besser schreiben

von am 19. März 2013 in Know-how, Text | 6 Kommentare

Texten frei Schnauze

Immer häufiger publizieren Freiberufler oder klein- und mittelständische Unternehmen Texte im Internet: Das Blog möchte regelmäßig mit wertigem Content gefüllt werden. Die Social-Media-Kanäle wollen sorgfältig mit News gefüttert werden. Und dann müssen noch Texte für Fachpublikationen geschrieben oder Beiträge in Foren kommentiert werden. Aufgaben, die sowieso schon zeitaufwendig sind – wenn da nicht noch zusätzlich die Angst vorm Schreiben wäre.

Die Angst vorm geschriebenen Wort

Manche Menschen haben regelrecht Angst davor, Texte zu publizieren: Habe ich auch wirklich alles inhaltlich richtig beschrieben? Ist mein Text verständlich formuliert? Habe ich keinen wichtigen Aspekt vergessen? Menschen, die von diesen Ängsten geplagt werden, tun sich oft sehr schwer mit dem Schreiben. Stunde um Stunde wird formuliert, gefeilt, umstrukturiert, umgeschrieben, neu getextet. Doch häufig ist das Ergebnis aller Bemühungen nicht zufriedenstellend für den Autor. Denn leider gilt: Je öfter ein Text überarbeitet, umgeschrieben und umgestellt wird, um so schlechter wird er häufig. Ich spreche da aus leidvoller Erfahrung ;o))

Die Lösung: Werden Sie Lautschreiber!

Zwei Lautsprecher hängen an einer WandEs gibt eine recht einfache Lösung, die auch Schreiblaien dabei unterstützt, gut lesbare und verständliche Gebrauchstexte zu schreiben. Ich empfehle meinen Kunden dazu folgende Schreibschritte:

  1. Schreiben Sie alle Inhalte herunter.
  2. Strukturieren Sie die Inhalte und fügen Sie Zwischenüberschriften ein.
  3. Entwickeln Sie eine Headline.
  4. LESEN SIE SICH DEN TEXT SELBST LAUT VOR.

Tipp 1 bis 3 sind alte Hüte und werden eigentlich automatisch von allen Menschen, die schreiben, befolgt – manchmal auch in anderer Reihenfolge. Aber warum Tipp 4?

Weil wir Menschen perfekt geübt sind im flüssigen Sprechen: Jeder von uns kann blitzschnell Gedanken verbal ausformulieren, inhaltliche  Zusammenhänge herstellen oder Sachbezüge klar aussprechen. Im flüssigen Schreiben hingegen haben viele von uns keine tägliche Übung – oder nicht mehr, wenn Schule, Ausbildung oder Universität schon ein paar Jahre her sind.

Wenn Sie einen Text laut vorlesen, merken Sie sofort, an welchen Stellen der Text hakt, inhaltlich springt oder zu kompliziert formuliert ist. Auch die hölzern wirkenden Passivformulierungen oder stelzige Fremdwörter fallen Ihnen sofort auf. Lesen Sie also Ihren eigenen Text Satz für Satz vor und korrigieren Sie alle Stellen, an denen Sie Ihre Inhalte nicht problemlos laut vorlesen können. Sie werden überrascht sein wie gut das funktioniert. Denn laut schreiben wirkt, versprochen ;o))

Haben Sie noch mehr Schreibtipps für Menschen, die nicht professionell texten? Ich freue mich auf Input!

Bildquellenangabe: low500/www.pixelio.de

6 Kommentare to “besser schreiben”

  1. Mein Tipp ist: Lesen.

    Man bekommt ein Gefühl dafür wie Sätze richtig klingen müssen, welche Formulierungen man gut findet und in ähnlicher Art und Weise wieder geben kann.

    Der Grundtipp lautet also eigentlich: Sich mit der Materie beschäftigen. Das gilt für alle Formen. Wenn man zb. Jahrelang durch Modezeitschriften geblättert hat, merkt man im Laden plötzlich das man weiß welche Teile man wie kombinieren kann, was noch dazu passt und wie man den ganzen Stil dann nennt. Dabei hat man es nie „richtig gelernt“, sondern sich einfach mit dem Thema beschäftigt.
    Um die Angst vor dem Schreiben zu verlieren muss man die Angst vor der Materie „geschriebenes Wort“ überwinden und durch Lesen klappt es ganz gut. Man zäumt den Gaul von hinten auf, aber es funktioniert.

    Liebe Grüße,
    Alice

    • Das ist eine schöne Ergänzung, Alice! Ich kenne viele Menschen, die sehr viel lesen – und trotzdem Probleme mit dem flüssigen und guten Schreiben haben. Weil sie davor Angst haben. Denen hilft das laute Vorlesen bestimmt ;o))
      Liebe Grüße,
      Christa

  2. Das erinnert mich ein bisschen daran, wie ich meine Predigten schreibe (oder nicht schreibe!), da ist es quasi umgekehrt: Ich denke lange über den Inhalt nach und „denke“ mir die Predigt schon mal. Wenns beim Schreiben dann hakt, gehe ich noch mal in Gedanken alles durch, was ich sagen will – oft schreibe ich eine Predigt allerdings nicht zu Ende und stehe mit nur ein paar Stichworten auf der Kanzel, denn eine Predigt entsteht für mich dort: gut vorbereitet und im Kontakt mit der Gemeinde. Aber das „Laute“ gehört auf jeden Fall dazu. Vor dem Gottesdienst sitze ich morgens in aller Ruhe und gehe alles halblaut durch – alle liturgischen Texte, dei Predigt. und wenn ich merke, das spricht sich nicht so gut, formuliere ich eben noch mal um.

    • Liebe Heike, danke für dein Feedback ;o)) Reden schreibe ich auch so ähnlich: Ich schreibe sie auf Zeit, lese sie selbst vor – und lasse (ähnlich wie du) inhaltliche Lücken, die man nach Tagesform selbst füllen kann. Das Ergebnis ist nicht 100% perfekt, aber es wirkt immer sehr lebendig. Und das ist das Wichtigste bei einer Rede.

      Schönes Wochenende, Christa

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