Satzzeichen

von am 6. November 2017 in Know-how, Text | 7 Kommentare

Punkt, Komma, Strich – Satzzeichen retten nicht nur Leben, sondern auch Texte!

verschiedene WerkzeugeDen Unterschied zwischen „Wir essen Opa!“ und „Wir essen, Opa!“ kennt ja inzwischen jeder Mensch, es gab schließlich genug Memes in Social Media zur Kommasetzung. Denn nicht erst seit „Content-Marketing“ total hip ist, werden wir von Inhalten geradezu überrollt. Hier ein Text, da ein Beitrag, dort ein Posting – und wir mittendrin … manchmal ziemlich überfordert mit der Auswahl des Lesestoffs. Oder verloren in den abgründigen Welten der Prokrastination. 😉

Und dann landet man auf Texten wie diesem*:
„ich wollte euch nur fix erzählen dass ich da eine ganz edgy sache gemacht habe ich habe nämlich einen blogbeitrag geschrieben der mir ganz fix aus der feder geflossen ist das ergebnis lest ihr gerade. also ich hab mich hingesetzt und diesen beitrag geschrieben und es ging ganz schnell!!! aber das ist ja auch kein problem schließlich blogge ich ja schon seit vielen jahren und habe ganz viel erfahrung darin wie das geht. und deswegen weiß ich ganz genau wie das geht und habe euch hier einige tipps zusammenschrieben damit ihr auch alle ganz erfolgreiche blogger werdet!!!!!! das geht total easy echt.“

Oder so einem*:
„Das Spaltmaß der Zwischenräume zwischen den einzelnen Bauteilen darf auf keinen Fall mehr als 2 mm betragen aus Gründen der Qualitätssicherung die in diesen Fällen sehr genau ist und das zu recht, denn hier müssen internationale Standards gesichert werden, die für unser Unternehmen selbstverständlich im Fokus stehen und immer beachtet werden damit wir unserem guten Ruf gerecht werden und auch international Erfolg haben.“ 

Und? Hattest du Spaß beim Lesen? Ich kriege jedenfalls fast Krämpfe in meinen Hirnwindungen, wenn ich solche Texte lesen soll. Denn Geschreibsel ohne Satzzeichen wie Punkt, Komma, Doppelpunkte oder Gedankenstriche lässt sich weder schnell noch einfach lesen. Und es macht dazu noch einen lieblosen Eindruck, denn hier wurde offensichtlich null Wert auf das äußere Erscheinungsbild der Inhalte gelegt! Die Folge: Wir alle verlassen solche Websites umgehend und suchen andere, in denen die Inhalte in lesbarer, ansprechender Form aufbereitet sind.

Die Textretter.

Dabei ist es eigentlich ganz einfach, mit dem richtigen Werkzeug Texte fürs Web aufzubereiten. Hier die wichtigsten auf einen Blick:

  • BauarbeiterÜberschriften und Zwischen-Überschriften – sie bringen Struktur in deinen Text.
  • Satzzeichen wie Kommas, Gedankenstriche, Semikolons oder Doppelpunkte – kürzere, klar strukturierte Sätze helfen den Lesenden durch deinen Text.
  • Aufzählungszeichen und Fettungen – wir alle lieben Listen und Extra-Hingucker, denn sie helfen uns beim schnellen Lesen.
  • Zitate kursiv und mit Anführungsstrichen auszeichnen – so wissen deine Leserinnen und Leser sofort, dass es sich um ein Zitat handelt.
  • Worte koppeln – damit der Altbaucharme auch der Altbau-Charme bleibt. Und damit die Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung auch schnell als Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung zu lesen ist und auf kleinen Smartphone-Bildschirmen nicht an unpassender Stelle umbricht.
  • Infokästen – so kannst du deiner Kernbotschaft zusätzlich optisches Gewicht verleihen.

Und die Absätze erst!

Leute, strukturiert eure Texte mit Absätzen – und zwar logisch und konsequent. Denn je intensiver du deine Texte strukturierst, um so eher sind die Menschen bereit, deinen Text auch wirklich bis zum Ende zu lesen. Gut zu wissen: Es gibt eine ganz einfache Methode, wie du raus finden kannst, wo ein Absatz hingehört. Lies dir deinen Text laut vor! Immer dann, wenn du eine längere Pause machst, drückst du dann ganz einfach auf die Entertaste – fertig 😉 „Laut schreiben“ ist ohnehin eine tolle Methode, mit der jeder Mensch bessere, weil verständlichere Texte schreiben kann.

Dann wäre da noch was …

… die Rechtschreibung. Ja, ich weiß, in Zeiten von „I denk also I bims vong Hirn her“ isses eventuell ziemlich uncool, wenigstens ein kleines bisschen auf korrekte Schreibweisen zu achten. Bitte nicht falsch verstehen: Absolut fehlerfreie Texte produziere auch ich nicht. Aber ich gebe mir trotzdem Mühe, mich an die Regeln zu halten, die anderen das Lesen meiner Texte erleichtern. Denn es geht ja um nichts weniger als die Verständlichkeit meiner Inhalte, die ich in einem Text aufbereite. Und ich mag es schon recht gerne, wenn viele Menschen meine Texte lesen – also halte ich mich in diesem Punkt an die Regeln 😉 Ein paar praktische Tools findest du in diesem Blogbeitrag.

Zum Schluss – die Königsdisziplin.

KönigskroneDu kannst nun einen gut strukturierten, praktisch fehlerfreien Text produzieren, den trotzdem keine Sau interessiert. Das liegt vermutlich dann daran, dass die Inhalte einfach nicht knorke sind. Bitte checke also deinen Text noch mal nach folgenden Gesichtspunkten:

  • Wie viele inhaltliche Wiederholungen findest du im Text? Die Kernaussage kann man schon mehrfach beschreiben – aber eben wirklich nur diese eine. Lese also noch mal mit Adleraugen und streiche alles, was überflüssig ist.
  • Welche Sprache hast du gewählt? Auch hoch komplexe Inhalte gewinnen, wenn du eine klare, gut verständliche Sprache wählst.  Kürze alle Sätze, die länger als 12 Wörter sind (das ist die echte Königsdisziplin, die ich selbst oft nur sehr schwer hinkriege 😉 ).
  • Hat du deine Inhalte gut gewürzt? Kleine Anekdoten und eigene Erfahrungen machen jeden Text gleich viel interessanter. Erzähle also die Geschichten, die dein Leben so schreibt für dich.

So, und jetzt ran an die Tasten. 😉 Ich freue mich, wenn du mir sagst, welche Tipps und Tricks du auf Lager hast, um Texte besser lesbar und interessanter zu gestalten!

* Diese beiden Texte habe ich erfunden. Aber Beispiele dieser Art kennst du bestimmt selbst, wenn du viel im Internet unterwegs bist.

Bildquellenangabe: Pixabay
Christa GoedeChrista Goede steckt viel Herzblut und noch mehr Fachwissen in digitale Unternehmensauftritte: Mit individuellen Texten und Konzepten gestaltet sie Websites und Social Media-Auftritte authentisch. Ihre Erfahrung und ihr Wissen als Texterin, Konzepterin, Social Media-Managerin und Bloggerin teilt sie hier im Blog oder live in Workshops und Vorträgen.

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7 Kommentare to “Satzzeichen”

  1. Ich finde es etwas befremdlich, dass man potenziellen Textern den Tipp gibt, Satzzeichen zu verwenden. Als ob man das beim Schreiben frei entscheiden könnte.
    Aber anscheinend ist es tatsächlich notwendig.
    Weiterhin viel Spaß und Erfolg
    Gruß, Bettina

    • Liebe Bettina,

      nicht jeder, der schreibt, ist ein potenzieller Texter. Wie kommst du darauf, dass ich für Textende schreibe? Meine Zielgruppe besteht aus kleinen und mittelständischen Unternehmen – da schreiben Chefin oder Chef oft selbst fürs Blog oder andere Online-Publikationen.

      Und mal abgesehen davon: Ja, einige, die sich Texter nennen, können diese Tipps auch gut gebrauchen ;o) Denn leider ist der Begriff „Texter“ nicht gesetzlich geschützt.

      Liebe Grüße sendet
      Christa

  2. Nicht zu vergessen auf Tausenden von Webseiten oder Dokumenten:
    Bei Aufzählungen, die untereinander angeordnet sind und womöglich noch ein Aufzählungszeichen wie – einschließen NIE ein Komma und schon gar kein Punkt am Ende der Aufzählung…. schon tausendmal gesehen, immer wieder wird mir schlecht!

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