Von der Stange gibt's in diesem Blog nichts.

Hier bloggt die Texterin und Konzeptionerin Christa Goede über ihre Lieblingsthemen Text, Websites, Social Media und authentische Kommunikation. Humorig, meinungsstark und sehr persönlich. Deswegen seit 2016 auch in DU.
Bei mir kannst du auch gute Texte kaufen. Und starke Website-Konzepte. Und du bekommst Beratung ohne Wenn und ohne Aber. Sondern passend zu dir und zu deinen Zielgruppen.

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Auftrag ablehnen

Nein sagen: 5 Gründe, warum du einen Auftrag ablehnen solltest.

Sprechblase NEINBitte wie? Einen Auftrag ablehnen? Wo gibt’s denn so was? Das ist ja echt dreist. Denn gerade wir Einzelselbstständigen sollten doch froh über jeden einzelnen Auftrag sein!

Doch in meinen fast 17 Jahren Selbstständigkeit habe ich 5 handfeste Gründe identifiziert, warum wir manchmal einen Auftrag ablehnen sollten:

1. Der Auftrag passt nicht zu dir.

Die meisten von uns sind klar positioniert: Die einen erhalten ihre Aufträge von Global Playern aus der Medizinbranche. Die anderen schreiben Texte und Konzepte für kleine und mittelständische Unternehmen. Manche von uns gehen für einen Auftrag direkt in die Unternehmen vor Ort. Andere arbeiten aus einem Co-Working-Space oder aus dem Homeoffice. Ein Grund, warum wir genau diese Kundschaft haben, könnte zum Beispiel sein, dass wir in einer bestimmten Branche eine besondere Expertise haben. Oder weil wir gerne als Freelancer für wechselnde Unternehmen und immer andere Teams arbeiten, damit wir uns nicht langweilen.

PuzzleteileWarum solltest du also zum Beispiel einen Textauftrag aus der Medizinbranche annehmen, wenn du eigentlich eine Expertise für Maschinenbau hast? Welchen Sinn macht es, einen Beratungsjob für ein deutsches KMU anzunehmen, wenn du eigentlich auf internationale Teams weltweit agierender Unternehmen spezialisiert bist? Und wenn du sonst für ökologisch orientierte Unternehmen arbeitest – warum solltest du plötzlich für die Atomindustrie arbeiten? Genau, es macht keinen Sinn.

Doch solche, unpassenden Aufträge anzunehmen birgt noch weitere  (mehr …)

Im Interview – Biggi Mestmäcker

„Wirklich authentisch ist, wer ist, wie er oder sie ist.“

Biggi Mestmäcker PortraitBiggi ist für mich DAS Texttreff-Urgestein: Als ich mich vor drölfzig Jahren in meinem Lieblings-Netzwerk anmeldete, war sie eine der ersten Frauen dort, die ich wahrnahm in der Flut aus Beiträgen und Informationen. Denn Biggi ist ne echte Marke und hat einen ganz eigenen Stil. Ich empfinde sie als sehr hilfsbereit, sie hat immer ganz viele Eisen im Feuer und noch mehr Ideen zu Dingen, die sie noch alle in Angriff nehmen möchte ;-) Wenn man sie nach ihrer Meinung fragt, braucht man sich keine Sorgen zu machen, dass sie einem nach dem Mund redet – das macht ihr Feedback gleich noch wertvoller!


CG: Du bist Texterin, Bloggerin und Autorin. Außerdem entwickelst du Kreuzworträtsel und betreust die Social Media-Kanäle verschiedener Kunden. Und du hast gerade eine Website online gestellt, in der es um Werben ohne Plastik geht – dort verkaufst du in einem Online-Shop nachhaltige Werbegeschenke. Wie viel Biggi steckt in all diesen Projekten? Und an welchen Stellen kommt Biggi zum Vorschein?

BM: Zunächst – ja, werben-ohne-plastik.de war meine Idee und ich habe die Seite konzipiert. Aber ich verkaufe dort gar nichts. Die Seite gehört Pascal Petersen, er ist der Lebensgefährte meiner Nichte. Die Idee hatte ich bei der Taufe seiner jüngsten Tochter. Die Geschichte kann man auf der Website nachlesen. Ich unterstütze das Projekt durch meine Kernkompetenzen in den Bereichen Text und Marketing. Aber es steckt dennoch ganz viel Biggi drin – ein Herzensprojekt.
Überhaupt steckt in allem, was ich tue, ganz viel Biggi. Eigentlich möchte ich immer als Person, als Mensch mit Ecken und Kanten wahrgenommen werden. Ich bin Freiberuflerin seit 25 Jahren und ich genieße diese Freiheit, die in dem Begriff steckt. Ich bin Biggi Mestmäcker. Und ich will nichts anderes sein. Ich habe im Web auch nie zwischen beruflich und privat getrennt. So gesehen ist überall Biggi drin, wo Biggi drauf (oder besser gesagt, im Impressum) steht.

CG: Authentizität ist ein Modebegriff – viele Unternehmen und Selbstständige schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

BM: Stimmt. Authentizität ist in. Aber wer sich „echt sein auf die Fahnen schreibt“, ist eben in meinen Augen gerade nicht besonders authentisch. Das klingt so verordnet, so strategisch durchdacht. Wirklich authentisch ist, wer  (mehr …)

Ins Schreiben kommen

BLOGWICHTEL: Eins, zwei, drei – mit dem Schreiben starten ist keine Hexerei

Bekanntlich bin ich ja Mitglied im weltbesten Netzwerk, dem Texttreff. Dort haben wir eine schöne Tradition: Rund um die WeihnLogo Blogwichteln Texttreffachtszeit beschenken wir uns gegenseitig mit Blogbeiträgen! In dieser Saison darf ich nun diesen detailreichen und wunderbar inspirierenden Beitrag der Dozentin, Autorin und Lektorin Maike Frie veröffentlichen. Es geht um Schreiben, ums Überarbeiten, ums Dran bleiben, um Ideen, um Spiele – ach, lies einfach selbst ;-)


Schreiben kann … nun gut, nicht jede und jeder, aber doch die meisten. Denken wir zumindest von uns. Bis es nicht mehr um den Einkaufszettel oder die kurze Weihnachtskarte geht, sondern wir etwas schreiben müssen. Etwas Längeres. Etwas Strukturiertes. Dabei kann das „Schreiben müssen“ durchaus aus „Schreiben wollen“ sein. Denn wir wollen ja sichtbar sein – auf unseren Internetseiten, in unseren Fachbeiträgen oder durch unsere Geschichten, denn in meinem Falle dreht sich das Schreiben meist ums Kreative Schreiben, also um Kurzgeschichten oder Romanprojekte.

Die Methoden, wie man mit dem Schreiben startet, unterscheiden sich dabei nicht so stark voneinander wie die Texte, die entstehen. Du musst nur anfangen. Damit es dabei nicht gleich stockt, nun ein paar Tipps.

Kann man Schreiben und Überarbeiten gleichzeitig?

Flichart einfach anfangen von Maike FrieGanz klar: nein. Schreiben und Überarbeiten sind zwei unterschiedliche Phasen. Niemand muss – und kaum einer kann – mit dem ersten Entwurf einen brillanten Text abliefern. Fürs Schreiben tauchen wir in eine kreative Phase ab, auch gerne mal ins Unterbewusstsein. Damit wir das können, ist es wichtig, sich den Freiraum zu geben: Der erste Entwurf darf schlecht sein. Die innere kritische Stimme, die so gerne mäkelt und alles besser weiß, hat in dieser Phase nichts zu suchen. Denn nur, wenn ein Rohentwurf dasteht, kann man ihn überarbeiten, um den funkelnden Diamanten herauszuschleifen, um im Bild zu bleiben. Ohne Material hat man nichts, womit man arbeiten kann. Beim Überarbeiten – später – ist es dann gut, wenn wir pingelig sind und alles auf den Prüfstand stellen; zu dieser strukturierten und analytischen Phase passt das prima.

Schreiben kann man lernen – drei Erkenntnisse

Die wichtigste Erkenntnis beim Schreiben: Schreiben ist ein Handwerk. Und die handwerklichen Grundlagen kann man nicht nur erlernen, man sollte es auch tun. Gerade in meinem belletristischen Bereich hat sich lange der Genie-Gedanke gehalten, dass man nur lange genug im einsamen Kämmerlein sitzen muss, bis die Muse vorbeikommt, einen küsst und schon steht der geniale Erguss auf dem Blatt. Zum Glück ist dieser Irrtum weitgehend ausgeräumt und wir dürfen schreiben lernen, aus unseren Fehlern lernen, uns weiterentwickeln.

Darauf fußt die zweite Erkenntnis: Schreiben kann und muss man üben. Denk an  (mehr …)

Paketdienste und Homeoffice

#ChristasRant 1-20: Paketdienste, ich hab euch lieb. Nicht.

Christas RantVORAB: #ChristasRant ist eine neue Textart in meinem Blog. Hier schreibe ich über Dinge, die mir in meinem Alltag als Freiberuflerin mit Homeoffice passieren. Frei Schnauze und ohne Gedankenbremse. Diese Rants werden also kritisch und nachdenklich sein, andere mächtig böse, einige bestimmt auch ein bisschen durchgeknallt. Doch sie werden dir Spaß beim Lesen machen, versprochen ;-)


Dingdong. Ich bin in Gedanken gerade sehr tief in einem neuen Websitekonzept versunken, da klingelt es. Ich versuche, das Klingeln zu ignorieren und die tolle Idee wiederzufinden, die ich gerade verfolgt habe. Nach einem Augenblick der wunderbaren Stille ertönt ein energischeres DIIIIIIINGDOOOOOOONG. „Jetzt ganz tief durchatmen!“, denke ich, und schaue meiner schönen Idee dabei zu, wie sie davonfliegt. Denn eins weiß ich ganz sicher: Meine Klingel steckt mit den Paketdiensten unter einer Decke. Oder welchen Grund sollte es sonst dafür geben, dass sie mit jeder Klingelwiederholung lauter und aggressiver tönt? Mir bleibt also nichts anderes übrig, als zur Sprechanlage zu gehen.

Jetzt folgt das immer gleiche Sprechritual, ganz egal, welcher Paketdienst vor der Haustür steht. „Hallo?“ – „Paketdienst!“ – „Zweiter Stock, durch die Glastür rechts raus!“ Während ich auf den  (mehr …)

Im Interview – Etelka Kovacs-Koller

„Ich bin einfach leidenschaftlich Mensch.“ 

Etelka Kovacs-Koller PortraitEtelka ist eine von diesen Frauen, die mir im Internet zufällig über den Weg laufen – und mich von da an praktisch jeden Tag begleiten. Und das schon seit Jahren. Wir kennen uns nicht persönlich, doch wir schätzen uns sehr: Ich liebe ihre wunderschönen Bilder, von denen natürlich auch schon eins in unserer Wohnung hängt. Sie liest und kommentiert öfter mal meine politischen Postings.

Außerdem mag ich Fotos von ihr sehr gerne, denn sie sieht aus wie die sprichwörtliche Omi aus dem Bilderbuch und lächelt immer genau so: Nett, freundlich, sympathisch und unglaublich warm. Und so ist auch dieses Interview ein ganz besonderes, denn es ist fast philosophisch. Man merkt in jeder Zeile, dass Etelka sich schon sehr lange mit dem Thema Authentizität beschäftigt und ihre ganz eigene Sicht der Dinge entwickelt hat. Eines Tages werde ich bei ihr und Lars vorbei schauen und dann werden wir fachsimpeln. Versprochen ;o)


CG: Du bist Malerin und machst Live-Paintings, gibst Workshops zum Beispiel in Sachen Teambuilding und malst wunderschöne Bilder, die du direkt oder über etsy verkaufst. Zu deinen Kunden zählen große Automobilhersteller, Versicherungsunternehmen oder Global Player der Chemiebranche genau so wie zum Beispiel ich. Wie schaffst du es, so viele, extrem verschiedene Zielgruppen anzusprechen?

EKK: Ich glaube, das kommt daher, dass ich Menschen nicht in Schubladen stecke. Ich denke, dass jeder, absolut jeder Mensch Respekt verdient hat für seine Lebensleistung. Egal, ob und welche materiellen Ergebnisse er/sie vorzuweisen hat. Ich bin immer noch voller Bewunderung für unsere Spezies und sehe das Positive in der Entwicklung der Menschheit. Besonders bewundernswert finde ich, mit welchem Ideenreichtum und Erfindungsgeist wir es geschafft haben in einer Umwelt zu überleben, die für uns eigentlich nicht sehr komfortabel gewesen ist.

CG: Und woher kommt deine Energie und die Leidenschaft für das, was du tust?

EKK: Die Antwort auf diese Frage ist eigentlich die Fortsetzung dessen, was ich oben schon geschrieben habe. Ich bin einfach leidenschaftlich „Mensch“ und nutze mit allem, was ich bin und was ich kann, die Möglichkeiten, die uns  (mehr …)

So entsteht ein Werbetext

In 9 Phasen zum fertigen Werbetext – Einblicke in Hirn und Herz einer Texterin.

Herz und Hirn einer Texterin„Sag mal Christa, wie geht das eigentlich mit diesen Werbetexten? Was genau machst du da?“ Diese Frage kriege ich öfter gestellt. Meist antworte ich darauf mit: „Ich spreche ganz viel, denke nach, schreibe, denke noch mehr nach und spreche wieder. Dann schreibe ich weiter. Irgendwann ist der Werbetext fertig. Zwischendrin hab ich ganz viel Spaß. Aber auch jede Menge Arbeit!“

In diesem Blogbeitrag gebe ich dir Einblick in mein Texterinnen-Herz und -Hirn: Ich zeige dir, wie viele verschiedene Arbeitsschritte notwendig sind, damit ein Werbetext entsteht. Denn ein Werbetext ist ein bisschen wie ein exzellenter Wein oder ein lang gereifter Käse. Er entsteht genau wie diese Genussmittel in festgelegten Schritten und muss reifen. In dieser Reifephase wird er von mir mehrmals angefasst, noch mal kräftig durchgerührt, mit Salz abgerieben oder sanft geschüttelt. Und mit ganz viel Herzblut versehen. Denn nur so enthält er zum Schluss alle wichtigen fachlichen und emotionalen Informationen, ist logisch aufgebaut, präsentiert das Unternehmen und berührt die Leserinnen und Leser. Aber sieh selbst:

1. Das Briefing – ganz viele Fragen inklusive

Checkliste für das Briefing für den WerbetextMeine Kunden sind Einzelselbstständige oder Menschen aus kleinen oder mittelständischen Unternehmen – also eine Gruppe, die nicht täglich mit Werbung und Marketing zu tun hat. Daher bekomme ich nur in sehr seltenen Fällen bei der Beauftragung ein Briefing überreicht. Um so wichtiger sind in dieser Phase meine Fragen, wie zum Beispiel:

  • Was soll zum Beispiel mit der neu geplanten Website erreicht werden?
  • Welche Zielgruppen sollen angesprochen werden?
  • Welche Vorteile hat das Angebot des Unternehmens – aus fachlicher und aus emotionaler Sicht?
  • Wurden bereits Personas ausgearbeitet?
  • Gibt es eine spezielle Sprache oder individuelle Formulierungen im Unternehmen?
  • Welche Außenauftritte/Broschüren/Flyer/Whitepapers etc. gibt es noch?
  • Sind bereits Werbetexte vorhanden? Wenn ja, was ist verbesserungswürdig, was ist gut?
  • Wer gehört zur direkten Konkurrenz?
  • Welche Vorbilder hat das Unternehmen?

Gerade bei größeren Projekten ist hier ein gemeinsamer Workshop eine gute Basis – mindestens brauchen wir aber  (mehr …)

Scheinargumente

7 miese Scheinargumente – und wie du ihnen begegnen kannst.

Scheinargumente - hier dargestellt als ein Troll mit KeuleStell dir vor: In einer Facebook-Gruppe sucht jemand eine Möglichkeit, alte Pelze sinnvoll zu verwerten. In den Antworten zu dieser Frage wimmelt es nur noch von Scheinargumenten. Jetzt bitte staunen: Es ging um linksgrüne Spinner und Tierschützer jeder Couleur, die Pelze mit Farbe versauen. Um FridayforFuture, die alle keine Ahnung haben von Wissenschaft und die deutsche Wirtschaft zerstören. Um Schweizer, die sonntags Katzenbraten servieren. Und natürlich um Chinesen, die ALLE Hunde essen.

Es ging in dieser Aneinanderreihung von Scheinargumenten auch darum, dass es ja gar nicht bewiesen wäre, dass die Pelze aus Zuchtfarmen stammen – schließlich würden Nerze und Füchse auch eines natürlichen Todes sterben. Und darum, dass eine Verschiebung der Erdachse den Klimawandel verursacht und nicht die Menschen. Echt jetzt. Wenn du nun mit den Augen rollst kann ich das gut verstehen. Denn ich bin auch aus dem Staunen nicht mehr raus gekommen. Außerdem habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass diese Trolle auch noch das Wort „Flüchtlinge“ als Sprachkeule verwenden.

Solche vollkommen eskalierten Stränge lese ich im Nachgang oft noch mal  (mehr …)

Im Interview – Britta Janzen

„Im Einzelhandel ist meine Art Gold wert!“

Britta Janzen in ihrem WollgeschäftBritta Janzen kenne ich schon sehr lange – in ihrem früheren Leben als Journalistin haben wir sogar mal zusammen gearbeitet. Ich bewundere sie sehr dafür, wie radikal sie vor einigen Jahren ihr Leben geändert hat! Denn nach reiflicher Überlegung hat sie der Schreiberei den Rücken gekehrt und in Kiel ihr eigenes Wollgeschäft gegründet. Ja, du hast richtig gelesen, ein Wollgeschäft. In Zeiten von Amazon und Co. hat sie sich entschlossen, in einen echten Laden zu investieren … wow.

Mit viel Mut, Tatkraft und tollen Ideen hat sie aus diesem verwegen anmutenden Projekt einen florierenden Laden gemacht – ein echtes Geschäft mit echten Menschen, das echte Gewinne abwirft. Chapeau!


CG: Du hast vor mehr als 3 Jahren Kiels wohl schönsten Wollladen „Wolle & Wunder“  gegründet – und dafür deine Arbeit als freie Journalistin und Beraterin nach 25 Jahren aufgegeben. Wie kam es zu diesem doch ziemlich extremen Wandel?

BJ: Zum einen befinden sich die Honorare im Journalismus seit Jahren im freien Fall – und obwohl ich hervorragend vernetzt war und mich nicht über mangelnde Aufträge beschweren konnte, reichte das Geld irgendwann einfach nicht mehr zum Leben. Zum anderen war ich nach rund 25 Jahren einfach leer geschrieben – ich hatte gefühlt jedes Thema schon mal behandelt und lechzte nach einer beruflichen Veränderung. Dass ich nun Besitzerin eines Wollgeschäftes bin, war eher ein Zufall: mir kam zu Ohren, dass ein Wollgeschäft eventuell zur Übernahme steht. Das kam letztendlich nicht zu Stande, aber ich hatte Finanzierung, Business Plan und zahlreiche Ideen – und dachte mir, ich mach das jetzt einfach!

CG: Authentizität ist ein Modebegriff – viele Unternehmen und Selbstständige schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

BJ: Zum Teil ist Authenzität ist für mich reine Bequemlichkeit. Ich hasse es, mich zu verstellen und zu verbiegen. Das war schon immer so! Wenn ich etwas sage, dann meine ich das auch so – bei mir gibt es keinen  (mehr …)

Arbeiten im Home-Office

Mein Fazit nach mehr als 16 Jahren als Freiberuflerin: Arbeiten im Home-Office ist nicht Arbeiten von Zuhause.

Frau arbeitet im Home-OfficeMit dem Blick in den Kalender fiel mir auf: Ich bin nun seit mehr als 16 Jahren selbstständig! Hui … das ist eine lange Zeit. Von gelegentlichen Großaufträgen mit Vor-Ort-Anwesenheitspflicht habe ich in dieser Zeit zumeist in meinem Home-Office oder in Co-Working-Places gearbeitet. „Arbeiten im Home-Office“ – das klingt ja für viele Menschen nach Paradies. Und genau das ist es auch. Aber nur, wenn man es richtig macht. Deswegen lautet mein Fazit nach 16 Jahren auch: Arbeiten im Home-Office ist nicht Arbeiten von Zuhause. Diesen Satz sollten meiner Meinung nach alle, die ihr Büro in der eigenen Wohnung haben, am besten täglich mehrfach wiederholen! Doch wenn du einige Dinge bei der Organisation und der Ausstattung deines Home-Offices beachtest, dann ist diese Art zu Arbeiten tatsächlich sehr angenehm:

Gutes, passendes Mobiliar. Angepasst an meine Bedürfnisse.

In den 16 Jahren habe ich schon so einige Tische und natürlich auch Bürostühle gekauft – manche davon waren gut, die meisten davon waren schlecht. So weiß ich zum Beispiel mittlerweile aus eigener, leidvoller Erfahrung, dass ein guter Bürostuhl auch gutes Geld kostet. Doch diese Investitionen lohnen sich! Heute arbeite ich an einem elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch manchmal im Sitzen, manchmal im Stehen und immer mal wieder mit unterschiedlich hoher Tischplatte. Mein Stuhl ist optisch ein klassischer Bürostuhl, der aber viele innere Werte hat – zum Beispiel kippelt er in alle Richtungen. So kann ich bewegt sitzen und nutze die vielen Möglichkeiten, die dieser Stuhl bietet, auch intensiv. Mal sitze ich ganz vorne auf der Kante, dann nach rechts oder nach links geneigt und manchmal kippele ich auch nach hinten – herrlich ist das!

Gescheite Technik. Und zwar in allen Bereichen.

Ja, ich kann auch an meinem Laptop direkt arbeiten – aber das ist auf die Dauer sehr unbequem. Ich habe also meinen Laptop über eine Dockingstation mit einem großen Bildschirm verbunden. So kann ich ermüdungsfreier im Home-Office arbeiten und muss den Kopf nicht auf Dauer geneigt halten. Außerdem nutze ich eine externe Tastatur, die besonders leicht läuft, und eine  (mehr …)

Im Interview – Barbara Stromberg

„Ich muss sagen, wenn ein Thema Mist ist.“

Barbara Stromberg lächeltUnd wieder eine Textine in meiner Interviewreihe – ich freue mich sehr! Mit Barbara verbindet mich neben unserem gemeinsamen Lieblingsnetzwerk Texttreff noch viel mehr: Wir sind beide ziemlich direkt und nicht auf den Mund gefallen. Wir haben beide sehr viel Humor mit einem leichten Hang zum Sarkasmus. Und wir lieben beide unseren Schrebergarten. Aber Barbara kann erheblich besser tanzen als ich ;o)
Barbara ist dazu noch die perfekte Jongleuse zwischen Beruf und 6 Jahre altem Wirbelwind, dem sie mit viel Geduld, noch mehr Liebe und einer Menge Hirnschmalz tatsächlich jede einzelne Frage beantwortet – und das sind wirklich viele. Ganz nebenher ist sie auch noch Co-Autorin einer ganzen Rezeptbuchreihe! Und ich muss endlich mal eins der Rezepte nachkochen ….


CG: Mit deiner Agentur Textorama bietest du Texte, Beratung, Konzeption und Pressearbeit an. Du arbeitest für ganz viele verschiedene Branchen und Bereiche  – von der Gastronomie und dem Kochbuch über den Spielzeughandel und das Bauunternehmen bis hin zur Kanzlei-PR. Wie schaffst du es, in so vielen verschiedenen Themen fit zu sein?

BS: In den meisten Fällen ist es völlig ausreichend, dass ich mit meinem aufgesaugten Halbwissen in fast jeder Kategorie einer Quizshow ganz gut bestehen kann. Falls also jemand mal einen Telefonjoker außerhalb von Sport und Geschichte sucht: Hier bin ich.
Wichtig ist doch eigentlich, die richtigen Fragen zu stellen. Meine Kundschaft ist die Expertin oder der Experte für das Thema. Ich übersetze es in gute Texte. Mir zu erklären, was ihm oder ihr wichtig ist, schärft oftmals den Blick auf das eigene Unternehmen und den Service, den man bietet.
Wenn es um die Themen Pressecoaching und Themenpitchen geht, ist das Fachthema nebensächlich. Da geht es darum, ob das Thema einen Nutzwert für die Leser hat, der die Redaktion überzeugt – es muss Wissen transportieren, Orientierung geben oder Gesprächsstoff liefern.

CG: Authentizität ist ein Modebegriff – viele Unternehmen und Selbstständige schreiben sich Echtsein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

BS: Ich bin eine sehr schlechte Schauspielerin und mag es, meinen Kunden auf Augenhöhe zu begegnen. Das schränkt mich in den Rollen, die ich spielen könnte, sehr ein.
Als Sparringpartnerin für den Presse-Pitch und als Coach in Sachen Themenfindung muss ich ebenso wie als Texterin sagen, wenn ein Thema Mist ist. Da geht kein  (mehr …)