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	Kommentare zu: Leben in der digitalen Blase	</title>
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		<title>
		Von: Maria		</title>
		<link>https://www.christagoede.de/leben-in-der-digitalen-blase/#comment-373</link>

		<dc:creator><![CDATA[Maria]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2015 09:35:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Klar müssen - und dürfen! - wir alle immer weiter lernen, egal wie alt wir sind. Seh ich auch so. Ich vermute halt nur: Der Zugang, der Blickwinkel im und aufs Netz, die sind altersabhängig. Und unterschiedlich. Unterschiedlich schwierig. Vielleicht sind wir Älteren ein wenig ängstlicher, neigen zur Übertreibung, stellen uns manches gefährlicher vor als es ist. Weil es uns erst mal so fremd erscheint.... Das hab ich versucht, aus meinem Blickwinkel zu beschreiben. 

Sehr wichtig finde ich bei alledem die Frage nach deinem ganz speziellen Herzens-Thema: Wie authentisch kann ich sein und bleiben, wenn ich das Gefühl habe, das ist alles so glitschig und ungreifbar? Statt Authentizität hab ich in meinem ersten Kommentar den Begriff &quot;Standpunkt&quot; gesetzt, weil das für mich der erste Schritt zur &quot;Sichtbarkeit&quot; im Goldfischglas ist. Und schon damit tu ich mich halt ziemlich schwer.... bin allerdings sicher, dass damit die Qualität all meiner &quot;Beziehungen&quot; in der digitalen Blase steht und fällt. Tja, WIE real sind die? Bei mir ist es so: Menschen, mit denen ich real befreundet bin, kontaktiere ich in 99% der Fälle auch real, mit manchen bin ich noch nicht mal auf FB &quot;verbandelt&quot; - wozu auch? (Auch das halte ich für ein typisches Verhalten von &quot;Älteren&quot;... ) Und übrigens: Auf Twitter sieht das bei mir schon wieder ganz anders aus, da fühle ich mich wohler, da geht es für mich v.a. um Sprache, Sprachwitz - kann ich.

Ja, alles in allem hast du natürlich völlig Recht: Es geht ums LERNEN. Wenn ich genug gelernt habe, fühle ich mich sicherer, das Gefühl der Glitschigkeit sollte kleiner werden (hoffentlich!), ich kann mich darstellen wie ich bin, mit allen Ecken und Kanten - wie von dir so schön beschrieben und vor-gelebt. Und ich denke, genau das wünsch ich mir dann auch von all den Gefährt/innen in meiner digitalen Blase - obwohl.... da bin ich dann doch schon wieder skeptisch.... mir drängt sich schon wieder der Verdacht auf, dass das im Netz schwierig wird.... Wie gesagt: Ich halte dich, deine Standpunkte und deine Offenheit in der Diskussion eher für die Ausnahme als für die Regel.... so viel hab ich denn doch schon gelernt, glaub ich....

Okay, ich setz jetzt hier mal einen Schlusspunkt. (Verspreche aber, das Thema im Hinterkopf zu behalten und bestimmt noch mal drauf zurück zu kommen. Wenn ich mehr gelernt habe, mich sicherer fühle....)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Klar müssen &#8211; und dürfen! &#8211; wir alle immer weiter lernen, egal wie alt wir sind. Seh ich auch so. Ich vermute halt nur: Der Zugang, der Blickwinkel im und aufs Netz, die sind altersabhängig. Und unterschiedlich. Unterschiedlich schwierig. Vielleicht sind wir Älteren ein wenig ängstlicher, neigen zur Übertreibung, stellen uns manches gefährlicher vor als es ist. Weil es uns erst mal so fremd erscheint&#8230;. Das hab ich versucht, aus meinem Blickwinkel zu beschreiben. </p>
<p>Sehr wichtig finde ich bei alledem die Frage nach deinem ganz speziellen Herzens-Thema: Wie authentisch kann ich sein und bleiben, wenn ich das Gefühl habe, das ist alles so glitschig und ungreifbar? Statt Authentizität hab ich in meinem ersten Kommentar den Begriff &#8222;Standpunkt&#8220; gesetzt, weil das für mich der erste Schritt zur &#8222;Sichtbarkeit&#8220; im Goldfischglas ist. Und schon damit tu ich mich halt ziemlich schwer&#8230;. bin allerdings sicher, dass damit die Qualität all meiner &#8222;Beziehungen&#8220; in der digitalen Blase steht und fällt. Tja, WIE real sind die? Bei mir ist es so: Menschen, mit denen ich real befreundet bin, kontaktiere ich in 99% der Fälle auch real, mit manchen bin ich noch nicht mal auf FB &#8222;verbandelt&#8220; &#8211; wozu auch? (Auch das halte ich für ein typisches Verhalten von &#8222;Älteren&#8220;&#8230; ) Und übrigens: Auf Twitter sieht das bei mir schon wieder ganz anders aus, da fühle ich mich wohler, da geht es für mich v.a. um Sprache, Sprachwitz &#8211; kann ich.</p>
<p>Ja, alles in allem hast du natürlich völlig Recht: Es geht ums LERNEN. Wenn ich genug gelernt habe, fühle ich mich sicherer, das Gefühl der Glitschigkeit sollte kleiner werden (hoffentlich!), ich kann mich darstellen wie ich bin, mit allen Ecken und Kanten &#8211; wie von dir so schön beschrieben und vor-gelebt. Und ich denke, genau das wünsch ich mir dann auch von all den Gefährt/innen in meiner digitalen Blase &#8211; obwohl&#8230;. da bin ich dann doch schon wieder skeptisch&#8230;. mir drängt sich schon wieder der Verdacht auf, dass das im Netz schwierig wird&#8230;. Wie gesagt: Ich halte dich, deine Standpunkte und deine Offenheit in der Diskussion eher für die Ausnahme als für die Regel&#8230;. so viel hab ich denn doch schon gelernt, glaub ich&#8230;.</p>
<p>Okay, ich setz jetzt hier mal einen Schlusspunkt. (Verspreche aber, das Thema im Hinterkopf zu behalten und bestimmt noch mal drauf zurück zu kommen. Wenn ich mehr gelernt habe, mich sicherer fühle&#8230;.)</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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		<title>
		Von: Christa Goede		</title>
		<link>https://www.christagoede.de/leben-in-der-digitalen-blase/#comment-372</link>

		<dc:creator><![CDATA[Christa Goede]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2015 09:03:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://www.christagoede.de/leben-in-der-digitalen-blase/#comment-371&quot;&gt;caro&lt;/a&gt;.

Stimmt, Caro, die Blase ist total flexibel ... sie passt sich sogar Stimmungen an ;o)
Liebe Grüße, Christa]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://www.christagoede.de/leben-in-der-digitalen-blase/#comment-371">caro</a>.</p>
<p>Stimmt, Caro, die Blase ist total flexibel &#8230; sie passt sich sogar Stimmungen an ;o)<br />
Liebe Grüße, Christa</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: caro		</title>
		<link>https://www.christagoede.de/leben-in-der-digitalen-blase/#comment-371</link>

		<dc:creator><![CDATA[caro]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2015 07:48:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ja, auch lebe in und mit einer Internetblase, die ich aber als Bereicherung des &quot;echten&quot; Lebens empfinde. 
Ich habe die Blogs und Themen, die ich regelmäßig lesen möchte sortiert. So kann ich mit der Fülle der Informationen umgehen. 
Diese Blase verändert sich, je nachdem wieviel Zeit ich habe. Sie kann klein sein und mir nur kurze Informationen geben. Oder auch größer und intensive Stunden verschlingen. 
Danke für deinen Blog, ich gehe noch mal in mich. 
@Maria: keine Angst, einfach weiter :-)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, auch lebe in und mit einer Internetblase, die ich aber als Bereicherung des &#8222;echten&#8220; Lebens empfinde.<br />
Ich habe die Blogs und Themen, die ich regelmäßig lesen möchte sortiert. So kann ich mit der Fülle der Informationen umgehen.<br />
Diese Blase verändert sich, je nachdem wieviel Zeit ich habe. Sie kann klein sein und mir nur kurze Informationen geben. Oder auch größer und intensive Stunden verschlingen.<br />
Danke für deinen Blog, ich gehe noch mal in mich.<br />
@Maria: keine Angst, einfach weiter 🙂</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Christa Goede		</title>
		<link>https://www.christagoede.de/leben-in-der-digitalen-blase/#comment-370</link>

		<dc:creator><![CDATA[Christa Goede]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2015 06:37:19 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://www.christagoede.de.de/?p=5261#comment-370</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://www.christagoede.de/leben-in-der-digitalen-blase/#comment-369&quot;&gt;Maria&lt;/a&gt;.

Liebe Maria,

hm ... ich denke nun mal laut nach, über das, was du geschrieben hast. Und habe gleich ein paar Fragen: 
Warum trennst du zwischen Off- und Online? Beide &quot;Zustände&quot; finden IN deinem Leben statt und gehören damit eindeutig dazu! Außerdem gibt es ja auch viele Überlappungen - zum Beispiel Freunde, die du &quot;real&quot; gut kennst und mit denen du auch auf Facebook befreundet bist. Wo trennst du da? Behandelst du deine Freunde on- und offline verschieden? 
Warum denkst du, du bist &quot;zu alt&quot; fürs Internet? Auf dieser Spielwiese tummeln sich Menschen in jedem Alter - und sie fühlen sich dort wohl oder eben nicht. Und jüngere Menschen müssen genau so lernen sich dort zu bewegen wie ältere ... einziger Vorteil ist, dass die Jüngeren vielleicht ein bisschen schneller lernen. Die Geschichte vom Digital Native halte ich für stark übertrieben! Eventuell würde ich mich darauf einigen, dass Social Media eine Typfrage sein könnte, bei der extrovertierte Menschen wie ich ganz klar einen Vorteil haben. Aber es gibt auch viele introvertierte Menschen, die SoMe perfekt beherrschen ... schwierig. Darüber muss ich auch noch mal nachdenken ;o))
Wäre es vermessen von mir, dir eine Empfehlung zu geben? Ich mach&#039;s einfach mal: Bleib dran und versuche es weiter. Teste dich. Probiere aus. Und hab keine Angst dabei. Denn das Netz regt sich zwar manchmal schnell auf, das stimmt - aber genau so schnell regt es sich wieder ab. Man kann in der digitalen Welt viel lernen - über sich selbst und über andere. Und über Zusammenhänge. Denn weil Infos so schnell flutschen, flutscht alles andere auch ;o))
Also weg mit den Vorbehalten und rein ins digitale Goldfischglas! Es kann zu einem tollen Teil deines Lebens werden!
Liebe Grüße,
Christa]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://www.christagoede.de/leben-in-der-digitalen-blase/#comment-369">Maria</a>.</p>
<p>Liebe Maria,</p>
<p>hm &#8230; ich denke nun mal laut nach, über das, was du geschrieben hast. Und habe gleich ein paar Fragen:<br />
Warum trennst du zwischen Off- und Online? Beide &#8222;Zustände&#8220; finden IN deinem Leben statt und gehören damit eindeutig dazu! Außerdem gibt es ja auch viele Überlappungen &#8211; zum Beispiel Freunde, die du &#8222;real&#8220; gut kennst und mit denen du auch auf Facebook befreundet bist. Wo trennst du da? Behandelst du deine Freunde on- und offline verschieden?<br />
Warum denkst du, du bist &#8222;zu alt&#8220; fürs Internet? Auf dieser Spielwiese tummeln sich Menschen in jedem Alter &#8211; und sie fühlen sich dort wohl oder eben nicht. Und jüngere Menschen müssen genau so lernen sich dort zu bewegen wie ältere &#8230; einziger Vorteil ist, dass die Jüngeren vielleicht ein bisschen schneller lernen. Die Geschichte vom Digital Native halte ich für stark übertrieben! Eventuell würde ich mich darauf einigen, dass Social Media eine Typfrage sein könnte, bei der extrovertierte Menschen wie ich ganz klar einen Vorteil haben. Aber es gibt auch viele introvertierte Menschen, die SoMe perfekt beherrschen &#8230; schwierig. Darüber muss ich auch noch mal nachdenken ;o))<br />
Wäre es vermessen von mir, dir eine Empfehlung zu geben? Ich mach&#8217;s einfach mal: Bleib dran und versuche es weiter. Teste dich. Probiere aus. Und hab keine Angst dabei. Denn das Netz regt sich zwar manchmal schnell auf, das stimmt &#8211; aber genau so schnell regt es sich wieder ab. Man kann in der digitalen Welt viel lernen &#8211; über sich selbst und über andere. Und über Zusammenhänge. Denn weil Infos so schnell flutschen, flutscht alles andere auch ;o))<br />
Also weg mit den Vorbehalten und rein ins digitale Goldfischglas! Es kann zu einem tollen Teil deines Lebens werden!<br />
Liebe Grüße,<br />
Christa</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Maria		</title>
		<link>https://www.christagoede.de/leben-in-der-digitalen-blase/#comment-369</link>

		<dc:creator><![CDATA[Maria]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Feb 2015 11:58:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://www.christagoede.de.de/?p=5261#comment-369</guid>

					<description><![CDATA[Liebe Christa, das trifft sich mit einem Thema, das MICH seit langem umtreibt. Obwohl alle immer sagen &quot;ne, das is nicht relevant&quot;, glaub ich doch, dass das Alter was damit zu tun hat..... 

Ganz plakativ: Je früher man in seine Bubble reingeboren wird, desto leichter schwimmt es sich da. Ich bin 54 und für mich ist das noch immer eine Parallelwelt. Ich hab sogar Anfälle, die mich im Garten buddeln, kochen oder laut singen lassen - nur um endlich mal wieder Realität zu spüren. Und das Netz ist für mich eben NICHT real. Die Menschen, denen ich da begegne, sind es natürlich sehr wohl. Aber sie leben so scheinbar schwerelos-sicher da, dass ich unsicher werde. Und wenn Menschen unsicher werden, sind sie alles andere als &quot;echt&quot;. Je nach Temperament schweigen sie dann hartnäckig, werden übertrieben freundlich (weil sie dazu gehören wollen) oder polterig (eben weil sie unsicher sind).

Mein Problem ist: Ich weiss beim besten Willen nicht, wann/wo das beginnt bzw. endet. Soll heissen: Bilde ich mir das vielleicht nur ein, dass all die andren so viel eleganter, sorgloser und zielstrebiger vor sich hinbubbeln als ich? Ich hab einfach keinen Anhaltspunkt. Im real life haben wir alle mal gleich angefangen: krabbeln, mit Messer und Gabel essen, mathematische Wurzeln ziehen und Vokabeln lernen..... Das lässt sich vergleichen. Da weiss ich, wo ich stehe, hab gelernt, wo meine Sym- und Antipathien sind. Und wo ich suchen, was ich meiden möchte. Das Netz ändert seinen Informationsstatus so schnell, dass ich das Gefühl habe, ich komme nie irgendwo an. So krabble ich noch immer vor mich hin und fühl mich tatsächlich oft wie ein Baby. Verschwende unglaublich viel Zeit mit ganz viel Recherche im Netz, suche und suche.... Im Grund genommen suche ich nach meinem Standpunkt im Netz. So wie ich im real life glaube, dass man einen Standpunkt einnehmen sollte: Dingen, Menschen, politischen, gesellschaftlichen Entwicklungen, den eigenen Fähigkeiten und Grenzen gegenüber. Krieg ich im Netz aber nicht hin. Dann denke ich: Na klar, du weisst/kennst halt noch nicht genug. Und suche weiter.

Was sagt das jetzt alles über meine Filterbubble aus? Keine Ahnung! Krieg ich nicht zu fassen. Ich bin freundlich. Sehr freundlich. Darum sind es andre Menschen meistens auch zu mir - in Netzwerken wie an Supermarktkassen. An beiden Orten wünsch ich mir oft wie du, man dürfte sich mal klarer die Meinung sagen (und tus nicht....). Scheint also nicht netz-spezifisch zu sein.

Mir gefällt das Wort bubble gut, weil es das bezeichnet, was das Netz für mich ist: glitschig, un(be)greifbar - oder der immer wieder runterrutschende Stein des armen Sisyphos. Wenn da mal was gelingt, dann allenfalls für ein paar Minuten. Mich macht das abwechselnd traurig, wütend, noch öfter lähmt es. Warum &quot;funktioniert&quot; das nicht? Bei mir? Nur bei mir? Oder bei anderen auch und die sagen es nur nicht? Die einzige Erklärung, die mir einfällt, ist mein Alter. Ich mach mir Sorgen und Gedanken, die sich Jüngere nicht machen.

Sehr dankbar bin ich dir für deine Feststellung, dass auch dir offensichtlich was feht: Dass du gern viel intensiver recherchieren würdest, das aber zeitlich nicht schaffst (natürlich nicht! Das isses ja! Niemand schafft das, behaupte ich!). Da steckt was von meinem Unbehagen drin: Nie ist es genug. Nie komm ich irgendwo an.
Also sag ich für mich: bubble ist bubble. Und NICHT real. Dementsprechend vorsichtig/unverbindlich/abwartend sind auch die meisten meiner Netz-&quot;Kontakte&quot;. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel... Wenn ein Mensch auftaucht wie die Christa Goede zum Beispiel... Wo ich sofort und hundertprozentig weiss: Die ist im Netz genauso wie im real life. Und in beiden &quot;Formen&quot; find ich sie überzeugend. Und sehr sympathisch. Aber ich glaube wirklich: das sind Ausnahmen.

Was mich brennend interessiert, ist die Frage: Wie &quot;real&quot;, wie leicht oder schweirig, wie nah oder unverbindlich sind die Kontakte, die Infomationen, die &quot;Gemeinschaften&quot;, einzelne Standpunkte und/oder der &quot;Lebensraum Internet&quot; für jüngere Menschen? Oder für Menschen, die das alles ganz anders sehen als ich? Oder hab ich einfach nur einen falschen Blickwinkel? Nehme ernst, was gar nicht ernst genommen werden sollte? Aber wie könnte ich mir denn anmaßen, Menschen, die ich gar nicht kennen, NICHT ernst zu nehmen?! Das würde zum Beispiel einer meiner Überzeugungen komplett zuwider laufen - ich möchte erst einmal jede/n ernst nehmen können. Und da ich das im Netz aus den genannten Gründen einfach nicht schaffe, fürchte ich: Die Trennung zwischen &quot;Blase&quot; und RL muss bestehen bleiben. Für mich jedenfalls. Vielleicht auch nicht für immer. Vielleicht lern ich sie ja auch noch, die unbeschwerte Leichtigkeit jüngerer Netz-Fischlein im Umgang miteinander....

Würde mich wirklich interessieren: Wie sehen das andere? Jüngere? Gleichltrige? Noch Ältere?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Christa, das trifft sich mit einem Thema, das MICH seit langem umtreibt. Obwohl alle immer sagen &#8222;ne, das is nicht relevant&#8220;, glaub ich doch, dass das Alter was damit zu tun hat&#8230;.. </p>
<p>Ganz plakativ: Je früher man in seine Bubble reingeboren wird, desto leichter schwimmt es sich da. Ich bin 54 und für mich ist das noch immer eine Parallelwelt. Ich hab sogar Anfälle, die mich im Garten buddeln, kochen oder laut singen lassen &#8211; nur um endlich mal wieder Realität zu spüren. Und das Netz ist für mich eben NICHT real. Die Menschen, denen ich da begegne, sind es natürlich sehr wohl. Aber sie leben so scheinbar schwerelos-sicher da, dass ich unsicher werde. Und wenn Menschen unsicher werden, sind sie alles andere als &#8222;echt&#8220;. Je nach Temperament schweigen sie dann hartnäckig, werden übertrieben freundlich (weil sie dazu gehören wollen) oder polterig (eben weil sie unsicher sind).</p>
<p>Mein Problem ist: Ich weiss beim besten Willen nicht, wann/wo das beginnt bzw. endet. Soll heissen: Bilde ich mir das vielleicht nur ein, dass all die andren so viel eleganter, sorgloser und zielstrebiger vor sich hinbubbeln als ich? Ich hab einfach keinen Anhaltspunkt. Im real life haben wir alle mal gleich angefangen: krabbeln, mit Messer und Gabel essen, mathematische Wurzeln ziehen und Vokabeln lernen&#8230;.. Das lässt sich vergleichen. Da weiss ich, wo ich stehe, hab gelernt, wo meine Sym- und Antipathien sind. Und wo ich suchen, was ich meiden möchte. Das Netz ändert seinen Informationsstatus so schnell, dass ich das Gefühl habe, ich komme nie irgendwo an. So krabble ich noch immer vor mich hin und fühl mich tatsächlich oft wie ein Baby. Verschwende unglaublich viel Zeit mit ganz viel Recherche im Netz, suche und suche&#8230;. Im Grund genommen suche ich nach meinem Standpunkt im Netz. So wie ich im real life glaube, dass man einen Standpunkt einnehmen sollte: Dingen, Menschen, politischen, gesellschaftlichen Entwicklungen, den eigenen Fähigkeiten und Grenzen gegenüber. Krieg ich im Netz aber nicht hin. Dann denke ich: Na klar, du weisst/kennst halt noch nicht genug. Und suche weiter.</p>
<p>Was sagt das jetzt alles über meine Filterbubble aus? Keine Ahnung! Krieg ich nicht zu fassen. Ich bin freundlich. Sehr freundlich. Darum sind es andre Menschen meistens auch zu mir &#8211; in Netzwerken wie an Supermarktkassen. An beiden Orten wünsch ich mir oft wie du, man dürfte sich mal klarer die Meinung sagen (und tus nicht&#8230;.). Scheint also nicht netz-spezifisch zu sein.</p>
<p>Mir gefällt das Wort bubble gut, weil es das bezeichnet, was das Netz für mich ist: glitschig, un(be)greifbar &#8211; oder der immer wieder runterrutschende Stein des armen Sisyphos. Wenn da mal was gelingt, dann allenfalls für ein paar Minuten. Mich macht das abwechselnd traurig, wütend, noch öfter lähmt es. Warum &#8222;funktioniert&#8220; das nicht? Bei mir? Nur bei mir? Oder bei anderen auch und die sagen es nur nicht? Die einzige Erklärung, die mir einfällt, ist mein Alter. Ich mach mir Sorgen und Gedanken, die sich Jüngere nicht machen.</p>
<p>Sehr dankbar bin ich dir für deine Feststellung, dass auch dir offensichtlich was feht: Dass du gern viel intensiver recherchieren würdest, das aber zeitlich nicht schaffst (natürlich nicht! Das isses ja! Niemand schafft das, behaupte ich!). Da steckt was von meinem Unbehagen drin: Nie ist es genug. Nie komm ich irgendwo an.<br />
Also sag ich für mich: bubble ist bubble. Und NICHT real. Dementsprechend vorsichtig/unverbindlich/abwartend sind auch die meisten meiner Netz-&#8222;Kontakte&#8220;. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel&#8230; Wenn ein Mensch auftaucht wie die Christa Goede zum Beispiel&#8230; Wo ich sofort und hundertprozentig weiss: Die ist im Netz genauso wie im real life. Und in beiden &#8222;Formen&#8220; find ich sie überzeugend. Und sehr sympathisch. Aber ich glaube wirklich: das sind Ausnahmen.</p>
<p>Was mich brennend interessiert, ist die Frage: Wie &#8222;real&#8220;, wie leicht oder schweirig, wie nah oder unverbindlich sind die Kontakte, die Infomationen, die &#8222;Gemeinschaften&#8220;, einzelne Standpunkte und/oder der &#8222;Lebensraum Internet&#8220; für jüngere Menschen? Oder für Menschen, die das alles ganz anders sehen als ich? Oder hab ich einfach nur einen falschen Blickwinkel? Nehme ernst, was gar nicht ernst genommen werden sollte? Aber wie könnte ich mir denn anmaßen, Menschen, die ich gar nicht kennen, NICHT ernst zu nehmen?! Das würde zum Beispiel einer meiner Überzeugungen komplett zuwider laufen &#8211; ich möchte erst einmal jede/n ernst nehmen können. Und da ich das im Netz aus den genannten Gründen einfach nicht schaffe, fürchte ich: Die Trennung zwischen &#8222;Blase&#8220; und RL muss bestehen bleiben. Für mich jedenfalls. Vielleicht auch nicht für immer. Vielleicht lern ich sie ja auch noch, die unbeschwerte Leichtigkeit jüngerer Netz-Fischlein im Umgang miteinander&#8230;.</p>
<p>Würde mich wirklich interessieren: Wie sehen das andere? Jüngere? Gleichltrige? Noch Ältere?</p>
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