Die Krux mit dem Alleinstellungsmerkmal.

Strichmännchen denkt nachZu meinem Arbeitsalltag gehört die immer gleiche Frage: Was ist der USP? Denn die Antwort auf die Frage nach der unique selling proposition – dem Alleinstellungsmerkmal – bestimmt mein weiteres Vorgehen, wenn ich ein Konzept oder einen Text für einen Kunden entwickle. Das Problem mit dieser Frage ist aber, dass sie in vielen Fällen nicht sauber aus dem Stegreif beantwortet werden kann. Die Gründe dafür sind vielfältig: Manchmal hat sich zum Beispiel noch nie jemand im Unternehmen Gedanken darüber gemacht, was das eigene Angebot von dem der Konkurrenz im Detail unterscheidet. Da können wir Kommunikationsexperten abhelfen und mit unseren Kunden gemeinsam analysieren, was der USP des Unternehmens ist.

Manchmal ist es aber auch so, dass es – zumindest auf den ersten Blick – gar keinen USP gibt. In meinem eigenen Fall ist das auf den ersten Blick zum Beispiel so: Es gibt viele sehr gute Texter und Konzeptioner. Es gibt darunter einige, die sich richtig gut mit Websites und Social Media auskennen. Und darunter wieder ein paar, die auch noch Projekte kleiner und mittlerer Größe managen können und über ein großes, erprobtes Netzwerk verfügen. Doch wenn es andere Menschen gibt, die genau die selben Leistungen anbieten wie ich – wo soll dann bitte schön mein USP sein? Also mein Angebotsmerkmal, mit dem ich wirklich ganz allein auf weiter Flur stehe?

Wer suchet, der findet. Sogar den USP.

Die Lösung fand ich in meiner eigenen Person: Ich – Christa Goede – bin der USP! Wow. Diese Erkenntnis haute mich erst mal vom Hocker. Und dann kamen sofort die Bedenken: „Aber ich kann mich doch nicht in den Mittelpunkt meines Angebots stellen …“ oder „Das wirkt doch total egoman, wenn ich immer nur von mir schreibe …“. Doch – denn genau darin liegt mein Unterscheidungsmerkmal! Und genau das habe ich im März 2012 getan: Der Name meines Unternehmens änderte sich von der Textschneiderei auf die heute bekannte Domain. Ab diesem Zeitpunkt habe ich meine Blogbeiträge mit einer gehörigen Portion Humor und einigen Prisen persönlicher Note versehen. Nach einer Du-Phase bin ich zumindest in meinem Blog und auf Xing wieder zum Sie zurückgekehrt – schließlich habe ich viele Leser, die nicht über die Sozialen Netzwerke kommen. Und meine Social Media-Kanäle wurden zu Plattformen für den Wissensaustausch rund um meine Spezialgebiete. Und gleichzeitig zur unterhaltsamen Spielwiesen.

Aus heutiger Perspektive gesehen kann ich sagen: Diese Entscheidung hin zu mehr Persönlichkeit hat sich gelohnt! Und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht: Meine Auftragslage bessert sich stetig. Und ich habe nur noch – und das meine ich ganz ernst! – tolle Kunden mit spannenden Aufträgen. Woran das wohl liegt? Ich denke, es liegt an meiner persönlichen Note, die überall zu spüren ist: Kunden, die meinen Stil mögen, können mich im Web kennenlernen – und zwar bevor sie mich das erste Mal beauftragen. Diese Kunden ticken oft ähnlich wie ich, haben zum Beispiel viel Humor oder leben in ähnlichen Wertesystemen. Gleichzeitig haben diese Auftraggeber einen hohen Anspruch an ihre Dienstleister, sind mutig und setzen auf Innovationen. Kurz: Sie passen perfekt zu mir – und ich passe perfekt zu ihnen. Die „anderen“ rufen mich gar nicht erst an – wir verschwenden also keine Zeit miteinander, sondern suchen uns gleich passende Partner 😉

Und Sie? Welches Alleinstellungsmerkmal haben Sie? Oder Ihr Unternehmen? Auf welche Weise verbreiten Sie Ihren USP? Ich bin neugierig auf Ihre Wege zum Alleinstellungsmerkmal.

 Bildquellenangabe: Pixabay
 

Christa GoedeDie Autorin Christa Goede steckt viel Herzblut und noch viel mehr Expertenwissen in digitale Unternehmensauftritte: Mit individuellen Texten und Konzepten gestaltet sie Websites und Social Media-Auftritte authentisch. Ihre Erfahrung und ihr Wissen als Texterin, Konzepterin, Social Media-Managerin und Bloggerin teilt sie hier im Blog oder live in Workshops und Vorträgen.

Tel.: +49 (0) 69 – 63 39 29 77, E-Mail: mail@christagoede.de



7 Kommentare to “USP”

  1. Ich schreibe leicht lesbare Texte. Also Texte in einfacher und leichter Sprache, die auch Menschen mit Sprachproblemen, Lernschwierigkeiten, Demenz und einfacher Schulbildung verstehen können. Meine Kunden setzen solche Texte (Broschüren) häufig in der Beratung ein. Mit Hilfe dieser Texte spart der Berater Zeit und das Unternehmen Personalkosten. Zusätzlich entsteht Kundenbindung, weil sich der Kunde/Klient gut betreut und aufgehoben fühlt.

    Mein Alleinstellungsmerkmal wurde mir in die Wiege gelegt. Im Gegensatz zu vielen Texterkollegen bin ich NICHT in einer Akademikerfamilie aufgewachsen. Ich bin für einfache Sprache sozusagen „native Speaker“. 🙂 Leichte Sprache musste ich allerdings lernen.

  2. Liebe Christa,

    genau so ist es. Für viele Unternehmer sehr schwer und wenn man den USP dann hat ganz klar und leicht.
    Ich bin auch immer wieder erstaunt, wie viele Unternehmen sich den USP nicht auf die Fahne schreiben und als Grundlage für ihr Handeln nehmen.
    Und bei uns Einzelunternehmern liegt es doch auf der Hand, dass, obwohl es vielleicht einige gibt, die genau die gleiche Leistung anbieten, es nie die gleiche Leistung sein kann, da ja ganz viel Erfahrung und Wissen in der einzelnen Person steckt, die kein anderer so mitbringt.

    Liebe Grüße aus Hamburg
    Silke

    • Liebe Silke,

      hihi – aus deiner Tastatur das noch mal zu lesen tut gut ;o))
      Denn ich weiß noch zu gut, wie schwer der Weg zum USP ist und wie viele Zweifel einen auf diesem Weg begleiten. Weil ich diese Erfahrung selbst gemacht habe, sage ich heute um so lauter: „Leute, seid authentisch – dann klappt’s auch mit den Kunden!“.

      Liebe Grüße nach Hamburg,
      Christa

  3. Liebe Christa,

    aus vollem Herzen kann ich dir zustimmen: Ja, der USP bin ich!
    Nachdenklich stimmen mich immer Webseiten, auf denen man liest, dass „wir als Agentur für Sie XYZ machen“. Bei der weiteren Recherche merkt man, dass das „Wir“ ein „Ich“ ist.
    Es hinterlässt bei mir immer ein komisches Gefühl bzgl. des Solounternehmers und seinem Angebot. Ein Einzelunternehmer braucht sich nicht hinter einem „Wir“ zu verstecken, sondern sollte seine Einzigartigkeit herausstellen … wie du!

    Besten Gruß aus Limburg
    Manuela

    P.S. Sehen wir uns auf dem CSForum14?

    • Liebe Manuela,

      ja, dieses WIR für einen Einzelunternehmer befremdet mich auch. Das wirkt wie eine niedliche Miezekatze, die wie ein Löwe brüllt … also nicht wirklich glaubwürdig ;o))
      Nein, leider sehen wir uns nicht, ich habe keine Zeit. Aber dir viel Spaß und ich freue mich auf deinen Blogbeitrag!

      Liebe Grüße,
      Christa Goede

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