Sommerloch

von am 6. August 2018 in Know-how, Text | 2 Kommentare

Gemütlichkeit. Oder: Grmpf, mir fällt nix ein!

Tafel heute hitzefreiDraußen sind 36 Grad, in meinem Büro ist es mit 28 Grad noch vergleichsweise kühl. Ich sitze barfuß am Schreibtisch, ausgestattet mit Shorts, Schlabber-T-Shirt und einem Handtuch, mit dem ich mir gelegentlich den Schweiß von der Stirn wische. Neben mir stehen bereits 2 leere Wasserflaschen, die dritte habe ich gerade in Arbeit. Genau wie Texte für eine Unternehmensbroschüre, die ich derzeit schreibe. Der Ventilator brummt leise vor sich hin, ab und zu trifft mich ein kühlender Luftstrahl. Sommer im Büro halt, so, wie mir geht es gerade Millionen von anderen Menschen auch.

Dementsprechend ist auch meine Auftragslage – alles recht entspannt, viele Menschen im Urlaub oder gerade nicht in der Lage, eine wichtige Entscheidung zu treffen. Klar, bei der Hitze … Doch dann fällt mir auf: Es ist August! PANIK! Ich muss mindestens noch einen Blogbeitrag schreiben in diesem Monat! Denn ich habe derzeit praktisch nichts fertig Geschriebenes mehr in der Pipeline – schließlich dauert die hirneinschläfernde Hitze schon ein paar Wochen an.

Uaaaahhh, wer mich kennt, weiß, dass mir nun gerade zur Abwechslung mal der kalte Schweiß auf der Stirn steht. Denn ich gehöre zu den Menschen, die eher überorganisiert sind: Ich habe eigentlich immer mehrere fertige Blogbeiträge in der Pipeline und weiß recht genau, wie meine Tage idealerweise strukturiert sein sollten. Den Kampf mit einer Deadline kenne ich nur aus sehr wenigen Ausnahmefällen. Außerdem weiß ich heute immer schon gerne, was ich morgen und übermorgen und in der nächsten Woche zu tun habe.

Die Sache mit dem schlechten Gewissen.

Und dann ist da noch dieses schlechte Gewissen … Da sitzt ein kleiner Teufel auf meiner Schulter und flüstert mir ins Ohr: „Du MUSST das heute erledigen!“, „Du bist faul, das darfst du nicht!“ oder „Streng dich an, damit du auch ja genug zu tun hast!“ Leider bin ich dieses fiese Stück auch nach 15 Jahren erfolgreicher Selbstständigkeit nicht los geworden! Dabei weiß ich eigentlich ganz genau, dass dieser Teufel im Unrecht ist, ich bin weder faul noch muss ich mich noch mehr anstrengen – und wenn ich eine Sache nicht sofort erledige, geht die Welt auch nicht unter. Und deswegen versuche ich es heute mit Selbstberuhigung und schreibe mir selbst einen Brief:

Liebe Christa, erst einmal: Entspann dich bitte. Diese blöden Sommerlöcher hat es immer gegeben und es wird sie immer geben. Du weißt doch ganz genau, dass es spätestens Mitte August wieder losgeht mit den Aufträgen – das ist immer so!

Außerdem ist es derzeit sehr heiß. Du magst keine Temperaturen, die über 25 Grad hinaus gehen. Dir waren schon als Kind diese luftigen Tage mit Schäfchenwolken und einer schönen Meeresbrise viel lieber. Deswegen nun mein Tipp: Genieße einfach die freie Zeit, nimm dir ein gutes Buch und erlaube dir, mal so richtig gemütlich zu sein. Oder vielleicht legst du dich einfach ins Bett und schläfst ne Runde? Du könntest dich auch aufs Rad setzen, am Main ist es bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit wunderschön. Oder du gehst ins Schwimmbad oder an den Baggersee, da warst du schon ewig nicht mehr. Und in der Bibliothek ist es sogar klimatisiert! Oder du kümmerst dich um die Steuer – halt, nein, das ist ja wieder Stress und dir tut gerade Entspannung gut.

Zum Schluss noch ein Tipp, denn du ganz schnell umsetzen kannst: Du könntest dich jetzt sofort gemütlich auf den Balkon unter den Sonnenschirm setzen und die Vögel, die Wolken und die Bäume beobachten, die sich im leichten Wind bewegen. Mach bitte dein Hirn leer, es hat sich diesen spontanen Urlaub wirklich verdient – du hast das verdient. Und dein schlechtes Gewissen lässt du einfach hier im Blog liegen. Ich bin mir sicher, es kommt ein paar Tage ohne dich aus.

Alles wird gut. 

Ich bin dann erst mal weg.

Küsschen,
Christa unteschreibt

 

PS: Ich habe lange überlegt, ob ich das Wort Faulheit statt Gemütlichkeit verwende – aber faul zu sein ist im allgemeinen Sprachgebrauch keine sonderlich angesehene Tätigkeit. Gemütlichkeit hingegen ist ein Gefühl, das wir uns alle hin und wieder wünschen! Die Dänen haben sogar ein eigenes, wunderschönes Wort dafür: hygge!

PPS: Ich habe einen Blogbeitrag geschrieben. Yeah ;o)

Christa GoedeMit individuellen Texten und Konzepten gestalte ich Websites und Social Media-Auftritte authentisch. Meine Erfahrung und mein Wissen als Texterin, Konzepterin, Social Media-Managerin und Bloggerin teile ich hier im Blog oder live in Workshops und Vorträgen – viel Humor und gute Laune inbegriffen.

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  mail@christagoede.de

Bildquellenangabe: Pixabay

2 Kommentare to “Sommerloch”

  1. Liebe Christa,

    das ist genau die richtige Entscheidung! Ich beneide dich ein bisschen um das Sommerloch … das habe ich zuletzt Ende der 80er Jahre gesehen, seitdem ist es mir entschwunden und lässt sich nicht mehr blicken. (Nein, stimmt nicht ganz, zu Beginn meiner Selbstständigkeit vor 17 Jahren waren die Aufträge auch oft spärlich).

    Ich habe einmal ein kluges Buch für einen Autor geghostet (da bin ich sogar offiziell genannt, daher: Peter Solz, Die Time-out-Taktik, Humbolt-Verlag), da steht drin, dass man saisonale Schwankungen für den eigenen Energiehaushalt ganz dringend nutzen sollte. Sommerloch? – Genießen und gemütlich oder faul sein. So kann man gut auftanken für die nächste Hochsaison im Herbst!

    Außerdem: Bei dieser Hitze kann doch wirklich niemand vernünftig arbeiten. Die Südeuropäer wissen, wie man sich bei Hitze verhält: Siesta machen!!! :-)

    Ich wünsch dir ganz viel Seele-Baumeln und Träge-vor-dich-hin-Dösen und nur wenig Arbeiten-Müssen <3

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