7 Tipps für gute Texte

von am 11. November 2016 in Know-how, Text | 2 Kommentare

Unperfekt anfangen, laut schreiben, Augenanker werfen – so schreibst du gute Texte fürs Internet.

Eine KuhDa blinkt er, der Cursor auf dem Bildschirm. Regelmäßig wie ein pochendes Herz – unnachgiebig auffordernd, fast schon aggressiv. Dazu kommt noch dein Wunsch, einen wirklich guten Text zu schreiben – einen, der rockt, der gerne gelesen wird, der oft geteilt wird und zur Interaktion anregt. Wow, so viel Dinge auf einmal! Und schwupps ist sie da, die blöde Kuh namens Schreibblockade. Die erwischt uns alle mal – ganz gleich, ob wir einen Werbetext für die neue Website oder einen spannenden Blogbeitrag schreiben wollen.

Damit dir diese schlimme Leere im Hirn nicht passiert, habe ich ein paar Tipps zusammengestellt, mit denen du gute Texte schreibst:

1. Fang einfach an.

Ein reines, weißes Blatt Papier, der leuchtend weiße, leere Bildschirm, oh no! Bevor du Angst bekommst, fang einfach an: Schreib ein paar Worte auf, erste Ideen, erste Textfragmente. Denn wir alle haben immer schon die ersten Gedanken zum Textthema im Kopf. Auf einem Blatt Papier kannst du kritzeln, malen oder Dinge mithilfe von Linien oder Nummern in Form bringen – am Computer kannst du Texte und Wörter via Drag & Drop hin und her schieben oder farbig markieren. Ganz gleich, welches Medium du bevorzugst – fang an! Und wenn du nicht schreiben magst, nutze doch die Sprachaufzeichnung deines Smartphones. Im Schritt 2 überträgst du dann diese gesprochenen Gedankenfetzen auf Papier oder den Computer.

2. Schreibe für eine ganz bestimmte Person.

Die PerfektionistinDiese alte Texterweisheit ist ganz wichtig, wenn du einen guten Text schreiben möchtest: Am besten denkst du während des gesamten Schreibprozesses an diese eine Person, die deinen Text lesen soll. Was könnte diese Person interessieren? Auf fachlicher Ebene genau so wie in emotionaler Hinsicht? Welche Bedürfnisse hat sie, die du mit deinem Text erfüllst? Welches Wissen fehlt ihr, das du ihr mit deinem Artikel vermittelst? Wenn du öfter für eine bestimmte Zielgruppe schreibst, hilft es dir bestimmt, wenn du sogenannte Personas entwickelst. Diese Personenbeschreibungen holst du immer wieder hervor, wenn du mit dem Texten startest – und mit der Zeit weißt du immer besser, wie du schreiben musst, damit deine Zielperson von deinem Text angesprochen wird.

3. Denke kreuz und quer.

Texterhirne sind ganz oft unaufgeräumt – denn mit dieser Form des kreativen Chaos‘ verdienen wir unser Geld. Wenn du gar nicht mehr weiter weißt, nimm dir mal eine Redewendung vor: Was hat die Formulierung „Nachts sind alle Katzen grau“ mit deinem Text zu tun? Oder denke mal darüber nach, welcher Gegenstand auf deinem Schreibtisch am besten zu deiner Textbotschaft passen würde und begründe, warum das so ist. Gut funktioniert auch, wenn du zwischen der fachlichen und der emotionalen Ebene hin und her wechselst: Welches Gefühl bewirkt ein fachlicher Vorteil? Ein plakatives Beispiel: Ein pinkfarbener Rollkoffer hat den Vorteil, dass wir diesen Koffer am Rollband auf dem Flughafen viel eher wiederfinden. Wir sparen also Zeit und sind schneller am Urlaubsort – Glück pur! Du siehst: Mit dieser Art von Pingpong bringst du wieder Schwung in deine Gedanken und damit in deinen Text.

4. Schreibe unperfekt.

Ein Social Media-Manager braucht ganz viel HumorJa, das meine ich ganz ernst, glatt geschliffene, teflonartige Werbetexte gibt es wirklich genug auf dieser Welt – was fehlt, sind die echten, authentischen! Die mit dem Herzblut, bei denen die Lesenden sofort spüren, dass da jemand mit Hirn und Bauch und ganz viel Leidenschaft bei der Sache ist. Also bitte sei mutig und entwickle deinen eigenen Stil, der zu dir und deiner Zielperson passt. Ja, du weißt, welche Botschaften und Inhalte dein Text transportieren soll – nun fehlen „nur noch“ die passenden Emotionen und eine kleine Story – fertig  ist der unperfekt-perfekte Text! Gerade, wenn du bloggst, solltest du auf diese Form der eigenen Handschrift viel Wert legen, denn mit deinem eigenen Stil lockst du viel mehr Leser als mit dem ewig gleichen Werbe-Blabla. Einen kleinen Haken gibt’s: Diese persönliche Art des Schreibens polarisiert – die einen lieben es, die anderen hassen es. Sei dir also bewusst darüber, dass du nicht ALLE glücklich machen wirst – aber wer möchte das schon … 😉

5. Korrigiere später.

Wenn du schreibst, halte du dich auf keinen Fall mit der Korrektur von Vertippslern auf – denn damit unterbrichst du deinen Schreibfluss. Ich weiß, es ist irre schwer, diese rot unterstrichenen Wörter zu ignorieren … aber so bald du zurückkehrst zu einem Wort, das du bereits geschrieben hast, verhinderst du, dass die Wörter, die sich im Flow schon in deinem Kopf versammelt haben, herauskommen. Rock also deinen Text ohne Unterbrechungen durch, das Finetuning machst du später. Beim Feinschliff unterstützen dich darüber hinaus eine Vielzahl von kostenfreien Tools.

6. Schreibe laut.

Das ist meine persönliche, goldene Regel mit enormer Superkraft: Wenn ich einen Text nicht laut und flüssig vorlesen kann, ist er nicht gut. Ich überarbeite ihn also so lange, bis ich ihn mir wirklich ohne stocken oder Augenbrauenrunzeln vorlese! Ja, ehrlich – ich sitze in meinem Büro und lese mir selbst Texte laut vor 😉 . Denn nur so bin ich sicher, dass ich einen zusammenhängenden, sauber aufgebauten Text geschrieben habe, der meine Leser nicht mit unerwarteten Gedankenhüpfern oder umständlichen Formulierungen quält. Denn eins darfst du nicht vergessen: Webtexte werden nicht so intensiv gelesen wie gedruckte Texte. Deswegen sind inhaltlicher Aufbau und optische Struktur in der digitalen Kommunikation noch viel wichtiger!

7. Werfe Augenanker.

Anker-kleinGute Texte sind immer Texte, die gut strukturiert sind – deswegen achte bei der Finalisierung deines Textes unbedingt darauf, dass du die Inhalte mit Augenankern wie Zwischenüberschriften, Aufzählungen, Fettungen, Absätzen etc. strukturierst. Lange Wörter kannst du ruhig logisch durchkoppeln und mit Bindestrichen versehen, damit sie auch auf kleineren Smartphone-Bildschirmen nicht beliebig umgebrochen werden. Denn ein solch beliebiger „Wor-tumbruch“ hält deine Leser nur auf und verärgert sie eventuell. In diesem Punkt ist die gute alte Tante Duden meiner Meinung nach nicht auf dem neuesten Stand.

Hast du noch mehr Regeln auf Lager, die für gute Texte wichtig sind? Her damit, ich freue mich über deine Tipps und Tricks.

Bilder: Pixabay

Christa GoedeChrista Goede steckt viel Herzblut und noch mehr Fachwissen in digitale Unternehmensauftritte: Mit individuellen Texten und Konzepten gestaltet sie Websites und Social Media-Auftritte authentisch. Ihre Erfahrung und ihr Wissen als Texterin, Konzepterin, Social Media-Managerin und Bloggerin teilt sie hier im Blog oder live in Workshops und Vorträgen.

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