Authentischer Text: Was ist das? Wie geht das?

Ja, ich weiß, der Begriff “Authentizität” gehört für viele in die gruselige Buzzword-Ecke. Meiner Meinung nach aber zu Unrecht! Denn der Begriff ist dort nur deshalb gelandet, weil sich so viele drauf gestürzt haben – ohne zu verstehen, was Authentizität, authentisch schreiben und damit authentischer Text überhaupt bedeuten. Dabei ist Authentizität meiner Meinung nach in deiner Website, in deinem Newsletter und natürlich auch in der Messebroschüre superwichtig. Ganz besonders dann, wenn du Freiberuflerin oder Einzelselbstständiger bist. Denn schließlich möchtest du als Person mit deinem Unternehmen sichtbar werden!

Doch warum ist authentisch schreiben so bedeutsam? Und wie geht das? Dazu müssen wir zu Beginn eine Frage klären:

Was ist eigentlich ein authentischer Text?

Eigentlich ist das ganz einfach: Ein authentischer Text ist einer, der zu der Person passt, die ihn schreibt oder veröffentlicht. Nichts Schleimiges, außer du bist eine Schnecke. Nichts Aalglattes, außer du bist ein Aal. Und natürlich auch nichts Knallhartes, außer du bist Chuck Norris himself. ;-)

Jede Persönlichkeit besteht aus vielen Facetten. Manche deiner Eigenschaften sind relevant für deine Selbstständigkeit, andere hingegen haben dort nichts zu suchen. Denn Authentizität bedeutet nicht, dass du dich komplett nackig machen musst. Und jede deiner Marotten und Eigenarten ungehemmt ausleben sollst. Denn ein authentischer Text ist einer, der deine geschäftlich relevanten Persönlichkeitsanteile widerspiegelt. Einer, der zu dir und deiner Personenmarke passt!

WERBUNG, ICH FIND DICH SCHEIßE!

… und viele weitere Selbsterkenntnisse.
#christasrant 5-21

Nun isses raus. Ich bin Texterin und Konzeptionerin, mache Werbung – und finde Werbung scheiße. “Wie geht das?”, fragst du dich sicher nun. Schließlich bin ich ja Teil dieser Werbemaschinerie von Berufs wegen. Doch ich kann diese ganze verlogene Glitzer-Blabla-Werbung und die Dumpingpreis-Angebote einfach nicht mehr ab.

Wer braucht wirklich das Kilo Industrie-Fleisch für 2,99 €, für das im lieblos zusammengeklöppelten Briefkastenflyer geworben wird? Die drölfzigste löchrige Jeans – natürlich zum Wegwerfen, weil man ja nie was zweimal anzieht? Oder das superdupertolle, total persönliche Online-Coaching, dass dich natürlich und garantiert zu deinen Zielen bringt? Das riesige Auto mit 650 PS, in dem du dich dann im gleichen Stau wie die Kleinwagenfahrenden total frei fühlen darfst? Den Urlaub irgendwo ganz weit weg, für den du das ganze Jahr sparst? Um dich stundenlang in eine fliegende Blechbüchse mit riesigem Abgasausstoß zu setzen? Mit dem Ziel, für ein paar Wochen dein eigentliches Leben zu vergessen? Wäääääääää, ich finde diese Art von Werbung wirklich richtig scheiße! Und das kann ich auch ziemlich umfassend begründen:

Höher-schneller-weiter-Werbung passt nicht mehr zu diesen Zeiten

Manager macht Werbung für noch mehr Wachstum

Hey, ich sag nur Pandemie. Oder Klimawandel. Wir alle MÜSSEN andere Brötchen backen, wenn wir diese Erde, die Flora und die Fauna und natürlich auch uns Menschen erhalten wollen. Ich schreibe bewusst “andere”, denn kleinere sind es eigentlich nicht, wenn wir genauer darüber nachdenken. Warum glauben so viele Menschen, dass eine dicke Karre toller und cooler macht? Oder dass wir mehrfach im Monat neue Klamotten und irgendwelchen Schischi shoppen müssen? Wer hat uns eigentlich gesagt, dass Urlaub in Thailand voll knorke ist, und die Radtour Richtung Ostsee nicht? Richtig, die blöde Werbung war das. Und wir sind drauf reingefallen!

Wir haben uns das alles jahrzehntelang erzählen lassen … warum auch immer. Wir glaub(t)en daran, dass immer mehr Wachstum immer mehr Wohlstand bringt. Obwohl wir direkt vor unserer Nase auch schon seit vielen Jahrzehnten die grässlichen Ergebnisse dieser Denkweise und der damit verbundenen rücksichtslosen Ausbeutung sehen.

Urlaub ist das, was wir draus machen – nicht die Werbung

Dabei ist Urlaub das, was wir draus machen – das hab ich in den letzten zwei Jahren gelernt. 2019 bin ich mit dem Rad am Rhein entlang bis nach Noord-Holland geradelt. Übernachtet habe ich meistens bei Freundinnen und Freunden oder auch bei Menschen, die ich mir – der Wildfremden – über Social Media ein Bett angeboten hatten. Ein kostengünstiger, wunderschöner, abwechslungsreicher Urlaub, der mir sehr viel Kraft gegeben hat. Denn als ich los radelte, glaubte ich ehrlich gesagt nicht daran, dass ich so weit radeln könnte. Um so toller und nachhaltiger war das Glücksgefühl, als ich nach einer Woche tatsächlich vor dem Ortsschild von Alkmaar stand, hach!

Und: Die finanzielle Investition für diesen Urlaub war winzig im Vergleich zu den Urlauben, die ich sonst gemacht habe. 2020 ist der Urlaub dann ausgefallen – aus Gründen. Nebeneffekt: Als gebürtige Frankfurterin musste erst Corona kommen, damit ich das Rhein-Main-Gebiet richtig gut kennenlerne! Das ist doch total bekloppt! Es gibt direkt vor meiner Haustür so viel Natur, wunderschöne Landschaften und herrliche Ausblicke. Okay, kein Meer. Aber ich hab ja gelernt, dass ich sogar bis ans Meer radeln kann … ;-) Was hält dich davon ab, die Gegenden vor deiner Haustür besser kennenzulernen? Das geht mit dem Rad genauso gut wie mit dem Kleinwagen. Und in Nicht-Pandemiezeiten ist der ÖPNV auch eine ziemlich coole Alternative.

Im Interview – Norbert Gilles

“Mein „Stilmittel“ ist kontinuierliches Mitdenken.”

Norbert Gilles als SpeakerNorbert kenne ich nun schon seit sehr vielen Jahren, denn wir beide sind im Orga-Team des Barcamp RheinMain. Norbert ist ein Macher mit ganz vielen Ideen, der mit seiner ruhigen Art auch im größten Chaos den Überblick behält – eine sehr wertvolle Eigenschaft, wenn es darum geht, jedes Jahr eine zweitätige Un-Konferenz für 300 Digitalverrückte zu veranstalten ;o) Ich freue mich sehr, dass er mit seinen nachdenklichen Antworten Teil dieser Interviewreihe ist.


CG: Seit 2008 machst du mit deiner Agentur giinco digitale Kommunikation; Du berätst kleine und große Unternehmen, entwickelst Design und übernimmst die Planung und die Umsetzung solcher Projekte. Außerdem organisierst du im Team jedes Jahr das Barcamp Rhein-Main und bist eigentlich auf jeder Veranstaltung im Rhein-Main-Gebiet zu treffen, bei der es um Digitales geht. Gibt es einen Unterschied zwischen dem digitalen und dem analogen Norbert? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?

NG: Ich denke nicht. Du beschreibst den digitalen Norbert ja als Hans Dampf in allen Gassen. Das bin ich im Analogen auch. Andere Gassen halt. Wobei sich diese Definition ja auch wenig nach der Arbeit-Norbert und der Privat-Norbert anhört.
Da gibt es eigentlich auch keine Trennung. Ich bin natürlich auf einer Veranstaltung mitunter in einer anderen Rolle, als abends im Biergarten. Aber ich atme nicht vorher durch und sage „so, jetzt Event Lächeln aufsetzen“ oder sitze im Biergarten und denke mir „jetzt muss ich mal nicht so oder so sein“. Ich denke da gar nicht so richtig drüber nach. Ich bin anders fokussiert. Das kann man sagen. In einem Vortrag bin ich sehr auf mein Publikum konzentriert und versuche …

Outdoor arbeiten

Von Texten, Tomaten und einer Hängematte: Arbeiten in freier Natur.

Die Obstbäume im FrühlingEs ist Montag, der 9. November, etwa 16 Uhr. Ich bin gerade aus meinem Garten nach Hause gekommen – nach 3 Stunden Hochbeete-Bau. Und jetzt sitze ich hier und schreibe einen Beitrag für die Blogparade “Zum Wert von Natur in der Selbstständigkeit” von Silke Bicker, einer wunderbaren Kollegin, die sich auf ökologische Themen spezialisiert hat. Das Naturthema finde ich so spannend, dass ich unbedingt dabei sein wollte! Falls du noch mehr von diesen Blogbeiträgen lesen möchtest: Du findest sie gesammelt in Silkes Blog – oder auf Twitter, der Hashtag lautet  #NaturSichtBlogaktion. Die Blogparade läuft noch bis Heilig Abend! Und jetzt zu meinem Beitrag:


Ich bekenne: Ja, ich Großstadtpflanze habe einen Garten. Und zwar einen richtigen Schrebergarten. In einem Verein. Mit Satzung und so. Aber nicht so spießig, wie du dir das nun gerade vorstellst ;-) Es ist ein lockerer Verein mit netten Mitgliedern, und der Garten ist wunderschön. Mit dem Rad fahre ich etwa 15 Minuten dorthin. Packtasche mit Laptop und Arbeitssachen aufs Rad, Hund im Hänger hintendran – zack, bin ich mitten in der Natur. Herrlich!

Ganz viel Luxus, Obst und eine Bierzeltgarnitur

Das Gartenhäuschen im DunkelnDer Garten ist ein echter Luxusgarten. Es gibt dort nämlich Strom und im Sommer sogar Leitungswasser. Im Garten steht außerdem ein kleines Steinhäuschen von ungefähr 20 qm – inklusive Küche und einem Klo. Im letzten Sommer haben mein Mann und ich den Putz von den Wänden geschlagen, alles neu verputzt und das gruselige Saunaholz an der Decke weiß gestrichen. Nun ist es ein echt schönes Wochenendhäuschen, in dem wir sogar dank Elektroheizung im November übernachten können, yeah. Und wenn es regnet prasseln die Tropfen aufs Dach … das ist …

Im Interview – Sandra Franck

“Vertrauen ist ein Grundbedürfnis des Menschen.”

Sandra Franck von der Agentur designzwergeVor vielen Jahren klingelte bei mir mal das Telefon: Am anderen Ende war Sandra, Chefin der Agentur designzwerge aus Memmingen – sie brauchte Texte für eine Website. Von Anfang an waren wir auf einer Wellenlänge in Sachen Arbeit und Arbeitsstil. Außerdem können wir supergut zusammen brainstormen (andere nennen es wohl rumspinnen ;o) Aber es ist superproduktiv!). So haben wir zum Beispiel zusammen Monster mit Charakter für ein Kindermode-Unternehmen entwickelt, biologische Abwasserreinigungsanlagen werblich dargestellt und eMitarbeiterschulungen ins Internet gebracht. Zur kreativen Energie, die wir gemeinsam entwickeln, kommt noch, dass wir beide einen wertschätzenden, zugewandten Arbeitsstil schätzen und pflegen. Und wir beide lieben Hunde! So ist klar: Sandra und ich sind ein echtes Dreamteam ;o)


CG: Seit 2008 bist du als Diplom-Mediendesignerin mit deiner Agentur designzwerge selbstständig: Du berätst kleine und mittelständische Unternehmen in ihrem digitalen und analogen Marketing, entwickelst Design und übernimmst die Planung und die Umsetzung solcher Projekte. Außerdem machst du schönen Schmuck und zeichnest live über Twitch. Gibt es einen Unterschied zwischen der digitalen und der analogen Sandra?

SF: Ja, den gibt es: Ich zocke fast nur analog, nicht digital. Mein ganzes „kreatives Leben“ ist gleichzeitig analog und digital. Da genieße ich es, alle paar Wochen mit meinen Freunden im Real Life zusammen zu sitzen und „Brettspiele“ zu zocken. Ansonsten ergänzen sich für mich die analoge und die digitale Welt komplett. Selbst die Zusammenarbeit mit meiner Mitarbeiterin aus dem Homeoffice heraus findet digital via Zoom statt.

CG: Was macht deine Personenmarke aus?

SF: Hm, schwierig selbst zu beantworten. Eine Freundin sagte mal über mich: „Im ersten Eindruck ist Sandras Gedankenwelt chaotisch. Wenn man Sandra aber näher kennt, ergibt das aber plötzlich alles Sinn.“ – ich denke das kann ich so stehen lassen ;-)

CG: Authentizität ist ein Modebegriff – viele Unternehmen und Selbstständige schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

SF: Mir ist es ziemlich egal, ob das gerade ein Modebegriff ist. Ich bin schon immer offen und ehrlich mit meinen Kunden und Partnern umgegangen. Ich halte nichts davon, bewusst etwas darzustellen, das man nicht ist.

CG: Warum ist es so schwer für viele Menschen, individuelle Wege zu beschreiten und das zu tun, was uns wirklich ausfüllt?

Arbeit und Spaß - das passt gut zusammenSF: Mit meiner Antwort könnte ich Bücher füllen – ich versuche …

Im Interview – Cordula Natusch

“Wer mich bucht, bekommt mich.”

Cordula NatuschCordula ist … Trommelwirbel …. Textine wie ich – das heißt, sie ist auch Teil des besten Netzwerks der Welt, dem Texttreff. Wir folgen uns gegenseitig in verschiedenen Sozialen Netzwerken. Ich finde ihren klaren Auftritt toll: Sie agiert sehr überlegt und ist mit dieser Gabe äußerst streitbar, ohne im getippten Gefecht die Contenance zu verlieren. Das finde ich ja grundsätzlich sympathisch ;o) Außerdem macht sie schöne Hamburgfotos!
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen dieses spannenden Interviews.


CG: Als Texterin, Konzeptionerin, Beraterin und Lektorin bist du spezialisiert auf Wirtschaftsthemen. Außerdem unterstützt du Selbstständige dabei, sich mit Ratgebern, Sach- und Fachbüchern am Markt als Expertinnen und Experten zu positionieren. Und dann bist du noch die Fachfrau für alle, die Hamburg abseits der Pfade erleben möchten – inklusive Blog und einem eigenen Buch. Wie wichtig ist deine eigene Person in deinen Berufsalltag?

CN: Für mich als Soloselbstständige natürlich sehr wichtig. Wer mich bucht, bekommt mich, mein Wissen, meine Erfahrung und meine Persönlichkeit – nichts sonst. Ich bin also meine eigene Marke, in all meinen Fassetten.

CG: Was macht diese Personenmarke aus?

CN: In allem, was ich mache, steckt ganz viel Cordula drin: eine Mischung aus Leidenschaft und gesundem Pragmatismus, außerdem meine Begeisterung für Sprache, Literatur und Bücher, mein Interesse an Wirtschaft, an Natur und Kultur. Kunden und Kundinnen arbeiten mit mir, weil ich so bin, wie ich bin. Ich mache Wirtschaftstexte, weil ich Wirtschaft und Finanzen spannend finde. Ich erkläre leidenschaftlich gern Hintergründe und Zusammenhänge, deshalb bearbeite ich Ratgeber und Sachbücher. Ich liebe Hamburg und Norddeutschland, also schreibe ich darüber. Ich reagiere empfindlich auf Ungerechtigkeiten, daher berate ich Autoren und Autorinnen auf ihrem Weg zum eigenen Buch und versuche, sie vor Fallen wie Druckkostenzuschussverlagen, unfairen Konditionen in Verlagsverträgen und unseriösen Versprechungen wie „Der schnelle Weg zum Bestseller“ zu bewahren. Ich habe das große Glück, in meinem Beruf ganz ich sein zu dürfen.

CG: Authentizität ist ein Modebegriff – viele Unternehmen und Selbstständige schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

CN: Eine immens große – auf verschiedenen Ebenen. Wer eine solch persönliche Dienstleistung wie ein Lektorat, eine Beratung oder einen Text bestellt, bucht immer auch die Person, die dahintersteht, mit all ihren Eigenheiten, Werten, Besonderheiten. Das sind oft sogar die ausschlaggebenden Punkte bei der Auftragsvergabe. Diese Person soll dann die Vorstellungen des Kunden oder der Kundin umsetzen. Und das Ergebnis muss zum Auftraggeber und zur Auftraggeberin passen. Im Lektorat beispielsweise besteht die Herausforderung darin, ein Manuskript effektiv zu verbessern, ohne die Stimme des Autors oder der Autorin zu verfälschen. Ich muss den Text bearbeiten, aber er soll auch nach meiner Bearbeitung als der des Kunden oder der Kundin erkennbar, also authentisch, sein. Das ist eine Gradwanderung: Einerseits muss ich mich einbringen, andererseits auch zurücknehmen. Das geht meiner Meinung …

Im Interview – Tina Pruschmann

“Ich frage mich, was dieses Sein hinter dem Schein sein soll.”

Tina PruschmannMit Tina verbindet mich … *Trommelwirbel* … das gemeinsame Netzwerk Texttreff. Außerdem haben wir beide eine Vorliebe für ein gutes Glas Wein oder auch zwei. Und wir mögen politische Gespräche – gerne auch kontrovers. Unvergessen für mich auch eine Barcamp-Session, in dem wir Klischees über Ossis und Wessis herausgearbeitet haben. Hui, das ging hoch her!

Tina ist ein nachdenklicher Mensch, sie hinterfragt Dinge tief und setzt sich mit Themen intensiv auseinander. Und so finde ich ihre Auseinandersetzung mit dem Begriff “Authentizität” in diesem Interview sehr spannend! Sie ist auch die Erste, die in dieser Interviewreihe auf Mörder* zu sprechen kommt. Aber lest selbst – doch werft das Hirn vorm Lesen an, es gibt Futter ;o)


CG: Du schreibst Bücher – vom Roman bis hin zur Dokumentation über einen Nonnenorden. Oder arbeitest als Ghostwriterin. Außerdem organisierst du politische Veranstaltungen zum Thema Flucht und Heimat. Und du schreibst Medizintexte. Gibt es eine große Klammer um diese Themenvielfalt und dein Engagement?

TP: Ich denke nicht. Es käme mir konstruiert vor, die Dinge thematisch zusammenzuheften.
Mit den Medizintexten, mittlerweile mehr mit Projektkoordination, verdiene ich Geld und es macht mir Freude. Das politische Engagement, seit einem Jahr bin ich SPD-Mitglied, ist mir wichtig, weil ich das Küchentischgemeckere so satthatte. Ich will nicht sagen, dass ein politscher Disput bei diversen Gläsern Rotwein keinen Spaß macht. Im Gegenteil. Aber ich hatte Lust, mich an politischen Entscheidungsprozessen direkter zu beteiligen. Schon als einfaches …

Im Interview – Andrea Görsch

“Es liegt so viel Schein in der Luft.” 

Sketchnote Andrea GörschAndrea Görsch vom Wortladen ist genau wie ich eine Textine und damit Teil des weltbesten Netzwerks Textreff. Andreas Tipps zum korrekten Schreiben finde ich prima, denn sie helfen mir in meinem Arbeitsalltag weiter – schließlich ist Andrea nicht nur Texterin, sondern auch noch Werbelektorin.
Außerdem habe ich einen ihrer Workshops besucht zum Thema gegenderte Sprache. Hui, nun klappt das gleich viel besser mit einer Sprache, die Frauen und andere nichtmännliche Menschen nicht einfach nur “mitmeint”, sondern tatsächlich in der Sprache sichtbar macht. Schließlich denkt niemand beim Begriff Astronaut an die Astrophysikerin Sally Ride, die als erste US-Amerikanerin im Weltall war! Eine geschlechterneutrale Sprache ist also ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Gleichberechtigung – und Andrea trägt mit ihren Workshops maßgeblich dazu bei, weil sie Menschen sensibilisiert. Danke dafür ;o)


CG: Du bist Texterin, bietest Werbelektorat an und gibst in individuellen Workshops Wissen weiter – zu finden bist du unter dem tollen Namen „Wortladen“. Was macht deine Marke aus? Und wie vermittelst du diese Merkmale in deinem Außenauftritt?

AG: Meine Marke ist der Wortladen, das vermittele ich bildlich durch mein Logo: die pralle Tasche gefüllt mit Wörtern. Augenzwinkernd gesagt: „Kommen Sie rein, kommen Sie rein und gehen Sie mit wunderbaren Wörtern wieder raus.“ Auf einer anderen Ebene drückt das mein Slogan aus: „Wo Gedanken Worte werden“. Und das macht auch meine Marke aus: Ich höre zu, tauche in Gedanken anderer ein, versetze mich in mein Gegenüber, in die Zielgruppe etc. und finde als Texterin in meinem Wortladen die passenden Wörter.
In der Marke Wortladen steckt natürlich ganz viel …

Im Interview – Christina Mohr

“Man ist immer dann am authentischsten, je selbstverständlicher man zu Werke geht.”

Christina Mohr mit Breeders-PlatteChristina ist eine der wenigen Personen in dieser Interviewreihe, die ich NICHT persönlich kenne ;o) Wobei: Vielleicht doch, denn sie war früher genau wie ich viel im Frankfurter Nightlife unterwegs. Vermutlich sind wir uns also schon x-mal über den Weg gelaufen ohne uns zu bemerken, ts!

Auf Facebook sind wir schon länger verbandelt: Ich mag ihre Postings und ihre Pop-Texte, denn da kann ich neue Bands kennen lernen. Ihre zwei Arbeitswelten finde ich sehr spannend, denn sie hat Spaß und den Sicherheitsgedanken unter einen Hut gebracht. Sehr cool! Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

PS: Gerade habe ich erfahren, dass Christina Debbie Harry interviewt hat. DEBBIE HARRY!!!


CG: Du hast zwei berufliche Existenzen: Zum einen arbeitest du im Verlagssekretariat des Campus Verlags FFM. Und zum zweiten schreibst du seit vielen Jahren als Journalistin über Pop – zum Beispiel für Spex, Missy Magazine, Konkret, Die Anschläge, kaput-magazine.com, melodiva.de und culturmag.de. Außerdem warst du mal Redakteurin bei satt.org. Wie kriegst du das alles hin? Und wie viel Christina steckt in all diesen Jobs? 

CM: Ja, das klingt immer erstmal nach irre viel und null Freizeit – aber irgendwie passt es doch immer. Im Lauf der Jahre habe ich offenbar gelernt, abends ab 20.00 Uhr nochmal richtig loslegen zu können und Artikel für Musikmagazine zu schreiben. Beide Bereiche sind wichtig für mich: Die Verlagsarbeit als „Brotjob“, der Popjournalismus als zweites …

Im Interview – Katja Rosenbohm

“Ich mag keine Mogelpackungen.”

Katja Rosenbohm im Gespräch (c) Gabi BuduligWieder eine Frau aus dem schreibenden Gewerbe – woran das nur liegt ;o) Natürlich daran, dass auch Katja im weltbesten Frauennetzwerk, dem Texttreff, aktiv ist. Ich saß damals auch gemeinsam mit ihr in dem spannenden Workshop zur Personenmarke, von dem sie im Interview erzählt. Katja beschäftigt sich als Texterin und Lektorin intensiv mit Sprache und der Frage, wie man richtig gendert. Sie teilt ihr Wissen freigiebig – ich habe schon viel von ihr gelernt, danke dafür!


CG: Du bist Texterin und Lektorin – bei dir gibt es alles mit Krönchen. Und mit der Orthogräfin hast du gleich auch noch einen tollen Namen für deine Personenmarke gefunden. Wie bist du auf diese Idee gekommen? Brauchtest du Mut, um dich auf diese spannende Art und Weise selbst zu vermarkten?

KR: Anfangs habe ich Die Orthogräfin nur als Logo verwendet. Irgendwann fand ich jedoch heraus, dass ich noch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal brauche, da ich mit dem Namen Katja Rosenbohm in Deutschland nicht einzigartig bin. Entstanden ist die Idee für die Orthogräfin in der Zusammenarbeit mit Sonya Eller, einer genialen Grafik-Designerin, die ich noch aus meiner Kölner Zeit kenne. Sonya hat es damals geschafft, ein besonderes Wortspiel zu kreieren, mit dem ich mich – mit einem Augenzwinkern – von meinen Mitbewerberinnen abheben konnte.
Es gab die eine und andere kritische Stimme in die Richtung, dass ich mich damit zu sehr auf die Rechtschreibung festlegen würde. Oder gar das Augenzwinkern nicht verstanden wird. Davon ließ ich mich nicht verunsichern, mir gefiel der Name von Anfang an. Und je stärker ich mich als Person mit der Orthogräfin identifizierte, desto mehr positive Reaktionen kamen von außen. Ich habe gar nicht groß darüber nachgedacht, was ich da tue. Ich bin immer mehr in (m)eine Rolle geschlüpft. Bestärkt hat mich darin auch der Workshop …

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