Blogparade Authentizität

von am 21. August 2013 in Authentizität, Christa persönlich, Know-how | 2 Kommentare

Mit Herzblut zu Überzeugungstaten.

Stempel mit der Aufschrift "Original"Gestern morgen fand ich auf Facebook ein Posting von Silke Loers von der Loers-Vertriebsberatung, in dem sie auf einen ihrer Blogbeiträge aufmerksam machte: „Authentizität – kann man auch in Social Media authentisch sein?“ Sie beantwortet darin die Fragen von Ina Machold, die zur Blogparade „Authentizität und Erwartungen in der Dienstleistung – ein Balanceakt?“ eingeladen hatte. Mein Thema! Denn eins meiner Hauptanliegen in meinem beruflichen Dasein als Texterin und Konzeptionerin ist das Echtsein: Ich unterstütze meine Kunden dabei, Marketing authentisch zu betreiben. Das geht aber nur, wenn ich selbst „echt“, überzeugt und mit Herzblut dabei bin.

Das Thema Authentizität beschäftigt mich schon länger. Wenn Sie mehr über meine Gedanken und Ideen wissen möchten, empfehle ich Ihnen folgende Blogartikel:

Die 6 Fragen dieser Blogparade geben einen weiteren Einblick in meine Haltung zu diesem Thema:

Achtest du bewusst darauf, glaubwürdig/authentisch zu sein? Wie? Geht das überhaupt?
Gleich am Anfang eine schwere Frage, die ich nur mit JEIN beantworten kann ;o)) „Echt“ ist man meiner Meinung nach in dem Moment, in dem man sich nicht verbiegt, sondern nach seinen Überzeugungen handelt und auch die Konsequenzen trägt, die unter Umständen daraus resultieren.
Ich habe bestimmte Vorstellungen und Überzeugungen, wie ich leben und arbeiten möchte: Zum Beispiel gehören Machtkämpfe, Ausgrenzung, Vorurteile, Ellenbogenmentalität oder nicht hinterfragte hierarchische Strukturen zu den Dingen, mit denen ich mich nur äußerst ungern umgebe. Mein Arbeitsstil basiert auf Gemeinsamkeit: Ich arbeite oft in Projekten, zu denen ich andere Freiberufler hinzuhole oder selbst hinzugeholt werde. Gemeinsam wuppen wir Aufträge, die wir als Einzelkämpfer nicht abarbeiten könnten. Diese Form der projektbezogenen Teamarbeit liegt mir sehr. Denn hier haben alle ein Ziel: Den Auftrag des Kunden in guter Qualität zu erledigen.
Teamarbeit bedeutet für mich, dass alle ehrlich miteinander umgehen und offen Dinge ansprechen – positiv wie negativ. Im Idealfall ist sogar der Auftraggeber Teil dieses Teams:  Er arbeitet aktiv mit und wird in die Lösungsprozesse miteinbezogen. Das bedeutet aber auch, dass der Auftraggeber ALLE Höhen und Tiefen des Teamworks mitbekommt ;o)) Und für uns Dienstleister bedeutet es, dass wir Dinge erklären oder sogar diskutieren müssen, die in der Zusammenarbeit untereinander als selbstverständlich gelten. Da sind manchmal starke Nerven gefragt – bei allen Beteiligten. Aber die tollen Ergebnisse einer solchen Zusammenarbeit zeigen immer wieder, dass sich dieser Einsatz lohnt!

Wie oft hinterfragst du dich in deiner Arbeit? Wie intensiv? Wie weitreichend?
Sehr oft. Nach jedem Projekt veranstalte ich eine Art interne und externe Manöverkritik: Wie bewerte ich meine eigene Arbeit und die der anderen? Was lief gut, was lief nicht so gut? Was sagen die anderen Mitglieder des Teams? Wo gibt es Verbesserungspotenzial – in den Abläufen, im Umgang miteinander?  Gab es Probleme und warum gab es diese? Was können wir gemeinsam tun, um diese Probleme zu beheben? Natürlich bitte ich nach einem abgeschlossenen Projekt auch den Auftraggeber um ein Feedback oder spreche Dinge an, die einer Klärung bedürfen. Diese Phase ist eine, vor der ich ziemlichen Respekt habe: Denn wegen dieser Manöverkritik sind leider schon Teams auseinandergebrochen – doch glücklicherweise passiert das nur sehrsehrsehr selten. Ich finde es trotzdem wichtig, ein ehrliches Feedback zu bekommen, es zu geben und offen miteinander zu reden. Denn meiner Meinung nach kann man sich nur so als Team und als Person entwickeln!
Doch schon in der Anfangsphase eines Projektes stelle ich ganz viele Fragen – und zwar meinen Kunden: Lassen sich im Vorfeld eines Projektes bereits Problemlagen erkennen? Wenn ja, was können wir dagegen tun? Gibt es bereits abgeschlossene Projekte, aus denen wir etwas lernen können? Denn schon in der Konzeption ist es wichtig, möglichst viele Punkte mindestens anzudenken – um so weniger Überraschungen erwarten uns in den weiteren Projektphasen.

Wie bewusst schaffst du es, mit deinen inneren Mustern und Strukturen umzugehen?
Sagen wir so: Ich bin stets bemüht! Ich bin zum Beispiel oft ziemlich ungeduldig, mir selbst und anderen gegenüber. Doch daran arbeite ich und versuche, langmütiger zu werden. Im Fall der Fälle erkläre ich eben alles noch einmal – und zwar ohne dabei genervt zu wirken. Denn das ist eigentlich meine größte Herausforderung: Meine Gefühle und Gedanken nicht immer gleich in meinem Gesicht zu platzieren. Wobei meine Kunden meine offene und direkte Art zu schätzen wissen. Es hat also alles seine Vor- und Nachteile.

Wie gehst du mit den Fehlern um, die du machst?
Offen. Ich sage, dass ich einen Fehler gemacht habe und korrigiere ihn umgehend. Wir sind alle Menschen, uns allen passieren Fehler! Für mich ist aber wichtig zu klären, warum der Fehler entstanden ist: War es Hektik? Hat jemand etwas falsch verstanden? Die Klärung finde ich wichtig, denn nur so kann man verhindern, dass man einen Fehler öfter macht.

Wie gelingt dir die Balance zwischen Selbstkritik und Selbstliebe?
Vorab: Ich find mich dufte. Ziemlich dufte sogar ;o)) Aber das heißt nicht, dass ich mich nicht selbst kritisieren darf – im Gegenteil. Begründete Kritik hilft jedem Menschen und die Fähigkeit, sich selbst kritisieren zu können, ist eine sehr wichtige.  Allerdings sollte man dabei bestimmte Regeln beachten und auch sich selbst gegenüber respektvoll sein. Frauen fallen oft in eine Art Selbstbeschimpfungsritual, wenn sie erkennen, dass sie einen Fehler gemacht haben. Sie kommentieren ihre Fehler mit Sätzen wie „Ich bin sooooooooooooo doof!“ oder „Was bin ich für eine blöde Kuh!“. Wenn ich das bei anderen Frauen mitbekomme, sage ich öfter mal, dass nur diese Handlung doof war – und nicht ihre gesamte Person. Ein großer, wichtiger Unterschied! Ich selbst habe mir diese Form der weiblichen Selbstbeschimpfung weitgehend abgewöhnt, was ein Glück.

Wie gehst du mit Erwartungen oder Ansprüchen um, die deine KundInnen an dich richten? Innerlich und nach außen?
Natürlich professionell. Schließlich bezahlen sie mich dafür, dass ich bestimmte Aufgaben für sie erledige. Diese Aufgaben werden schriftlich fixiert – und zwar schon im Angebot. Meine Kunden wissen also genau, was sie von mir erwarten können. Manchmal wachsen Aufträge während der Bearbeitungsphase: Dann sprechen wir offen darüber, wie wir diese erweiterten Aufgaben lösen können und welche Kosten dabei entstehen. Gern bin ich auch bereit, Mitarbeiter zu schulen und mein Know-how weiterzugeben – so können bestimmte Aufgaben Inhouse erledigt werden. Und sollte ich eine Aufgabe nicht persönlich lösen können, kenne ich bestimmt eine Person, die das kann – den Kontakt stelle ich gerne her.
Ich denke, dass Transparenz sehr wichtig ist: Deshalb erstelle ich detailreiche Angebote, in denen die einzelnen Arbeitsschritte aufgelistet sind. Da meine Kunden oft nicht webaffin sind, erkläre ich die einzelnen Punkte genau. Und ich erläutere die Vor- und Nachteile bestimmter Entscheidungen, die während des Projektablaufs getroffen werden müssen. Mein Lieblingssatz, den ich in solchen Situationen öfter mal von Kunden höre: „Machen Sie mal, Frau Goede, wir vertrauen Ihnen!“ Darauf bin ich mächtig stolz! Gemeinsam begehen wir Überzeugungstaten, die aus Know-how, Herzblut und menschlichem Miteinander bestehen.

Bildquellenangabe: Pixabay

2 Kommentare to “Blogparade Authentizität”

  1. Sehr schöner Artikel.

    Mir ist auch des öfteren aufgefallen, das Frauen dazu neigen sich selbst als dumm, unfähig, blöde und in einem Fall sogar als „Oh Gott bin ich scheiße!“ hin zu stellen. Finde ich furchtbar.

    Gerade Fehler (ab und zu, natürlich nicht am laufenden Band) machen einen liebenswert, solange vernünftig damit umgegangen wird. Denn Fehler macht jeder und jeder kann sich mit jemandem identifizieren der Fehler macht – und souverän damit umgeht.

    Liebe Grüße, Alice

    • Danke, Alice, für deinen Beitrag – du hast ja soooo recht ;o))
      Ja, diese spezielle Form der Selbstbeschimpfung ist weiblich – Männer ignorieren nach meiner Erfahrung Fehler eher oder beseitigen sie stillschweigend. Beides Methoden, die nicht astrein sind …

      Liebe Grüße,
      Christa

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