Uffz. Da ist ganz schön viel Leben drin.

Verwundetes und verarztetes Herz

Ich bin bekanntlich ja selten sprachlos. Auch nicht, wenn es um mich geht. Doch in den letzten Monaten konnte ich genau das nicht: mein Leben in Worte fassen. Heute versuche ich das mal. Leider geht es um Krankheit, Schmerz und Leid. Wer das nicht lesen möchte, möge bitte an dieser Stelle aufhören zu lesen. Ich kann’s verstehen. ;-)

Für alle, die nun mit den Augen rollen, weil ich hier als Selbstständige über meine Krankheit schreibe: Du musst nicht tun, was ich tue. Ehrlich nicht. Und lesen musst du es auch nicht. Nicht mal kommentieren musst du es.

Vorgeschichte: Mein Arschloch-Rückenschmerz

Vor etwa 10 Jahren begann mein Leidensweg mit einem Arschloch-Rückenschmerz. Ich konnte liegen und sitzen, aber weder lange laufen noch auch nur 2 Minuten stehen. Sobald ich das gemacht habe, haben mich die Schmerzen fast zerrissen. Zu Hoch-Zeiten war das so schlimm, dass ich beim Einkaufen schon auf dem Weg zur Kasse am liebsten vor Schmerzen geweint hätte. Konzerte und Partys? Denk nicht mal dran, Christa! Spazieren gehen? Haha, nö. Ich konnte über viele Monate hinweg nur liegen und sitzen. Gut für den Job, klar. Für mein Sozialleben war das aber gar nicht soooo super … Damals gingen die ersten Freundschaften verloren. In Dirks und meinem Leben wurde es stiller. Und ruhiger. Was in der Retrospektive gar nicht so schlecht war.

Im MRT kam dann heraus, dass mein Iliosakralgelenk im Becken und meine untere Wirbelsäule starke entzündliche Veränderungen aufwiesen. Ich wurde daraufhin auf Morbus Bechterew – eine Art entzündliches Rheuma – untersucht, denn ich bin HLA-B27 positiv. Doch da ich trotz dieser Veränderungen noch sehr beweglich war, bekam ich keine finale Diagnose. Stattdessen wurde ich mit dem wirklich hervorragenden Tipp, doch bitte schön abzunehmen, wieder nach Hause geschickt. Denn dann hätte ich bestimmt keine Schmerzen mehr. Weitere Untersuchungen fanden nicht statt, ich bekam ein paar Schmerzmittel – das war’s.

Mit viel Geduld, Krafttraining und schon fast exzessivem Radfahren habe ich mich wieder aus diesem Tal hervor gearbeitet. Ganz langsam und zeitweise sehr zäh. Doch eines Tages habe ich gemerkt, dass ich wieder 2 – 3 km am Stück laufen konnte, ohne Rückenschmerzen. Und auch einkaufen ging wieder! Damals dachte ich: “Yeah, ich habs geschafft – ich habe den Arschloch-Rückenschmerz besiegt!” Heute verstehe ich, dass der starke Schub, den ich damals hatte, einfach irgendwann vorbei war. Denn seit März 2022 weiß ich, dass ich Psoriasis Arthritis habe – auch eine Rheumaart, aber eine noch seltenere. Mit ziemlicher Sicherheit habe ich PSA seit 2013 … vielleicht sogar noch viel länger.

#christasrant: Lampenkauf. Oder: Pop-ups nerven. So sehr.

Voraussichtliche Lesedauer: 11 minutes

Von einer, die online eine Lampe kaufen wollte.

Ich werde zum wütenden Stier, wenn ich von Pop-ups genervt werde

Eine Lampe mit fünf verschiedenen Retrobirnen, die ich an einem Ast über unserem Esstisch aufhängen kann – davon träumte ich, seit ich im August 2021 in Noord-Holland war. Denn dort hing genau so eine Lampe im Wohnzimmer unseres Ferienhauses. Zugegeben, ich verliebe mich regelmäßig in niederländisches Design! Doch statt gleich vor Ort eine passende Lampe mit Birnen zu kaufen, beging ich einen folgenschweren Fehler. Denn ich dachte: Ach, so eine tolle Lampe gibts doch bestimmt in Deutschland auch. Warum soll ich die aus dem Urlaub mit nach Hause schleppen …?

Haha, die Kennerin und der Kenner brechen nun in schadenfrohes, hämisches Gelächter aus. Macht euch nur lustig über meine Naivität, ich kann das aushalten. ;o) Doch ich versuchte trotzdem, meinen Traum wahr werden zu lassen, ätsch. Frisch aus dem Urlaub zurück machte ich mich also ans Werk. Tante Google spuckte auch prompt eine Menge Ergebnisse auf meine Anfrage aus. Und so begann das Drama …

Pop-ups, überall Pop-ups!

Ich klicke den ersten Shop an. Nennen wir ihn Spezialshop für durchgeknallte Lampen für durchgeknallte Leute wie dich. Dort darf ich gleich das erste Pop-up bedienen. Datenschutz finde ich ja prima, aber diese DSGVO-Pop-ups nerven sehr. Nicht, weil es sie gibt. Sondern weil ich IMMER den Fehler mache, auf “Einstellungen” zu klicken, statt brav auf “Alle akzeptieren”. Herrje, wie viele Cookies die mir da setzen wollen, das muss doch nicht sein! Okay, mir eh egal. Ich lösche regelmäßig diese doofen Verfolgungskekse. Aber nervig isses trotzdem. Besonders dann, wenn es darum geht, persönliche Profile von mir und meinem Besuch erstellen zu wollen. Hallo, Spezialshop für durchgeknallte Lampen für durchgeknallte Leute wie dich, ich will EINE einzige Lampe kaufen! Die Chance, dass ich das von nun an jede Woche tue, ist gleich null!

Haltung ist Haltung ist Medienkompetenz: Blogparage #blogs4competence

Anfang des Jahres rief Valerie Wagner zu einer interessanten Blogparade auf: #Blogs4Competence – Ein Aufruf zur Blogparade über Medienkompetenz. Klar, dass ich dazu eine Menge zu sagen habe, gelle ;o) Hier also mein Beitrag mit dem Fokus auf Unternehmen. Denn hier gibt es meiner Meinung nach eine Menge Potenzial, um die Medienkompetenz zu verbessern. Und Haltung zu zeigen. Denn diese beiden Punkte hängen meiner Meinung nach eng miteinander zusammen.

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Vorab: Wir leben in irren Zeiten. In irren, sehr gefährlichen Zeiten.

Auf einer Demonstration zeigen Menschen eine Haltung.

Wir erleben gerade, wie Neonazis “Protestmärsche” in ganz Deutschland orchestrieren. Bürgerliche, Esoterische und angebliche Linke laufen Seite an Seite mit AfD, III. Weg, Freie Sachsen oder NPD durch die Straßen und grölen irrsinnige Parolen, bei denen den meisten Menschen das Hirn fast stehen bleibt. Da schreit eine Frau, die neben einem kleinen NPD-Block mit riesigem Plakat “Volksgemeinschaft statt Spaltung” läuft, dem antifaschistischen Gegenprotest “Nazis raus!” entgegen. Andere behaupten im Fernsehinterview, auf der Demo wären keine Nazis, während sich im Hintergrund eine Gruppe Männer in Thor-Steinar- und Ansgar-Aryan-Klamotten positioniert – beides klassische Neo-Nazi-Marken.

Dazu kommt noch jede Menge Schwurbelzeugs, das bestenfalls für einen Science-Fiction-Schundroman taugt: Deutschland sei eine Diktatur. Die Impfung baue wahlweise unsere DNA um oder – final irre – zersäge zu einem bestimmten Termin unsere Adern. Wir alle werden irgendwie ausgetauscht und hinter allem stecken wie immer “die Juden”. Klar, das ist auch eine Haltung. Doch mich erschreckt sehr, wie leicht manchen Leuten antisemitische Klischees über die Lippen gehen. Und wie stark die heutigen Bilder- und Sprachwelten in den Sozial-Media-Parallelwelten der Verquerdenkenden den Publikationen und Filmdokumenten des 3. Reiches ähneln. Den angeblichen “Kampf um die Wahrheit” hatte schon der Stürmer, das rechtsextreme, antisemitische Hetzblatt des 3. Reiches, im Untertitel. Der Begriff “Lügenpresse” entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts – oft verbunden mit Antisemitismus. Und der Kraken, der mit seinen Tentakeln die Welt umspannt, gehört seit vielen Jahrzehnten zu den antisemitischen Verschwörungstheorien.

Der Elevator Pitch: Worte mit ganz viel Wumms.

Voraussichtliche Lesedauer: 10 minutes

Elevator Pitch: zwei Sprechblasen stehen für die Frage nach dem Beruf und die Antwort

Ein Elevator Pitch, was ist das eigentlich? Im Grunde genommen ist das ganz einfach. Stell dir vor, du steigst in einen Aufzug. Eine zweite Person kommt hinzu und drückt auf den Knopf der 5. Etage. Dann dreht sich dieser Mensch zu dir um, lächelt dich freundlich an und fragt: “Was machst du eigentlich beruflich?”

Die meisten Leute antworten darauf erst mal mit einem “Ähhhhh …” Dann folgen meist stockend vorgetragene Sätze wie: “Ich mach was mit Büchern.”, “Ich bin in einer Bank.” oder “Ich arbeite mit Kindern.” Dann betretenes Schweigen. Zack, der Aufzug ist im 5. Stock angekommen, die interessierte Person wünscht dir einen schönen Tag und steigt aus. Und du ärgerst dich, dass du deinen heiß geliebten Beruf nicht in wenigen Sätzen beschreiben kannst. Denn … *trommelwirbel* … du hast keinen beruflichen Elevator Pitch. Tja.

Der Elevator Pitch: Minitext mit Ziel

Im Aufzug hast du gerade die Chance vertan, ein spannendes Gespräch zu führen. Dabei wäre eigentlich genug Zeit gewesen, deinem Gegenüber zu erklären, dass du unterhaltende Sachbücher schreibst. Oder das Marketingteam einer Online-Bank leitest. Oder in deiner Logopädie-Praxis Kinder bei ihrer Sprachentwicklung unterstützt. Stattdessen wird die Person bei deiner Selbstbeschreibung an Jobs im Buchhandel, am Bankschalter oder im Kindergarten gedacht haben. ;-) Das hättest du mit einem Elevator Pitch verhindern können!

Denn ein solcher Pitch hilft dir etwa dabei,

dich selbst vorzustellen.
Auf einem Kongress unterstützt dich die spannende Kurzpräsentation dabei, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. In einem Vorstellungsgespräch reagieren die Personalerinnen und Personaler sehr aufmerksam, wenn du dich gleich zu Beginn mit einem knackigen Elevator Pitch vorstellst. Und auf der Startseite deiner Website wird der Elevator Pitch zum Türöffner. Denn dieser kleine Text ist das Extrakt, mit dem du dein einzigartiges Angebot zusammenfasst.

Social Media? Das kann weg!

Zack, das Bild war hochgeladen auf der Facebook-Fanpage einer meiner Kunden. Darauf zu sehen: ein wunderschönes, vor Glück strahlendes Hochzeitspaar vor einer großartigen Kulisse. Ein paar Sekunden später dann der erste Kommentar: “Wer hat die fette Sau denn geheiratet!”

Bämm, mir blieb schlagartig die Luft weg. Tränen schossen mir in die Augen. Warum schreibt jemand so einen widerlichen Rotz unter ein tolles Foto? Ein Bild, auf dem nichts weiter als zwei rundum glückliche Menschen zu sehen sind? Ich glaube, ich habe noch nie so schnell einen Kommentar auf Facebook gelöscht. Und natürlich die absendende Person blockiert. Das war doch keine politische Diskussion, in der es heute für viele zum “guten Ton” gehört, Hass und Ekelhaftigkeiten auszukippen – was schon entsetzlich genug ist. Das war ein HOCHZEITSFOTO, MANNO!

Erst mal Schock …

Puh, das hat gesessen. Und zwar richtig tief. Den Rest des Tages verbrachte ich damit, mir zu überlegen, was ich nun tun werde. Arbeiten konnte ich an diesem Tag jedenfalls nicht mehr. Eigentlich wusste ich nur eins: So geht es für mich nicht weiter. Ich habe schon viele Shitstorms durchgehalten und wurde selbst massiv bedroht. Außerdem habe ich unzählige Anzeigen erstattet – einen Ablauf habe ich hier dokumentiert. Ich bin also erfahren in Sachen Hatespeech und so leicht nicht mehr zu erschrecken. Das dachte ich jedenfalls bis zu diesem Tag. Doch dann ist das Fass übergelaufen!

Es gab auch noch ein zweites Problem: Ich glaubte bis zu diesem Tag, dass ich mit meiner Arbeit in Social Media dazu beitragen könnte, diesem Hass etwas entgegenzusetzen. Dass gutes Community-Management diese Form der Ekelkommunikation in Schach halten kann. Und dass Verständnis und ausgiebige Diskussionen vielleicht doch etwas bewirken.

Hass und Wut sind ansteckend

Heute weiß ich, dass das nicht richtig ist. Gegen Hass und Wut komme ich mit Logik und Fakten nicht an. Jemand, der einen solchen Text schreibt, will gar nicht ernst genommen werden! Diese Person will, dass es anderen scheiße geht. Sie will verletzen. Will aggressiv sein. Sie will Ärger machen. Will vielleicht sogar, dass andere Menschen Angst bekommen. Ehrlich gesagt, möchte ich nicht darüber nachdenken, warum jemand so etwas schreibt. Die Motivation dahinter ist mir schnurzpiepegal. Denn es gibt in meiner Welt keine Rechtfertigung für so eine Widerlichkeit. Doch das Schlimmste ist: Diese negativen Emotionen sind ansteckend!

Authentischer Text: Was ist das? Wie geht das?

Ja, ich weiß, der Begriff “Authentizität” gehört für viele in die gruselige Buzzword-Ecke. Meiner Meinung nach aber zu Unrecht! Denn der Begriff ist dort nur deshalb gelandet, weil sich so viele drauf gestürzt haben – ohne zu verstehen, was Authentizität, authentisch schreiben und damit authentischer Text überhaupt bedeuten. Dabei ist Authentizität meiner Meinung nach in deiner Website, in deinem Newsletter und natürlich auch in der Messebroschüre superwichtig. Ganz besonders dann, wenn du Freiberuflerin oder Einzelselbstständiger bist. Denn schließlich möchtest du als Person mit deinem Unternehmen sichtbar werden!

Doch warum ist authentisch schreiben so bedeutsam? Und wie geht das? Dazu müssen wir zu Beginn eine Frage klären:

Was ist eigentlich ein authentischer Text?

Eigentlich ist das ganz einfach: Ein authentischer Text ist einer, der zu der Person passt, die ihn schreibt oder veröffentlicht. Nichts Schleimiges, außer du bist eine Schnecke. Nichts Aalglattes, außer du bist ein Aal. Und natürlich auch nichts Knallhartes, außer du bist Chuck Norris himself. ;-)

Jede Persönlichkeit besteht aus vielen Facetten. Manche deiner Eigenschaften sind relevant für deine Selbstständigkeit, andere hingegen haben dort nichts zu suchen. Denn Authentizität bedeutet nicht, dass du dich komplett nackig machen musst. Und jede deiner Marotten und Eigenarten ungehemmt ausleben sollst. Denn ein authentischer Text ist einer, der deine geschäftlich relevanten Persönlichkeitsanteile widerspiegelt. Einer, der zu dir und deiner Personenmarke passt!

Blogparade: Endstation Texterstrich

8 Tipps, mit denen du nicht auf dem Texterstrich landest. Oder dich aus diesem Milieu befreien kannst.

Vorab: Dieser Beitrag ist im Rahmen einer Blogparade des Teams von Content Cure entstanden. Ich hab mich blitzverliebt in den provokanten Titel – auch wenn ich als Frau wieder mal nur mitgemeint bin. ;o) Inhaltlich habe ich hoffentlich auch einiges beizutragen nach 18 Jahren Selbstständigkeit als Texterin und Konzeptionerin. Los gehts!


Von kleinen Brötchen. Und Baguettes.

Die roten Laternen des Texterstrichs

Als ich mich im Frühjahr 2003 selbstständig gemacht habe, geschah das eigentlich aus der Not heraus: Ein Jahr vorher hatte ich meinen Job als festangestellte Texterin bei einer kleinen Frankfurter Werbeagentur verloren. Denn nach dem 11. September 2001 wurden viele Werbeetats eingefroren – zack, mein Job war weg. Danach habe ich einige Monate für eine große deutsche Bank gearbeitet. Eine Episode, die ich gerne verdränge, denn dieser Job war aus sehr vielen Gründen richtig schlimm. Aber in dieser Zeit habe ich mein finanzielles Polster für die ersten Monate als selbstständige Texterin und Konzeptionerin verdient.

Tollerweise konnte ich vom ersten Tag an von meiner Selbstständigkeit leben, und zwar ganz ohne Texterstrich. Damals habe ich erst selbst nicht daran geglaubt, doch die sprichwörtlichen kleinen Brötchen waren von Anfang an nicht zu klein! Und ich war endlich meine eigene Chefin, yeah! Meine Kundschaft kam zu dieser Zeit genau wie heute vor allem über Empfehlungen: von Kundinnen und Kunden, die mit meiner Arbeit zufrieden waren, und sogar aus dem Kreis meiner Freundinnen und Freunde. (TIPP 1: Bitte aktiv um Empfehlungen.)

Im Lauf der Jahre kamen dann die ersten großen Firmen und damit die Baguettes: So arbeitete ich zum Beispiel lange für die Automobil-Industrie und auch für die Energieversorgungs-Branche. Außerdem habe ich bei längerfristigen Verpflichtungen immer wieder meine Stundensätze nachverhandelt – und zwar genau dann, wenn wir wieder gemeinsam ein größeres Projekt abgeschlossen haben. (TIPP 2: Verhandele bei der Bestandskundschaft immer mal wieder nach.) So habe ich damals meinen Stundensatz von 60 Euro auf 75 Euro hochgeschraubt.

WERBUNG, ICH FIND DICH SCHEIßE!

… und viele weitere Selbsterkenntnisse.
#christasrant 5-21

Nun isses raus. Ich bin Texterin und Konzeptionerin, mache Werbung – und finde Werbung scheiße. “Wie geht das?”, fragst du dich sicher nun. Schließlich bin ich ja Teil dieser Werbemaschinerie von Berufs wegen. Doch ich kann diese ganze verlogene Glitzer-Blabla-Werbung und die Dumpingpreis-Angebote einfach nicht mehr ab.

Wer braucht wirklich das Kilo Industrie-Fleisch für 2,99 €, für das im lieblos zusammengeklöppelten Briefkastenflyer geworben wird? Die drölfzigste löchrige Jeans – natürlich zum Wegwerfen, weil man ja nie was zweimal anzieht? Oder das superdupertolle, total persönliche Online-Coaching, dass dich natürlich und garantiert zu deinen Zielen bringt? Das riesige Auto mit 650 PS, in dem du dich dann im gleichen Stau wie die Kleinwagenfahrenden total frei fühlen darfst? Den Urlaub irgendwo ganz weit weg, für den du das ganze Jahr sparst? Um dich stundenlang in eine fliegende Blechbüchse mit riesigem Abgasausstoß zu setzen? Mit dem Ziel, für ein paar Wochen dein eigentliches Leben zu vergessen? Wäääääääää, ich finde diese Art von Werbung wirklich richtig scheiße! Und das kann ich auch ziemlich umfassend begründen:

Höher-schneller-weiter-Werbung passt nicht mehr zu diesen Zeiten

Manager macht Werbung für noch mehr Wachstum

Hey, ich sag nur Pandemie. Oder Klimawandel. Wir alle MÜSSEN andere Brötchen backen, wenn wir diese Erde, die Flora und die Fauna und natürlich auch uns Menschen erhalten wollen. Ich schreibe bewusst “andere”, denn kleinere sind es eigentlich nicht, wenn wir genauer darüber nachdenken. Warum glauben so viele Menschen, dass eine dicke Karre toller und cooler macht? Oder dass wir mehrfach im Monat neue Klamotten und irgendwelchen Schischi shoppen müssen? Wer hat uns eigentlich gesagt, dass Urlaub in Thailand voll knorke ist, und die Radtour Richtung Ostsee nicht? Richtig, die blöde Werbung war das. Und wir sind drauf reingefallen!

Wir haben uns das alles jahrzehntelang erzählen lassen … warum auch immer. Wir glaub(t)en daran, dass immer mehr Wachstum immer mehr Wohlstand bringt. Obwohl wir direkt vor unserer Nase auch schon seit vielen Jahrzehnten die grässlichen Ergebnisse dieser Denkweise und der damit verbundenen rücksichtslosen Ausbeutung sehen.

Urlaub ist das, was wir draus machen – nicht die Werbung

Dabei ist Urlaub das, was wir draus machen – das hab ich in den letzten zwei Jahren gelernt. 2019 bin ich mit dem Rad am Rhein entlang bis nach Noord-Holland geradelt. Übernachtet habe ich meistens bei Freundinnen und Freunden oder auch bei Menschen, die ich mir – der Wildfremden – über Social Media ein Bett angeboten hatten. Ein kostengünstiger, wunderschöner, abwechslungsreicher Urlaub, der mir sehr viel Kraft gegeben hat. Denn als ich los radelte, glaubte ich ehrlich gesagt nicht daran, dass ich so weit radeln könnte. Um so toller und nachhaltiger war das Glücksgefühl, als ich nach einer Woche tatsächlich vor dem Ortsschild von Alkmaar stand, hach!

Und: Die finanzielle Investition für diesen Urlaub war winzig im Vergleich zu den Urlauben, die ich sonst gemacht habe. 2020 ist der Urlaub dann ausgefallen – aus Gründen. Nebeneffekt: Als gebürtige Frankfurterin musste erst Corona kommen, damit ich das Rhein-Main-Gebiet richtig gut kennenlerne! Das ist doch total bekloppt! Es gibt direkt vor meiner Haustür so viel Natur, wunderschöne Landschaften und herrliche Ausblicke. Okay, kein Meer. Aber ich hab ja gelernt, dass ich sogar bis ans Meer radeln kann … ;-) Was hält dich davon ab, die Gegenden vor deiner Haustür besser kennenzulernen? Das geht mit dem Rad genauso gut wie mit dem Kleinwagen. Und in Nicht-Pandemiezeiten ist der ÖPNV auch eine ziemlich coole Alternative.

Texte umschreiben oder neu schreiben: Was ist günstiger?

Text umschreiben kann richtig teuer werden

Ringring, mein Telefon meldet sich: “Hallo Christa, ich habe hier einen Text, der müsste einfach nur umgeschrieben werden! Kannst du das machen? Einen Text umschreiben ist doch bestimmt auch viel billiger als einen Text neu schreiben, gelle!” Meine kurze Antwort auf diese Anfrage lautet: “Ja, ich kann das machen. Und nein, einen Text umzuschreiben, ist nicht unbedingt günstiger als ein niegelnagelneuer Text!”

Okay, jetzt bist du bestimmt neugierig geworden, wie ich diese Antwort begründe. Und schon gehts los:

Fünf Gründe, warum ein Text nicht umgeschrieben werden sollte:

1. Das Briefing fehlt.

Frau hält einen Vortrag

Ja, auch für einen eigentlich fertigen Text brauchen wir Werbetexterinnen und Werbetexter ein Briefing: Für wen hast du diesen Text geschrieben? Welchen Zweck erfüllt er? Welche Informationen soll er vermitteln? Und wer bist du eigentlich selbst? Wenn du wissen willst, was alles in ein solches Briefing gehört, findest du viele Infos in diesem Blogbeitrag: Inhalte, Sprache, Zielgruppen und viel mehr: So klappt’s mit dem Text-Briefing.

Aufbau Werbetext

Werbetexte schreiben: Du, ich hab da mal ein Problem. Oder doch einen Brotkasten?

Manche Menschen betrachten Werbetexte für Websites als reines Futter für Algorithmen. Und Leute, die Werbetext schreiben, als mies bezahlte Erfüllungsgehilfen und Centsklavinnen. Wenn du auch dazu gehörst, kannst du hier schon aufhören zu lesen, mach’s gut ;-) Denn in diesem Blogbeitrag geht es um den Aufbau eines wertvollen Werbetextes für eine Website. Eines Werbetextes, der nicht nur den Suchmaschinen schmeckt, sondern auch den Leserinnen und Lesern. Um wertvollen Content, der dich und dein Angebot präsentiert. Und die Menschen zum Beispiel dazu bringt, dich anzurufen. Oder dein Produkt zu kaufen. Ein Text also, der die Kasse klingeln lässt.

Das gute Briefing: Die Grundlage für alle gut aufgebauten Werbetexte.

Laptop für den Aufbau eines Werbetextes

Wenn du einen solchen Werbetext schreiben möchtest, solltest du als Erstes ein Briefing erstellen. Und zwar ganz gleich, ob du den Text selbst schreiben willst oder einen Profi beauftragen möchtest. Dazu kannst du zum Beispiel über diese Punkte nachdenken:

  • Ziele – was soll dein Text erreichen?
  • Zielgruppen – wer soll deinen Text lesen und darauf reagieren?
  • Problem – welches Problem haben deine Zielgruppen?
  • Angebot – wie löst du das Problem deiner Zielgruppen?
  • Inhalte – welche Inhalte hast du bereits? Welche fehlen noch?
  • Sprache – wie möchten deine Zielgruppen angesprochen werden? Wie sprichst du selbst?

Im Blogbeitrag “Inhalte, Sprache, Zielgruppen und viel mehr: So klappt’s mit dem Text-Briefing.” findest du noch viel mehr Details, was alles in ein gutes Text-Briefing gehört.

ACHTUNG: Ein Briefing zu schreiben dauert manchmal länger, als den dazugehörigen Text zu schreiben ;-) Wundere dich also bitte nicht, wenn du hier schon so richtig ins Grübeln kommst.

Aufbau Werbetext: So könntest du vorgehen.

Huch, wieso schreibt die Goede nun im Konjunktiv? Weil ich in meinem Arbeitsalltag bemerke, dass die klassischen Strategien immer weiter aufgeweicht werden. Schema F ist nicht mehr! “Das haben wir schon immer so gemacht!” ist total egal! Und ich bin sehr, sehr froh darüber. Denn auch beim Aufbau eines Werbetextes kannst du immer individueller vorgehen und persönliche Akzente setzen. Allerdings solltest du dabei schon noch auf ein paar Punkte achten:

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