Selbstvermarktung mit Humor

von am 12. November 2015 in Authentizität, Know-how | 4 Kommentare

5 Gründe, warum das mit dem Humor eine total ernste Sache ist.

Lachen Wer mein Blog regelmäßig liest, weiß, dass es hier öfter humorig zu geht. Warum das so ist? Weil ich Lachen einfach großartig finde! Ich lache zum Beispiel gerne über einen guten Witz, über Situationskomik und natürlich auch über mich selbst. Bitte glauben Sie mir, es gibt jeden Tag so einige Situationen, in denen ich mich prächtig über mich selbst amüsiere: Ich bin zum Beispiel die Texterin, die in Gesprächen öfter mal nach Worten sucht – und das manchmal auch noch vergeblich 😉 . Und über meine Vertippsler und Buchstabendreher lache ich besonders laut, wenn aus dem ursprünglich geplanten Wort eine kreative Neuschöpfung wird … wie zum Beispiel der Kundenbrater, der eigentlich ein Kundenberater sein sollte. Oh weh.

Doch nicht nur in meinem Blog schreibe ich humorig und locker über mich und meine Themen – ich verfolge diesen Stil auch in meiner Selbstbeschreibung oder auf meiner Facebook-Unternehmensseite. Und wenn ich Vorträge halte oder Workshops gebe, ist das auch ziemlich unterhaltsam.

Warum ich das tue? Zum einen, weil ich ein Sonnenscheinchen bin und gar nicht anders kann: Ich habe oft gute Laune und zeige das auch nach außen – und ich mag es gerne locker und ungezwungen. Zum anderen benutze ich das Stilmittel Humor mit voller Absicht: Denn damit ziehe ich Menschen an, die so ähnlich ticken wie ich, die das Leben leicht nehmen und gerne mal lachen. Und das ist auch schon der erste Grund, warum das mit dem Humor eigentlich eine total ernste Sache ist:

1. Mit Humor Kunden gewinnen – und zwar die richtigen.

Als Unternehmerin arbeite ich gerne mit Kunden zusammen, die mir und meiner Sicht auf die Welt nahe sind. Humor und ein lockerer Lebensstil haben einen wichtigen Stellenwert in meinem Leben: Also bin ich froh, wenn ich mit Leuten zusammenarbeiten darf, bei denen das ähnlich ist – schließlich arbeitet es sich so viel besser und einfacher zusammen. Wenn jemand also den sprichwörtlichen Stock im Allerwertesten hat, wird er mich nicht buchen wollen – schon alleine aufgrund meiner Website. Und wissen Sie was: Das ist auch gut so 😉 . Denn ein solcher Kunde würde mit mir als Dienstleisterin nicht glücklich werden. Und ich mit ihm als Kunden auch nicht. Humor sorgt hier also für eine Art Kundenselektion, die für alle Beteiligten Vorteile hat.

2. Mit Humor im Gedächtnis bleiben – und zwar lange.

In meiner Branche wird sehr oft darüber geredet, dass Unternehmen Geschichten erzählen sollen in ihrer Selbstvermarktung. Ja, das ist richtig – aber meiner Ansicht nach bleibt eine gute Geschichte, die spontan die Mundwinkel nach oben schnellen lässt, noch länger im Gedächtnis der Kunden. Was spricht also dagegen, die nächste Kampagne mal humorig aus der Perspektive eines Produktes zu inszenieren? Oder den Anrufbeantworter mit einer lustigen Ansage zu besprechen? Oder eine Selbstdarstellung mit einem Witz anzufangen? Ich antworte zum Beispiel auf die Frage, was ich denn so arbeite, mit einem Grinsen im Gesicht: „Ich arbeite nicht, ich habe den ganzen Tag Spaß!“ Ein Granateneinstieg für jedes Akquisegespräch 😉

3. Mit Humor Probleme lösen – und zwar nachhaltig.

Sie haben bestimmt auch schon mal die Erfahrung gemacht, dass sich so manche kniffelige Herausforderung mit einem humorigen Spruch leichter lösen lässt – oder dass Humor zumindest die Situation entspannt. Doch bitte Vorsicht: Humor an der falschen Stelle kann in solch sensiblen Szenarien auch sehr gefährlich sein, weil sich das Gegenüber nicht ernst genommen fühlen könnte! Hier ist neben der humoristischen Ader also auch echtes Einfühlungsvermögen gefragt – und das in Sekundenschnelle. Denn meist muss man sehr fix entscheiden, wie man auf eine Sache reagiert – Zeit, um lange nachzudenken, bleibt in einem Gespräch mit dem Kunden nicht. Also dann doch lieber in manchen Situationen mal die Klappe halten. Grmpf 😉

4. Mit Humor Distanz schaffen – und zwar effektiv.

Humor schweißt nicht nur zusammen, sondern trennt auch – in eine Gruppe, die den Witz versteht und in die andere, die ihn nicht versteht. Gerade anspruchsvolle Witze oder intellektuelle Wortspiele können gewollt oder ungewollt Distanz schaffen. Humor kann auch als Abwehr funktionieren, wenn man sich zum Beispiel mit einem lockeren Spruch aus unangenehmen Situationen herausziehen möchte, ohne anderen Menschen zu sehr auf den Schlips zu treten. Ich selbst merke auch, dass ich gelassener reagieren kann und mich entspanne, wenn ich unangenehme Situationen von einem humorigen Standpunkt aus betrachte. Ich denke dann zum Beispiel: „Wie sieht dieser wenig charmante Mensch aus, wenn er in der Nase bohrt?“ 😉

5. Humor ist NICHT Spott ist NICHT Sarkasmus ist NICHT Zynismus.

Humor zu zeigen ist manchmal sehr schwer: Wenn er unpassend eingesetzt wird, wird aus der witzig gemeinten Anmerkung schnell ein echter Kommunikations-Supergau. Umpassend ist Humor immer genau dann, wenn man auf Kosten anderer Menschen Witze macht oder sich mit der humorigen Abwertung anderer profilieren will. Unpassend in geschäftlichen Zusammenhängen sind auch Spott, Sarkasmus oder sogar Zynismus: Die drei scharfen Sprachschwerter können bewirken, dass Ihre Zielgruppen Ihnen gegenüber plötzlich nicht mehr freundlich oder sogar feindlich eingestellt sind. Und Krisen löst man auch nicht mit Humor, sondern mit ernsthafter, ehrlicher Auseinandersetzung. Doch wenn das Problem gelöst ist, dann kann gerne gemeinsam gelacht werden – das entspannt ungemein!

Lachen Sie gerne im Job?

Puh, das war jetzt über weite Strecken ganz arg unlustig – aber spannend für alle, die Humor als kommunikatives Stilmittel einsetzen möchten. Nun interessiert mich noch Folgendes: Welchen Nutzen sehen Sie darin, im geschäftlichen Umfeld humorvoll zu agieren? Nutzen Sie dieses Stilmittel selbst? Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen, Erlebnisse, Tipps und Tricks!

Bildquelle: Pixabay

Christa GoedeDie Autorin Christa Goede steckt viel Herzblut und noch mehr Fachwissen in digitale Unternehmensauftritte: Mit individuellen Texten und Konzepten gestaltet sie Websites und Social Media-Auftritte authentisch. Ihre Erfahrung und ihr Wissen als Texterin, Konzepterin, Social Media-Managerin und Bloggerin teilt sie hier im Blog oder live in Workshops und Vorträgen.
Tel.: +49 (0) 160 – 94 44 19 34, E-Mail: mail@christagoede.de


4 Kommentare to “Selbstvermarktung mit Humor”

  1. Hallo Christa,

    Danke für diesen sehr launigen Artikel :-).

    Humor im geschäftlichen Umfeld lockert die Atmosphäre bei Verhandlungen, Präsentationen und der Zusammenarbeit auf. In unserer sachlich geprägten, effizienten Arbeitswelt kommt dies nicht immer gut an.
    Hier hilft das von Dir beschriebene Fingerspitzengefühl … damit alle gemeinsam lauthals und befreit lachen können.

    Generelle Tipps und Tricks fallen mir nicht ein. Faktoren wie eigene Persönlichkeit, Umfeld, Team-Zusammensetzung, „Zustand“ des Projektes und mehr bestimmen darüber, ob Humor in der jeweiligen Situation angebracht sind.

    Ein freundliches „Guten Morgen“ und die gen Himmel zeigenden Mundwinkel haben jedoch noch nie geschadet ;-).

    Lieben Gruß aus Limburg
    Deine Manuela

  2. Für mich ist es unglaublich wichtig, mich auf der Humorebene mit meinem Gegenüber verständigen zu können. Wenn ich da keinen gemeinsamen Nenner finde, klappt die ganze Kommunikation nicht. Das heißt nicht, dass ich oder mein Gegenüber ständig Witze reißen muss, aber ich brauche eine lächelnde Basis, von der die Arbeit ausgeht.
    Gibt es dieses Basis nicht, werde ich zum Sarkasmusmonster, und das will wirklich niemand.

    • Hihi, Sarkasmusmonster Gesa ;o)
      Ich finde auch, dass die Humorebene passen muss, sonst wird es einfach sehr schwer mit der Kommunikation. Außerdem bringt Humor diese gewisse Leichtigkeit in meine Arbeit, die mir sehr wichtig ist.

      Liebe Grüße sendet
      Christa

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