Social Media-Guideline

von am 23. Mai 2013 in Know-how, Social Media | 2 Kommentare

Social Media-Guideline – was gehört rein? Was nicht?

Sie sind als Unternehmen in den sozialen Netzwerken aktiv? Und haben mehrere Mitarbeiter? Aber keine Social Media-Guideline? Warum nicht? Weil Ihr Mitarbeiter alle toll und zuverlässig sind? Weil Ihre Mitarbeiter gar nicht in Social Media unterwegs sind? Oder weil Sie schlicht und ergreifend nicht daran gedacht haben, dass Aktivitäten in Social Media rechtliche Konsequenzen haben können? Auch für Sie als Unternehmer?

KofferPuh, so viele Fragen auf einmal. Aber diese Fragen sind wichtig: Denn mit den Social Media-Guidelines packen Sie einen Koffer, mit dessen Inhalten sich Ihre Mitarbeiter sicher in den sozialen Netzwerken bewegen können. Ihre Angestellten können (und werden!) verschiedene Funktionen in den sozialen Netzwerken einnehmen:

Mitarbeiter als Markenbotschafter

Zufriedene Mitarbeiter sind die besten Markenbotschafter, die Sie haben können: Diese Menschen haben Know-how, wissen wie die Prozesse im Unternehmen laufen. Und mit ihrer Dienstleisterdenke helfen Sie und stehen den Kunden beratend zur Seite. „Und wovon träumt die Goede nachts?“, denken Sie jetzt eventuell. Macht aber nichts: Ich bin der festen Überzeugung, dass die Zufriedenheit der Mitarbeiter in den nächsten Jahren in den Mittelpunkt der Bestrebungen vieler Unternehmen rücken wird – Fachkräftemangel und eine immer älter werdende Bevölkerung werden dafür sorgen, dass immer mehr Unternehmen Ihre Mitarbeiter als wertvollstes Kapital sehen. Vertrauen in die Mitarbeiter gehört unbedingt dazu – genau wie Lob, Anerkennung und flexible Arbeitszeiten. Wenn das alles klappt, klappt’s auch mit den Markenbotschaftern. Ganz bestimmt ;o))

Mitarbeiter als Privatpersonen

Sie sind als Unternehmen nicht auf Social Media aktiv? Schade! Aber Social Media-Guidelines brauchen Sie trotzdem. Denn Ihre Mitarbeiter sind garantiert auf den verschiedenen Plattformen unterwegs. Auch hier sollten Sie Regeln vorgeben, die Ihr Unternehmen – aber auch Ihre Mitarbeiter – schützen. Sie können zum Beispiel erklären, wie man mit urheberrechtlich geschütztem Material umgeht. Oder festlegen, dass Mitarbeiter darauf achten sollen, ob Sie gerade privat posten oder ob das Posting im Zusammenhang mit dem Unternehmen gesehen werden könnte. Denn leicht wird ein Mitarbeiter in einer Diskussion (auch ungewollt) zum Sprachrohr eines Unternehmens. Vor allem dann, wenn das Unternehmens selbst nicht in den sozialen Netzwerken aktiv ist.

Was gehört rein in eine Social Media-Guideline?

Klären Sie Ihre Mitarbeiter mit der Social Media-Guideline offen darüber auf, welche Ziele und welche Strategien Sie in den sozialen Netzwerken verfolgen: Wer ist Ihre Zielgruppe? Welche Inhalte werden in Zukunft über welchen Kanal kommuniziert? Wer ist verantwortlich? Wer ist der Ansprechpartner innerhalb des Unternehmens? Wer hilft im Fall der Fälle?

Wichtig ist auch die rechtliche Seite: Dürfen Ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit surfen? Wenn ja, wie lange? Welche Fotos dürfen gepostet werden und welche nicht? Wissen alle genau Bescheid, wie man richtig zitiert? Wie steht es mit dem Datenschutz? Vielleicht können Sie auch eine Schulung anbieten: Welche Privatsphäre-Einstellungen gibt es auf Facebook? Wie füllt man ein Xing-Profil richtig aus? 140 Zeichen auf Twitter – wie kürzt man Inhalte sinnvoll?

Eigentlich sollte es überflüssig sein, den respektvollen, toleranten und höflichen Umgang miteinander zu erwähnen. Doch die Realität in den sozialen Netzwerken zeigt manchmal anderes: Da wird beleidigt, verleumdet, gelogen, was das Zeug hält. Oft ist es so, dass sich diese „unfreundlichen“ Personen hinter gefälschten Namen verstecken. Doch um 10 Ecken kann eine solche Scheinidentität auffliegen: Sie waren auf dem selben Fußballspiel, haben viele gleiche Freunde, fahren ein ähnliches Auto oder kommentieren die gleichen Fanpages wie der Störenfried. Und schon haben Sie den eigentlich netten Kollegen aus der Buchhaltung enttarnt … ;o))

Die Tonalität Ihrer Social Media-Guideline sollte zu den Werten Ihres Unternehmens passen: Wenn Sie sich im Alltag duzen, duzen Sie auch in den Guidelines. Beziehen Sie sich in der Einleitung der Guidelines direkt auf Ihre Leitlinien. So zeigen Sie, dass Ihre Unternehmenskultur auch in Social Media Ihren Platz hat und überall gelebt wird.

Und was gehört nicht rein?

VerbotenschildGängelungen, Verbote oder Bevormundungen aller Art haben in Social Media-Guidelines nichts zu suchen. Ihre Mitarbeiter sind selbstständig denkende Erwachsene, die für sich selbst entscheiden – gerade, wenn es um das Privatleben geht. Deswegen sollten Sie Ihre Social Media-Guidelines als Leitplanken formulieren, die den Mitarbeitern nützliche Hilfen bieten beim täglichen Surfen in den verschiedenen Kanälen.

Wichtig: Social Media ist mehr als Facebook

Viele Menschen glauben leider immer noch, dass Social Media ausschließlich beim blauen Riesen Facebook stattfindet. Doch überall dort, wo Dialog und Austausch stattfinden und User Inhalte generieren, ist Social Media. Das heißt, auch Blogs, Wikis, Berufs-Netzwerke, Videoplattformen, Bewertungsportale oder Foren sind Teil der großen weiten Social Media-Welt. Als Arbeitgeber sollten Sie zum Beispiel regelmäßig einen Blick in die Bewertungsplattform Kununu* werfen und im Auge behalten, was dort über Sie geschrieben wird.

Setzen Sie also Ihre Social Media-Guidelines so offen auf, dass ALLE Plattformen inbegriffen sind. Kommunizieren Sie offen, welche Ziele Sie verfolgen. Beziehen Sie Ihre Guidelines direkt auf Ihr Unternehmen und ersparen Sie Ihren Mitarbeitern inhaltslose Floskeln. Stellen Sie die Guidelines an einem Ort zur Verfügung, auf den alle Mitarbeiter ganz einfach zugreifen können – am besten sogar öffentlich im Internet. Und wenn Sie dann noch auf die Netiquette verweisen, reisen Sie als Unternehmen gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern sicher in die manchmal etwas raue und launische Social Media-Welt!

*Anmerkung 29.5.2013: Schreibweise der Plattform von Kunudu auf Kununu korrigiert – danke für die Korrektur, Martin Reti ;o))
 Bildquellenangabe: Pixabay

2 Kommentare to “Social Media-Guideline”

  1. Danke für den Text. Ich bin auch überzeugt, dass Mitarbeiter als Markenbotschafter in nächster Zeit deutlich an Bedeutung gewinnen werden. Social Media Guidelines können dabei durchaus eine Hilfe sein.
    Der Gedanke, dass Mitarbeiter Unternehmen vertreten, falls diese nicht in Social Media sind, hat auf jeden Fall was für sich. Aber das wird nur mit sehr motivierten und engagierten Mitarbeitern funktionieren.

    Kleine Anmerkung: Die Plattform heißt kununu.

    Beste Grüße
    Martin Reti

    • Danke für den Kommentar ;o)) Ja, motivierte Mitarbeiter sind das A und O. Da muss sich noch viel ändern in den Unternehmen … aber ich bin der festen Überzeugung, dass diese Probleme in den nächsten Monaten und Jahren angegangen werden in den Firmen. Denn wir steuern auf einen eklatanten Fachkräftemangel zu. Da wird ein Soft Skill wie „Stimmung im Unternehmen“ zu einem wichtigen Kriterium bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz ;o))

      Und natürlich danke für die Korrektur! Ich habe es gleich geändert.

      Liebe Grüße aus dem verregneten Frankfurt,
      Christa

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