Social-Media-Strategie 1

von am 11. September 2012 in Know-how, Social Media | Keine Kommentare

Die passende Social-Media-Strategie finden – Teil 1

Eine geschäftliche Präsenz in einem der vielen sozialen Netzwerke gehört heute zum Außenauftritt zahlreicher Unternehmen. In der Vernetzung und im Dialog mit den Fans, Interessenten oder Followern erschließen sich Firmen neue Wege, um ins Gespräch zu kommen – und um im Gespräch zu bleiben. Doch die Interaktion mit diesen wertvollen Kontakten sollte strategisch geplant und der Dialog wohlüberlegt werden.

Die von mir zusammengestellten Punkte erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Denn eine Social-Media-Strategie sollte so individuell sein wie das Unternehmen selbst. Aber sie geben einen ersten Eindruck und helfen dabei, die richtigen Entscheidungen beim strategischen Vorgehen in Social Media zu treffen.

1. Passendes Netzwerk findenPuzzleteile

Facebook, Google +, Twitter oder Xing? Oder ein ganz anderer Social-Media-Kanal? Das sind die Ausgangsfragen, die ihr euch stellen solltet. Die Antwort findet ihr in diesen Anschlussfragen: Wo tummeln sich eure Kunden? Wo postet die Konkurrenz? Wo findet ihr selbst interessanten Content, der euch beruflich weiterhilft?

Bei der Recherche solltet ihr aber auch die kleineren Netzwerke beachten, denn diese können gerade für Nischenanbieter und spezialisierte Unternehmen mit sehr kleiner Zielgruppe interessant sein. Einen ersten Überblick über die Fülle der sozialen Netzwerke gibt das deutsche Social-Media-Prisma mit Stand März 2012.

Mein Tipp: Nehmt euch Zeit für diese Suche. Denn sie kann entscheidend sein für den Erfolg eurer Strategie.

 2. Professionalität beweisen

Hand aufs Herz: Habt ihr euch nicht auch schon mal fremdgeschämt, wenn ihr bei Facebook den viel geschmähten Catcontent auf der Unternehmensseite eines Global Players (nein, ich meine keinen Katzenfutterhersteller … ;o)) gefunden habt? In solchen Fällen frage ich mich immer, wie die zuständigen Social-Media-Manager bloß auf die Idee kamen, Katzenbilder als zielgruppenrelevant einzustufen. Vermutlich haben sie eine der vielen Untersuchungen gelesen, die Tierbildern oder lustigen Youtube-Filmchen einen hohen Stellenwert einräumen.

Es mag sein, dass solcher Content viele Likes einbringt – aber möchtet ihr bei euren potenziellen Kunden als Verteiler von niedlichen Katzenbildchen im Gedächtnis bleiben? Oder doch lieber als kompetenter, versierter Experte für euer Spezialgebiet? Als jemand, der interessante Inhalte verteilt und auch selbst welche kreiert?  Na bitte! Nach diesen Überlegungen fällt die Wahl der Inhalte, die ihr verteilen solltet, nicht wirklich schwer.

Mein Tipp: Ideen für Inhalte findet ihr in den Blogs, Zeitschriften, Newslettern etc., die ihr vermutlich ohnehin jeden Tag lest, um in eurem Fachbereich up to date zu bleiben.  Lest diese Inhalte doch mal mit den Augen eurer Kunden – und schon habt ihr Ideen für eure neuen Blogbeiträge oder könnt interessante Inhalte via Link weiterempfehlen. In meinen Blogbeiträgen „Richtig googlen“ und „Google Alerts“ findet ihr weitere Möglichkeiten, interessanten Content zu identifizieren und für eure Zwecke zu nutzen.

3. Nachhaltig agieren

Bitte vergesst nicht, dass ihr in eurem gewählten Social-Media-Kanal kein Hausrecht habt. Und ihr wisst auch nicht, wie lange ein bestimmtes Netzwerk noch angesagt ist.  Euren wertvollen Content solltet ihr also auf einer Plattform positionieren, die euch gehört – zum Beispiel in einem eigenen Blog oder auf eurer Website. So gehen die Inhalte nicht verloren, wenn die Karawane der Netzwerker in den nächsten Social-Media-Kanal weiterzieht. Ihr zieht einfach mit, ohne dass euch wertvolle Texte oder Bilder verloren gehen.

Mein Tipp: Bitte beachtet, dass ihr den meisten sozialen Netzwerken mit eurer Zustimmung zu den AGB umfassende Rechte an euren Bildern und Texten einräumt. Bei Facebook erlaubt ihr dem Unternehmen sogar, euer Logo für Facebook-Werbung zu verwenden!

4. Wertvollen Content posten

Nein, ihr müsst nun nicht jeden Tag lange, gut recherchierte, perfekt ausformulierte Blogbeiträge schreiben, auf die ihr dann verlinkt. Ihr könnt auch Lesetipps geben, zu Diskussionen beitragen oder die Links anderer Experten weiterleiten und empfehlen. Wenn es eurem Stil entspricht, könnt ihr sogar Persönliches posten! Allerdings solltet ihr euch mit persönlichen Themen eher bedeckt halten, denn welchen Auftraggeber oder potenziellen Kunden interessiert schon, was ihr heute zu Mittag gegessen habt? Eine Rückmeldung aus dem Urlaub mit einem schönen Foto kann hingegen die persönliche Bindung intensivieren und eure Kunden daran erinnern, dass sie euch ja ohnehin einen Auftrag geben wollten.

Mein Tipp: Entwickelt einen Redaktionsplan für euren Social-Media-Auftritt. Dann habt ihr die Termine immer im Blick und könnt vorarbeiten für Zeiten, in denen ihr vielleicht keine Zeit habt wertvollen Content zu kreieren.

 5. Persönlichkeit zeigen

Ein wirkliches, echtes und dazu noch ausgeprägtes Alleinstellungsmerkmal (im Marketingsprech USP genannt) haben nur wenige Unternehmen – Bäcker X backt genau so leckere Brötchen wie der Bäcker Y oder der Bäcker Z.

Doch Bäcker Y geht einen neuen Weg: Er hat eine gut laufende Facebook-Präsenz, gibt Einblicke in die Backstube, verrät Rezepte und stellt die freundlichen Verkäufer und Bäcker vor. Darüber hinaus verlinkt er auf Content, der für alle Menschen spannend ist, die gerne Brötchen oder Kuchen essen und postet Fotos seiner neuesten Brot- und Kuchenkreationen. Das Unternehmen Bäckerei Y hat mit diesen Maßnahmen eine ganz eigene Persönlichkeit entwickelt, mit der die Firma sympathisch präsentiert wird. Für die Facebook-Seite wirbt Bäcker Y nicht nur auf seinen Fahrzeugen und in den üblichen Printpublikationen, sondern auch auf seinen Brötchentüten, die täglich zu Hunderten über die Theke gereicht werden – so gewinnt er viele neue Fans. Bäckerei X und Z hingegen sind in keinem Social-Media-Kanal aktiv, ihr gesamter Außenauftritt ist herkömmlich – im wahrsten Sinne des Wortes altbacken. Langfristig wird Bäcker Y der erfolgreichere Bäcker sein: Er bindet seine Kunden emotional, in dem er seine ganz eigene Persönlichkeit zeigt, Informationen teilt und sich im Internet als freundlicher und kompetenter Backexperte darstellt.

Mein Tipp: Überlegt, was euch als Unternehmen einzigartig macht. Bei Freiberuflern steht da eventuell eher die eigene Person im Vordergrund – bei Unternehmen könnten das zum Beispiel die vielen Gestaltungsmöglichkeiten der Arbeitsplätze und -zeiten sein. Oder ein branchenbekannter Speaker, der für das Unternehmen bloggen könnte. Ein Social-Media-Auftritt wirkt in viele Richtungen: Deshalb sollte die Personalabteilung (wenn vorhanden)  ebenfalls in den Social-Media-Prozess mit einbezogen werden.

So geht’s weiter

Im zweiten Teil findet ihr Tipps zu den Themen Authentizität, Zuhören und Kontinuität. Ich wünsche euch viel Erfolg mit eurer ganz persönlichen Social-Media-Strategie!

Bild: Toby Hegewald/www.pixelio.de

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