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	<title>ZEIT Archives - Christa Goede</title>
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	<title>ZEIT Archives - Christa Goede</title>
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		<title>Schnell Fragen beantworten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christa]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Apr 2020 07:25:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>#ChristasRant 4-20: &#8222;Kannst du mal bitte schnell &#8230;?&#8220; Vorab: Nein. Ich kann nicht mal eben schnell. Na gut, es gibt Einschränkungen: Bei Fragen wie &#8222;Kannst du mal bitte eben schnell das Feuer löschen, das vor der Haustür lodert?&#8220; kann ich natürlich mal eben schnell! Aber wenn es um meinen Beruf geht, kann ich in fast [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>#ChristasRant 4-20: <em>&#8222;Kannst du mal bitte schnell &#8230;?&#8220;</em></h2>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-15338" src="https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2020/02/Mann-mit-Megaphon.jpg" alt="Mann mit Megafon möchte schnell eine Frage beantwortet haben" width="400" height="229" srcset="https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2020/02/Mann-mit-Megaphon.jpg 550w, https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2020/02/Mann-mit-Megaphon-300x172.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /><br />
Vorab: Nein. Ich kann nicht mal eben schnell. Na gut, es gibt Einschränkungen: Bei Fragen wie <em>&#8222;Kannst du mal bitte eben schnell das Feuer löschen, das vor der Haustür lodert?&#8220;</em> kann ich natürlich mal eben schnell! Aber wenn es um meinen Beruf geht, kann ich in fast 100 % aller Fälle nicht mal eben schnell. Und dafür gibt es gute Gründe:</p>
<h3>1. Ich bin Texterin und Konzeptionerin, keine Hexe.</h3>
<p>Mein Beruf besteht aus ziemlich viel <a href="https://www.christagoede.de/so-entsteht-ein-werbetext/">Hirnschmalz und unterschiedlichen Arbeitsphasen</a>. Ich muss mich in ganz verschiedene Themen rein denken, in verschiedene Zielgruppen und natürlich auch in meine ganz unterschiedlichen Kundinnen und Auftraggeber. Dazu kommt, dass ich mehrfach am Tag zwischen verschiedenen Themen switche. Einer meiner typischen Arbeitstage sieht so aus: Vormittags texte ich für die Website einer<span id="more-15332"></span> Brautkleider-Manufaktur, mittags arbeite ich an einem Blogbeitrag über Fenster und nachmittags denke ich über ein Social Media-Konzept für eine Unternehmensberatung nach. Da ist kein Platz für den 5-Minuten-Quickie, in dem ich mal eben fix eine ganz dringende Frage beantworte. Oder schnell einen ganz kleinen Text überarbeite. Denn ich muss mich dafür erst wieder neu in das jeweilige Thema rein denken &#8211; und das geht nicht in wenigen Minuten.</p>
<h3>2. Schnell ist nicht automatisch gut.</h3>
<p><img decoding="async" class="alignright wp-image-15339" src="https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2020/02/Tacho.jpg" alt="Ein Tacho zeigt hohe Geschwindigkeit" width="250" height="250" srcset="https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2020/02/Tacho.jpg 350w, https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2020/02/Tacho-300x300.jpg 300w, https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2020/02/Tacho-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 250px) 100vw, 250px" />Gerade, wenn eine Antwort viel Hirnschmalz erfordert – und das ist meistens so in meinem Job –, ist eine schnelle Antwort nicht automatisch eine gute Antwort. Und ich möchte gute Antworten geben. Also lege ich alles zur Seite, an dem ich gerade gearbeitet habe, und versuche, mich ganz schnell in das neue Thema einzudenken. Manchmal klappt das, klar. Aber eben nicht immer. Dazu kommt noch, dass mein Themenspektrum sehr breit ist und damit auch die Wortwelten, in denen ich mich bewege. Denn ein Unternehmen für Abwasserreinigung braucht eine andere Sprache als ein Blumenladen. Wenn ich also gerade tief in der Abwasserreinigung stecke (igitt, das möchte ich mir gar nicht bildlich vorstellen ;o)), dann kann ich nicht schnell mal eben die Frage zum Blumenladen beantworten! Wenn ich das versuchen würde, käme vielleicht so ein Satz heraus: <em>&#8222;Um einen attraktiven Blumenstrauß zu binden, sollten Sie die Zusammenstellung der einzelnen Blumen und Designelemente detailreich planen.&#8220; </em> Oder andersrum: <em>&#8222;Wow, was für ein Duft! Schon, wenn du die Tür zu unserem Abwasserladen öffnest, fühlst du dich wie im Paradies.&#8220;</em> Das möchte doch niemand ernsthaft, oder?</p>
<h3>3. &#8222;Mal eben schnell&#8220; ist nicht sonderlich wertschätzend.</h3>
<p>Meine Arbeit ist eine, die hohe Qualifikationen und ganz viel Wissen voraussetzt. Ja, mit den Jahren und der zunehmenden Erfahrung werden wir alle schneller – aber nie so schnell, dass wir &#8222;mal eben schnell&#8220; eine Frage beantworten können. Und dann gleich das nächste Thema: Wie sollen wir Texterinnen und Texter solche Blitzfragen berechnen? Die Beantwortung einer solchen Frage dauert vielleicht 15 Minuten. Doch sie reißt uns komplett raus aus der Arbeit, die wir eigentlich gerade gemacht haben. Das bedeutet, wir brauchen Zeit, bis wir uns wieder in das aktuelle Thema eingegroovt haben. Wer bezahlt uns das? Denn neben einem Danke schön ist auch Geld Teil der individuellen Wertschätzung, die der Antwort auf eine Frage entgegengebracht wird.</p>
<h3>Eine Lösung: die gute alte E-Mail ;o)</h3>
<p><img decoding="async" class="alignright wp-image-15343" src="https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2020/02/Symbolbild-E-Mail.jpg" alt="Symbolbild E-Mail" width="250" height="131" srcset="https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2020/02/Symbolbild-E-Mail.jpg 350w, https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2020/02/Symbolbild-E-Mail-300x157.jpg 300w" sizes="(max-width: 250px) 100vw, 250px" />Mein Vorschlag: Wenn du eine &#8222;kannst du mal eben schnell&#8220;-Bitte hast, schreibe bitte eine E-Mail. Denn dann hat der Mensch, der deine E-Mail empfängt, die Chance, selbst zu entscheiden, wann die Zeit für die Antwort auf deine Frage gekommen ist. Ich schaue zum Beispiel mindestens ein mal pro Stunde in meine Mailbox, denn ich bekomme über den Tag viele Fragen, neuen Input oder neue Ideen zugeschickt. Eine Frage, die ich tatsächlich schnell beantworten kann, werde ich dann auch schnell beantworten. Und wenn ich es nicht kann, werde ich trotzdem antworten. Ich schreibe dann, bis wann ich eine Antwort geben kann. Manchmal mache ich auch einen Vorschlag, wer vielleicht schnell aushelfen kann, wenn ich selbst keine Zeit habe.</p>
<p>Und wenn deine Frage wirklich richtig und absolut dringend ist, weil sonst zum Beispiel die Welt untergeht oder das Universum explodiert, dann nimm natürlich das Telefon in die Hand. Ich werde mir sofort meinen Superheldinnen-Umhang umwerfen und mein Bestes geben ;o)</p>
<div class="cg-box"><div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-6715 size-thumbnail" src="https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2014/06/Xing.jpg" alt="Christa Goede" width="180" height="180" srcset="https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2014/06/Xing.jpg 190w,   https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2014/06/Xing.jpg 180w" sizes="auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px"></div><div><p>Du suchst Texte, Websites und Workshops ohne Werbe-Blabla? Prima, du hast mich gefunden! Gemeinsam mit dir entwickele ich deinen authentischen Markenauftritt, der zu deinem Unternehmen und deinen Zielgruppen passt.<br>Du möchtest lieber viel selbst machen? Nutze meine Workshops als Rampe zum Durchstarten.</p>
	<p class="cg-contact"><span class="dashicons dashicons-smartphone"></span>&nbsp;<a href="tel:+4916094441934">+49 (0)160 9444 1934</a></p>
	<p class="cg-contact"><span class="dashicons dashicons-email"></span>&nbsp;<a href="mailto:mail@christagoede.de">mail@christagoede.de</a></p></div></div>
<pre>Bildquellenangabe: <a href="https://pixabay.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a></pre>
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		<title>Die Social Media-Hölle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christa]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Feb 2017 07:40:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Know-how]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Provokation, fehlende&#160;Moderation und schmutziges&#160;Facebook-Gold. Als Social Media-Managerin und Texterin bin ich jeden Tag viele Stunden auf Facebook&#160;unterwegs &#8211; schließlich ist es Teil meines Jobs, Websites und die dazugehörigen Social-Media-Kanäle zu pflegen. Darüber hinaus bin ich als Diplom-Politologin am täglichen Weltgeschehen interessiert: Ich lese globale Newsportale genau wie die Onlineauftritte diverser deutscher Zeitungen und Zeitschriften. Wenn [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Provokation, fehlende&nbsp;Moderation und schmutziges&nbsp;Facebook-Gold.</h2>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-11388" src="https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2017/02/Monster-aus-der-Social-Media-H%C3%B6lle-430x225.jpg" alt="Monster aus der Social Media Hölle" width="430" height="225">Als Social Media-Managerin und Texterin bin ich jeden Tag viele Stunden auf Facebook&nbsp;unterwegs &#8211; schließlich ist es Teil meines Jobs, Websites und die dazugehörigen Social-Media-Kanäle zu pflegen. Darüber hinaus bin ich als Diplom-Politologin am täglichen Weltgeschehen interessiert: Ich lese globale Newsportale genau wie die Onlineauftritte diverser deutscher Zeitungen und Zeitschriften. Wenn ich ganz mutig bin, lese ich manchmal sogar die Kommentare &#8211; auf Facebook genau so wie auf den Websites. Und Mut brauche ich sehr viel dafür, denn was mir da an geballtem Hass und &#8211; Entschuldigung &#8211; gequirlter Scheiße entgegen sprudelt, macht mich manchmal sprachlos.</p>
<p>Meiner Meinung nach sollte jede Fanpage sorgfältig von Spezialisten gepflegt und moderiert werden &#8211; Fachleuten, die wissen, wie Worte wirken können und die ihr Möglichstes tun, um für ein friedliches und respektvolles Miteinander der Leser und Kommentatoren zu sorgen. Auf vielen Fanpages&nbsp;klappt das auch sehr gut: So gibt es einige professionell&nbsp;gepflegte&nbsp;Kanäle &#8211; zum Beispiel die Facebook-Auftritte der <a href="https://www.facebook.com/ihre.sz/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener">Süddeutschen Zeitung</a>, <a href="https://www.facebook.com/diezeit/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener">der ZEIT</a> und sogar der Springer-Publikation <a href="https://www.facebook.com/welt/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener">WELT</a>. Hier wird tatsächlich moderiert, die Betreuer der Seiten diskutieren selbst aktiv mit und schreiten ein, indem sie zum Beispiel Streit schlichten, auf die Netiquette verweisen und im Notfall auch mal jemanden blockieren. So weit, so wunderbar!</p>
<h3>Die Social Media-Hölle.</h3>
<p>Und dann gibt es leider auch noch die zweite Sorte Kanäle: Dort arbeiten Social-Media-Manager, die ihren Höllen-Job vermutlich ebenfalls sehr ernst nehmen. Doch leider haben diese speziellen Kanäle eine andere Intention und gehören meiner Meinung nach zur Social Media-Hölle &#8211; ich picke für diesen Blogbeitrag mal einen raus. Beim <a href="https://www.facebook.com/FOCUS-Online-Politik-492723560754814/" target="_blank" rel="noopener">Facebook-Auftritt von Focus Online Politik</a>&nbsp;gewinnt der mutige Kommentarleser bereits nach ganz kurzer Zeit den Eindruck, als wäre dieser Kanal praktisch vollkommen unmoderiert, denn dort wird ohne Hemmungen gehasst, gedisst und gedroht &#8211; doch das alles dürfte laut&nbsp;eigener&nbsp;<a href="https://www.facebook.com/pg/FOCUS-Online-Politik-492723560754814/about/?ref=page_internal" target="_blank" rel="noopener">Netiquette</a>&nbsp;gar nicht geschehen!</p>
<p>Hierfür gibt es zwei mögliche Erklärungsansätze:<span id="more-11355"></span></p>
<ul>
<li>In der Social-Media-Redaktion von Focus arbeiten viel zu wenige Menschen, die brutal überfordert sind mit der Pflege der vielen Kanäle dieser Zeitschrift. Hier werden die Inhalte einfach nur gepostet, eine anschließende Betreuung&nbsp;ist nicht möglich.</li>
<li>Das&nbsp;Leitmotiv dieser Redaktion lautet&nbsp;<em>&#8222;Viel hilft viel!&#8220;</em>: Viele <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Clickbaiting" target="_blank" rel="noopener">Clickbaiting-Überschriften </a>mit provozierender Tonalität sorgen für viele Kommentare&nbsp;-&gt; viele Kommentare sorgen für viel Reichweite -&gt; viel Reichweite sorgt für viel Klingeling in der Kasse.</li>
</ul>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-9106" src="https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2015/10/Motivator.jpg" alt="Ein Kessel voller Geld" width="350" height="377" srcset="https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2015/10/Motivator.jpg 350w, https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2015/10/Motivator-279x300.jpg 279w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" />Da die journalistische Qualität der Beiträge des Focus nicht <a href="http://www.bildblog.de/59749/bullshit-im-sekundentakt/" target="_blank" rel="noopener">erst seit gestern </a>zu wünschen übrig lässt, liegt&nbsp;Version B sehr nahe: Hier werden umstrittene Themen mit Berechnung so aufbereitet, dass sie möglichst umfassend polarisieren und die Emotionen hochkochen lassen. Die Kommentarstränge werden dann absichtlich&nbsp;nicht moderiert. Vielleicht denken die Verantwortlichen folgendes:&nbsp;&#8222;<em>Sollen sich die Leute doch verbal die Köpfe einschlagen, jeder Kommentar ein Treffer! Diese Interaktionsrate ist ein echter Knaller! Yeah, was haben wir heute wieder Kohle gemacht, prima. Schampus für alle!&#8220; F</em>alls sich doch noch so etwas wie ein Gewissen in der Chefetage&nbsp;regt, könnte die Gedankenkette munter weiter gehen: &#8222;<em>Ach, da wurden wieder Leute mit dem Tod bedroht? Der Holocaust geleugnet? Frauen gleich mehrfach Vergewaltigungen gewünscht? Uns doch egal, sollen die Betroffenen das doch an Facebook melden. Die sind schließlich Betreiber der Plattform, also sollen die sich auch kümmern!&#8220;</em></p>
<h3>Jede Interaktion erhöht die Reichweite. Auch ungewollt.</h3>
<p>Ende 2016 kam die tolle Facebook-Initiative <a href="https://www.facebook.com/groups/718574178311688/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener">#ichbinhier</a>*&nbsp;ins Spiel &#8211; eine Gruppe engagierter Menschen, die sich auf den Fanpages großer Magazine und Zeitschriften dem Hatespeech mit Sachargumenten entgegen stellen. Eine wirklich großartige Idee! Doch die Chefetage von Focus könnte wieder die Korken knallen gelassen haben: &#8222;<em>Nun&nbsp;gibt&#8217;s da ja noch diese neue Initiative &#8211; die mischen sich ein und halten Gegenreden zum Hass! Super, noch mehr Interaktion durch die Counterspeecher! Und wir müssen nun wirklich gar nix mehr tun, nur noch kassieren &#8211; die machen die Arbeit schon für uns!&#8220;&nbsp;</em>Denn&nbsp;von der aktiven Gegenrede profitieren natürlich auch Höllen-Redaktionen, schließlich steigt mit jeder Interaktion die Reichweite des Postings. Im Resultat bedeutet das: Je mehr Leute in den Kommentarsträngen schreiben, um so mehr Menschen bekommen das Ursprungsposting auf Facebook zu sehen.</p>
<p>Social Media-Redaktionen großer Massenmedien, die in diesem &#8222;Stil&#8220; arbeiten, handeln aber meiner Meinung nach aus noch mehr Gründen unverantwortlich:</p>
<ol>
<li><strong>Sie kommen ihrem gesellschaftlichen Auftrag nicht nach.</strong><br />
Massenmedien haben immer auch eine <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Funktionen_der_Massenmedien" target="_blank" rel="noopener">soziale Funktion</a>: Sie sind Teil unserer Sozialisierung, da sie im Idealfall Hintergrundwissen und Orientierung bieten. Außerdem wirken sie integrativ, denn sie sollten in unserer vielfältigen Gesellschaft allgemein anerkannte Verhaltensweisen und Normen vermitteln.</li>
<li><strong>Sie halten den Pressekodex nicht ein.</strong><br />
Im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pressekodex" target="_blank" rel="noopener">Pressekodex </a>werden journalistisch-ethische Grundregeln gesammelt, zum Beispiel zu den Themen Sorgfalt, Wahrhaftigkeit,&nbsp;Diskriminierung oder Berichterstattung über Straftaten. Verleger und Journalisten haben diesen Grundsätzen durch Ihre Verbände zugestimmt.</li>
<li><strong>Sie verdienen mit widerwärtigen&nbsp;Methoden Geld.</strong><br />
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Clickbaiting" target="_blank" rel="noopener">Clickbaiting</a> mit Überschriften, die mit dem Inhalt eines Artikels nichts zu tun haben, diesen übermäßig skandalisieren oder&nbsp;missverständlich sind, sollten in allen seriös arbeitenden Redaktionen tabu sein. Da es offensichtlich nicht so ist, muss&nbsp;<a href="http://meedia.de/2016/08/05/bad-news-fuer-heftig-co-facebook-schraubt-wieder-am-newsfeed-und-will-clickbaiting-noch-staerker-unterbinden/" target="_blank" rel="noopener">Facebook in Sachen Algorithmus</a>&nbsp;dringend nacharbeiten!</li>
</ol>
<p>Nun könnte man natürlich argumentieren, dass die Leser selbst schuld sind, wenn sie auf derartigen Mist wie den oben beschriebenen hereinfallen, klar. Aber mal Hand aufs Herz: Wie oft haben sogar wir, die wir in Social Media arbeiten, schon gefälschte Nachrichten&nbsp;oder astreine Propaganda geteilt? Mir ist das auch schon passiert, obwohl ich mir wirklich Mühe gebe, alles genau zu lesen und im <a href="https://www.christagoede.de/internet-recherche/" target="_blank" rel="noopener">Zweifelsfall auch den&nbsp;Wahrheitsgehalt einer Meldung&nbsp;zu überprüfen</a>. Ich habe für <a href="https://www.christagoede.de/krisenkommunikation-mal-ganz-anders/" target="_blank" rel="noopener">mich persönlich sogar Regeln entwickelt</a>, wie ich in Social Media handeln möchte &#8211; und trotzdem bin ich schon übler Propaganda aufgesessen. Wie sollen das dann Leute hinkriegen, die nicht so viel Erfahrung im Web haben? Leute, die tatsächlich glauben, dass alles, was auf Facebook veröffentlicht wird, auch &#8222;wahr&#8220; ist? Frauen und Männer, die nicht verstehen, dass ihr Verhalten von Facebook permanent ausgewertet wird und ihnen dort nach ganz kurzer Zeit nur noch Inhalte zugespielt werden, die sie am meisten triggern und so zu Interaktionen verleiten? Menschen, die nicht wissen, dass eine solche Höllen-Redaktion&nbsp;alle Möglichkeiten des Geldverdienens nutzt &#8211; ohne Rücksicht auf Verluste? Die in diesen schnelllebigen Zeiten nur noch Zeit für eine Überschrift haben und Artikel ungelesen teilen?</p>
<h3>Pragmatische Lösungen müssen her. Und zwar schnell.</h3>
<p>&#8222;Dieses&#8220; Internet gibt es nun seit mehr als einem Vierteljahrhundert. So richtig klappt das aber bis heute nicht mit der Wissensvermittlung rund um dieses mächtige Tool. Deswegen brauchen wir meiner Meinung nach:</p>
<p><strong>Mehr Medienbildung für Lehrer und Lehrerinnen:&nbsp;</strong><br />
Wenn ich mich mit meinen Nichten und Neffen oder den Kindern meiner Freunde darüber unterhalte, was sie in der Schule über das Internet lernen, wird mir angst und bange: Da warnen Lehrer die Kids zwar vor Kinderschändern und Propaganda, vermitteln ihnen aber nicht konsequent das Wissen und Handwerkszeug, mit dessen Hilfe die Kinder und Jugendlichen derartige Gruseligkeiten erkennen und sich wehren könnten.</p>
<p><strong>Mehr Medienbildung für alle:&nbsp;</strong><br />
Selbst die meisten Erwachsenen sind meiner Meinung nach mit den schier unendlichen Möglichkeiten des Internets überfordert. Es gibt kaum Kurse, in denen man den Umgang mit diesem digitalen Weltwissen lernen, Recherche-Methoden üben oder testen kann, wie man sich gegen Hater und Disser wehrt. &nbsp;Doch das Schlimmste ist: Es gibt auch keine öffentlich sichtbare Diskussion darüber, dass wir hier ein riesiges Problem haben!</p>
<p><strong>Mehr soziale Bildung für alle:&nbsp;</strong><br />
Ich wünsche mir, dass wir im Zuge des derzeitig stark wachsenden Engagements gegen Hatespeech, Lügen und Propaganda auch anfangen, darüber zu diskutieren, WIE wir alle miteinander umgehen wollen. Wertschätzend und produktiv? Wollen wir einander ernst nehmen und wirklich miteinander sprechen? Oder machen wir einfach weiter wie bisher mit viel Ignoranz und Geringschätzung &#8211; im Kleinen auf Facebook und im Großen in der Politik?</p>
<p>Das sind bestimmt nicht alle Punkte, an denen unsere gesamte Gesellschaft Nachholbedarf hat &#8211; es gibt ganz bestimmt ganz viel mehr. Doch ich bin ja chronische Optimistin&nbsp;und sehe immer die Chancen hinter einem Problem 😉 Lasst uns weiter darüber nachdenken, was wir tun können. Und natürlich aktiv weiterarbeiten an den Dingen, die jetzt schon laufen. Um dieses Internet zu schützen, das auch so viel Großartiges zu bieten hat.</p>
<p>Für eine aufgeklärte Welt, die ohne Hass und Lügen auskommt.</p>
<p>Für produktive Diskussionen, die ohne Beschimpfungen und Drohungen funktionieren.</p>
<p>Danke.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">* Heute, am 19. Februar 2017, habe ich die Gruppe #ichbinhier verlassen. Ich finde die Idee nach wie vor gut, aber die Art der Umsetzung widerspricht meinen Vorstellungen von einem fairen, transparenten und konstruktiven Engagement.</span></p>
<hr>
<p>&nbsp;</p>
<pre>Bildquellenangabe:&nbsp;<a href="http://www.pixabay.com" target="_blank" rel="noopener">pixabay</a></pre>
<div class="cg-box"><div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-6715 size-thumbnail" src="https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2014/06/Xing.jpg" alt="Christa Goede" width="180" height="180" srcset="https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2014/06/Xing.jpg 190w,   https://www.christagoede.de/wp-content/uploads/2014/06/Xing.jpg 180w" sizes="auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px"></div><div><p>Du suchst Texte, Websites und Workshops ohne Werbe-Blabla? Prima, du hast mich gefunden! Gemeinsam mit dir entwickele ich deinen authentischen Markenauftritt, der zu deinem Unternehmen und deinen Zielgruppen passt.<br>Du möchtest lieber viel selbst machen? Nutze meine Workshops als Rampe zum Durchstarten.</p>
	<p class="cg-contact"><span class="dashicons dashicons-smartphone"></span>&nbsp;<a href="tel:+4916094441934">+49 (0)160 9444 1934</a></p>
	<p class="cg-contact"><span class="dashicons dashicons-email"></span>&nbsp;<a href="mailto:mail@christagoede.de">mail@christagoede.de</a></p></div></div>
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