Leidenschaft im Job – wichtig für den Erfolg?

von am 25. September 2015 in Authentizität, Know-how | 8 Kommentare

Leidenschaft und Herzblut – ein authentischer Arbeitsstil mit Ecken und Kanten

Beautiful thingsHeute starte ich eine Reihe, in der ich in unregelmäßigen Abständen Themen näher beleuchten werde, die meiner Meinung nach für den Erfolg eines Unternehmens wichtig sind. Den Anfang macht die Leidenschaft: Diese, in meiner Weltsicht mit Leidenschaft verbundenen positiven Emotionen wie Liebe oder Kraft sind echte Erfolgsfaktoren. Sie treiben uns an, helfen uns dabei, echte Herausforderungen zu überwinden und lassen uns jeden Tag freudig zur Arbeit gehen. Kurz: Sie lässt uns authentisch sein und zeigt uns, wer wir sind. Aber hui … schon alleine die Wikipedia-Definition bietet eine Menge Gedankenfutter:

Leidenschaft (gesteigert, aber als Begriff abkommend: Inbrunst) ist eine das Gemüt völlig ergreifende Emotion. Sie umfasst Formen der Liebe und des Hasses, wird aber auch für religiösen, moralischen oder politischen Enthusiasmus benutzt und beschreibt die intensive Verfolgung von Zielen von beispielsweise Kunstliebhabern, Sammlern oder von Tierfreunden. Im ursprünglichen Sinn schwingt der Beilaut von etwas Zerstörerischem oder Leiden Schaffendem mit. Im heutigen Alltagssprachgebrauch hat der Begriff diese Konnotation eher selten; ‚Leidenschaft‘ wird oft wertfrei oder positiv konnotiert (siehe auch Liebesbeziehung).

Um mich dieser Definition anzunähern und sie auf meine Arbeit und meinen Arbeitsstil zu beziehen, nehme ich das Zitat mal Satz für Satz auseinander:

1. Leidenschaft (gesteigert, aber als Begriff abkommend: Inbrunst) ist eine das Gemüt völlig ergreifende Emotion. 
Wenn ich diesen Satz auf mich und meine Arbeit beziehe, dann stimme ich vollkommen überein: Ich empfinde Liebe für meinen Job, der mir unglaublich viel Spaß macht. Und da ich ohnehin ein spaßgetriebener Mensch bin, passen mein Job und ich sehr gut zusammen. Und auch den emotionalen Zustand, der mein Gemüt vollkommen ergreift, kenne ich sehr gut: Diesen Zustand erreiche ich in dem Moment, in dem ich in den so genannten Flow gerate. Ich vergesse die Zeit, bin so vollkommen vertieft in ein Thema, dass ich mich erschrecke, wenn zum Beispiel das Telefon klingelt. Wenn ich nicht gestört werde, kann sich dieser Zustand über mehrere Stunden erstrecken – wenn ich „aufwache“, ist es oft draußen schon dunkel.
Darüber hinaus bin ich jedes Mal gerührt, wenn eine Website online geht, an deren Entstehung ich beteiligt war: Auch nach so vielen Jahren berührt es mich emotional, wenn andere Menschen einen meiner Texte lesen, oder auf einer Website surfen, die ich konzeptioniert habe oder meine Kurzgeschichten mögen und das auch noch öffentlich in Rezensionen schreiben. Genau so freue ich mich, wenn ein Social-Media-Posting besonders viele Interaktionen hervorruft oder wenn ein Blogbeitrag oft geteilt und kommentiert wird. Hier bekomme ich also ganz viel zurück für meinen leidenschaftlichen Einsatz – wundervoll!
(Nun wissen Sie, wie Sie mich wirklich glücklich machen können, gelle 😉 )

2. Sie umfasst Formen der Liebe und des Hasses, wird aber auch für religiösen, moralischen oder politischen Enthusiasmus benutzt und beschreibt die intensive Verfolgung von Zielen von beispielsweise Kunstliebhabern, Sammlern oder von Tierfreunden. 
Hier komme ich nur teilweise mit … obwohl … regelrechten Hass empfinde ich für alles, was mit Steuer zu hat. Aber dafür habe ich ja meinen Steuerberater und die eine Stunde Quittungen sortieren im Monat kriege ich gerade noch so hassfrei – wenn auch sichtlich genervt – hin. Da ist es also nicht ganz so arg mit der negativen Leidenschaft, was ein Glück.
Enthusiasmus fühle ich auch, allerdings ausschließlich im moralischen Sinne: Ich sehe mich in der Pflicht meinen Kunden gegenüber, gute Texte und Konzepte zu schreiben, gute Werbung zu machen oder spannende Unterhaltung zu bieten – schließlich geben sie mir viel Geld dafür! Also bekommen sie auch gute Arbeitsergebnisse, denn das ist der Deal.
Meine Ziele verfolge ich ebenfalls sehr intensiv, wobei das bei mir oft die Ziele der anderen sind – schließlich soll mein Output dafür sorgen, das meine Kunden ihre Ziele erreichen. Doch da mein Job ohnehin zu einem guten Teil daraus besteht, mich in andere Menschen wie Zielgruppen etc. hineinzudenken, sind diese Ziele fast mit meinen eigenen Zielen identisch. Passt also.
(Sammlerin bin ich auch: Ich sammele positives Kundenfeedback in einem eigenen Ordner in meinem Mailprogramm. Denn diese Mails motivieren mich, wenn ich mich mal in einem kreativen Tief befinde oder an meiner Arbeit zweifele. Vielleicht wäre das auch ein Tipp für Sie? 😉 )

3. Im ursprünglichen Sinn schwingt der Beilaut von etwas Zerstörerischem oder Leiden Schaffendem mit. Im heutigen Alltagssprachgebrauch hat der Begriff diese Konnotation eher selten; ‚Leidenschaft‘ wird oft wertfrei oder positiv konnotiert (siehe auch Liebesbeziehung).
Den Spruch von der „Leidenschaft, die Leiden schafft“ fand ich schon immer doof – ich bin wohl noch so jung, dass ich nur den heutigen Alltagssprachgebrauch des Wortes Leidenschaft verinnerlicht habe. Wobei ich Leidenschaft nie als wertfrei erlebe – denn sie ist der Motor meines kreativen Schaffens. Sie drückt sich in meinem Willen aus, meinen geliebten Job jederzeit richtig und vollständig machen zu wollen. Sie zeigt, dass ich für eine Sache brenne und mit Herzblut dabei bin. Deswegen tut es sehr weh, wenn ich mal scheitere. Ja, das kommt vor – nicht oft, aber es kommt vor, dass ich mit einem Text nicht wirklich zufrieden bin, dass sich mir ein Thema nicht vollständig erschließt oder dass ich mich nicht 100 % in eine Zielgruppe reindenken kann. Deswegen achte ich sehr darauf, dass ich immer voll und ganz hinter den Unternehmen stehe, für die ich arbeite – halbe Sachen gibt es hier nicht! Und so kommt es vor, dass ich einen Auftrag ablehne, weil mir das Produkt, die Dienstleistung oder auch der Auftraggeber als Mensch aus irgendeinem Grund Bauchschmerzen bereitet. Denn eine solche Zusammenarbeit wäre unbefriedigend – für beide Seiten.
(Wenn Sie ein Atomkraftwerk betreiben, Waffen produzieren oder ein rechtsextremes Weltbild haben, sollten Sie mich gar nicht erst anrufen – über alles andere lässt sich sprechen 😉 )

Ich bin neugierig: Wie äußert sich Ihre Leidenschaft für Ihren Job?

Sie sehen: Mit Leidenschaft sind immer auch eine Menge Persönlichkeit – die berühmten Ecken und Kanten – und auch individuelle Herangehensweisen an die Herausforderungen des beruflichen Alltags verbunden. Deswegen glaube ich, dass es ganz verschiedene Wege gibt, wie sich Leidenschaft bei der Ausübung des Berufes zeigt. Ich möchte gerne Ihre leidenschaftliche Sicht der Dinge kennenlernen: Für was brennen Sie? Wie äußert sich Ihre Leidenschaft für Ihren Beruf? Haben die damit verbundenen Emotionen negative Auswirkungen auf Ihr Tun?

Ich freue mich auf Ihre leidenschaftlichen Statements, Liebesschwüre oder Vorträge zu Ihrem Beruf! Übrigens: Im zweiten Teil geht es im Oktober um das Thema Kundenzufriedenheit – einem weiteren, leider oft unterschätzten Erfolgsfaktor.

Bildquelle: Pixabay

Christa GoedeDie Autorin Christa Goede steckt viel Herzblut und noch mehr Expertenwissen in digitale Unternehmensauftritte: Mit individuellen Texten und Konzepten gestaltet sie Websites und Social Media-Auftritte authentisch. Ihre Erfahrung und ihr Wissen als Texterin, Konzepterin, Social Media-Managerin und Bloggerin teilt sie hier im Blog oder live in Workshops und Vorträgen.
Tel.: +49 (0) 160 – 94 44 19 34, E-Mail: mail@christagoede.de


8 Kommentare to “Leidenschaft im Job – wichtig für den Erfolg?”

  1. Wieder mal ein toller Artikel! Und er spricht mir total aus der Seele. Ein Unternehmen ohne Leidenschaft zu gründen oder zu führen – ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das auf Dauer funktionieren kann.

    Und für uns in den kreativen Berufen finde ich, dass ohne Leidenschaft sowieso gar nichts geht. Wie soll ich denn einen Text verfassen, der den Kunden mitreißt, wenn ich mich nicht selbst mitreißen lasse? Wenn ich mich nicht in die Lage versetzen kann, für das Produkt oder Unternehmen oder für die Dienstleistung zu brennen, um die es geht?

    Ich würde etwas provokativ sogar so weit gehen zu sagen, dass die Leidenschaft und der Enthusiasmus den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Texter (oder Grafiker oder Webdesigner oder…) ausmachen.

    • Liebe Elke – ja, in kreativen Jobs ist das vermutlich so ;o)) Wobei die Kreativität da auch bei eigentlich drögen Themen ins Spiel kommt – denn genau das ist ja die Kunst und auch das, was mich und auch dich herausfordert. Aber wie ist das bei Versicherungsvertretern? Oder Frischetheke-Fachverkäufern? Kann man da auch Leidenschaft für seinen Beruf empfinden? Ich denke ja – denn ich sehe zum Beispiel manchmal hinter der Theke Menschen, die für die angebotenen Produkte brennen und zu jedem Käse eine Geschichte erzählen können. Das finde ich supertoll!

      Liebe Grüße sendet
      Christa

      PS: Danke für das tolle Kompliment ;o))

  2. Ja, Leidenschaft ist das A und O. Wer nicht für das, was er macht, brennt, kann nicht „alles“ geben, sein ganzes Potenzial ausschöpfen – das sehe ich genau so und beschreibe es immer wieder auf meinem Blog Rüsterweg. Guter Blogpost, danke. :-)

  3. Liebe Christa,
    ein sehr schöner Artikel. Wir, die wir einen Job mit Leidenschaft machen dürfen gehören zu den glücklichen Menschen. Nach sovielen Jahren bekomme ich immer noch Gänsehaut wenn ein Hochzeitspaar mit strahlenden Augen meine Arbeit bestaunt.

    • Ach Christa, du bist ein Stern im Netz! Der funkelt und leuchtet, wo anderswo das Grau der Spinnweben vieles abstumpft. Oder Beliebigkeit vorherrscht… Danke für deine Lichter! Immer wieder. Und in diesem Text hier ganz besonders!

      Wenn ich mir noch was wünschen dürfte, dann wäre es mal eine kleine Analyse, wie man dahin kommt. Schon klar: Du bist so. Du verbiegst dich nie. Aber es musss doch den Weg gegeben haben, mit dem du dich erst mal positionieren musstest. Bei dem du ganz oft auch NEIN sagen musstest. Zu all den Menschen, die nicht verstehen (wollen). Oder die vor deiner Emotion zurückschrecken. Oder gutmeinend sagen: Lehn dich bloss nicht so weit aus dem Fenster!
      Das alles beschäftigt mich jedenfalls zur Zeit: Die Sichtbarkeit im Netz. Mein Fazit: Das A und O ist die Positionierung. Das eigne Verhalten zu den Dingen, die ich sage oder nicht sage. Wie ich sie sage….

      Oder solltest du wirklich der Stern sein, der einfach vom Himmel fiel? Kann ich mir sogar auch vorstellen. Aber nur bei dir… (und wenigen anderen….)

      Viele trauen sich ja gar nicht erst, „ich“ zu sagen… Dann kann das mit der Leidenschaft ja auch nix werden – oder doch? Vielleicht ist DAS der Weg des leidenschaftlichen Steuerberaters: Leidenschaft nur für DIE SACHE? Und wir sind die Menschen mit der Leidenschaft für Menschen – und müssen darum erst mal „ich“ sagen, damit Dialoge entstehen können?

      Ich weiss, ich frag zu viel…. Aber das ist meine Leidenschaft… Ich möchte verstehen, warum die einen Menschen tun, was sie tun. Und andre oft unsichtbar bleiben….

      Jedenfalls: Noch mal DANKE für jeden Text, in dem „ich, Christa“ steht…. Ich liebe sie, sie machen mir Mut.

      Maria

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