert für einen Infinitiv alle deutschen Verbformen. Die Verbformen werden als Verbtabelle bzw. Konjugationstabelle ausgegeben. Da es sich um eine voll automatisierte Anwendung handelt, findest du dort auch sprachliche Perlen in Futur II wie “du werdest geschlafen haben” … ;o))
  • Realnamen-Generator:
    Werbetexter kennen das Problem: Der Auftraggeber hat tolle Testimonials, aber die Kunden möchten nicht namentlich genannt werden. In diesem Fall hilft der Realnamen-Generator unter http://www.schreiblabor.com/generator/realnames/. Vor- und Nachnamen sowie Doppelnamen kreiert der Generator zeichengenau – auf Wunsch auch nach Anfangsbuchstaben.
  • Textanalyser:
    Mit http://textalyser.net/ kannst du jeden Text umfassend analysieren: Wortanzahl, Zeichenanzahl, Komplexitätsfaktor, Satzlänge, Lesbarkeitsindex und vieles mehr finden sich auf dieser englischsprachigen Site.
  • Wortschatz:
    Die Uni Leipzig sammelt den deutschen Wortschatz unter http://wortschatz.uni-leipzig.de/. Textbeispiele erklären die Bedeutung eines Wortes genau und zählen mögliche verbundene Termini (Kookkurrenzen) auf.
  • Blablameter:
    Gern verkommen PR- und Werbetexte zu Bullshit-Wüsten voller heißer Worthülsen-Luft: Mit dem http://www.blablameter.de/ kannst du den Bullshit-Faktor eines Textes bestimmen. Dieser Text hat einen Bullshit-Faktor von 0,29: “Ihr Text zeigt erste Hinweise auf ‘Bullshit’-Deutsch, liegt aber noch auf akzeptablem Niveau.“  Glück gehabt ;o))
  • Rechtschreibung:
    Du beherrschst die deutsche Rechtschreibung aus dem FF? Sicher? Hier geht’s zum Test: http://www.rechtschreib-check.de/ Auch der Duden bietet einen Rechtschreibtest an: http://www.duden.de/rechtschreibpruefung-online
  • Stiltest:
    Viele Funktionen vereint findest du im Stiltest unter http://www.it-agile.de/stil/index.html: Flesch-Index, Wort- und Zeichenanzahl und Wörter pro Satz. Darüber hinaus werden umständliche Passivformulierungen und Anglizismen markiert sowie Wortdoppelungen angezeigt.
  • Keyworddichte:
    Ich schreibe Texte für Menschen. Aber ein Seitenblick Richtung Suchmaschinen schadet bestimmt nicht. Unter https://tools.sistrix.de/kd/ kannst du die Keyworddichte eines Textes checken, der bereits online steht. Unter  http://www.elexpress.de/tools/?tool=keyword_density funktioniert das Ganze auch via Copy & Paste, also bevor du einen Text im Web veröffentlicht hast.

Ein guter Text besteht aber noch aus der richtigen Tonalität, hat einen roten Faden und fasziniert beim Lesen – für diese Merkmale gibt leider bisher keinen Test. Und auch keine Patentlösung. Da hilft nur üben, üben, üben. Und nochmals üben.

P.S.: Dieser Text besteht aus 102 Sätzen, 609 Wörtern, 1.217 Silben und 4.795 Zeichen. Pro Satz verwende ich 5,97 Wörter, ein Wort hat im Schnitt 2 Silben. 0,25 Kommas unterteilen jeden Satz und die Passivrate liegt bei 2,94 %.

 

2 Antworten : “Texte testen und pimpen”

  1. arthur pahl sagt:

    Liebe Frau Goede,

    Mit großem Interesse lese ich immer wieder gerne ihre Texte und bin sehr dankbar für ihre Hinweise und Empfehlungen.
    Eine Frage habe ich da an Sie: Gibt es eine Software, bzw. CD die man kaufen kann um den Fleschwert zu Hause in Ruhe zu testen?

    Ich freue mich auf ihre Antwort.

    Nette Grüße aus Frankfurt am Main

    Arthur Pahl

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