Organisation von Social Media

von am 29. August 2013 in Know-how, Social Media | 14 Kommentare

Das Blog: Planung ist alles!

Architekt mit BauplänenOft werde ich gefragt, wie ich das eigentlich alles hinkriege in Social Media: Mein Blog, meine ganzen Auftritte bei Facebook, Twitter,  Google+ und Xing, die vielen Diskussionen und Beiträge – und „zwischendrin“ arbeite ich ja noch für meine Kunden.

Die Antwort gab es bereits in der Überschrift: Planung ist alles! In den letzten Jahren habe ich mir eine Menge „Handwerkszeug“ zugelegt, mit dessen Unterstützung es gar nicht so schwer ist, einen kontinuierlichen und wertigen Auftritt in Social Media zum Leben zu erwecken und lebendig zu halten. Aber der Reihe nach:

Die Organisation 

Um mir genug Freiraum in meinen doch recht arbeitssamen Tagen zu schaffen, habe ich den Kunden ICH erfunden (einen sehr detailreichen Blogbeitrag zu diesem Thema finden Sie im Akquise-Blog: Der Kunde ICH. Oder wie ich lernte mich selbst zu vermarkten.): Für diesen wichtigen Kunden habe ich etwa 4 Arbeitsstunden pro Woche reserviert. In dieser Zeit schreibe ich Blogbeiträge, lese andere Blogs, Zeitungen und Magazine,. Kurz: Ich diskutiere, recherchiere und publiziere. Nun denken Sie bestimmt: „Na super. Schön, dass die Frau Goede 4 Stunden in der Woche Zeit hat – ich habe die nicht!“ Wirklich? Sie haben keine Zeit für Akquise? Keine Zeit für Werbung? Keine Zeit für’s Selbstmarketing? Dann sind Sie vielleicht in der beneidenswerten Situation, dass Ihnen die Kunden von ganz allein die Tür einrennen ;o)) Wahrscheinlicher ist aber, dass Sie noch nicht ganz verinnerlicht haben, dass wir Selbstständigen uns vermehrt um unser Erscheinungsbild im Internet kümmern müssen. Denn in diesem Medium werden schon heute sehr viele Kaufentscheidungen getroffen. Um in Google gute Suchmaschinenplätze für die eigene Website zu erhalten, werden die so genannten Social Signals, also die Signale, die durch Liken, Teilen, Kommentieren in den Sozialen Netzwerken entstehen, immer wichtiger – so kommen laut einer Studie bereits heute 6 der 10 wichtigsten Google-Rankingfaktoren aus Social Media!

Die Vorbereitung

Um einen Social-Media-Auftritt nachhaltig und kontinuierlich zu füttern, müssen wir alle planen – und zwar weit im voraus! Ich benutze dafür zwei Dinge:

  1. den eisernen Willen, pro Woche mindestens einen Blogbeitrag zu veröffentlichen (wer Unterstützung braucht, sollte Iron Blogger werden ;o))
  2. einen Redaktionsplan (eine Liste mit sieben verschiedenen Vorlagen für unterschiedliche Bedürfnisse gibt es hier)

In meinen Redaktionsplan trage ich alle Themen ein, für die ich bereits erste Inhalte erstellt habe. Oft habe ich sogar 4-6 fertige Beiträge in meinem Blog liegen, die ich nur noch veröffentlichen und verbreiten muss (zurzeit bin ich allerdings in Verzug, die Urlaubssaison, Sie wissen schon ;o)). Das heißt also, dass ich normalerweise mein Blog mindestens einen Monat mit Inhalten befüllen kann, ohne dafür neue Artikel zu schreiben. Mit dieser Methode halte ich mir den Rücken frei für Zeiten, in denen andere Arbeiten vorgehen. Oder, öhom, das Schwimmbad ruft. Bei aktuellen Themen oder Blitzideen ist der Redaktionsplan natürlich nicht in Stein gemeißelt – in solchen Fällen schiebe ich einfach die geplanten Beiträge um eine Woche nach hinten.

Die Recherche

Auge, das beobachtet„Wo kriegen Sie nur die ganzen Ideen für Ihre Blogbeiträge her?“ werde ich auch oft gefragt. Dabei ist die Antwort auf diese Frage eigentlich ganz einfach: Ich halte die Augen offen. Ganz egal, wo ich unterwegs bin, ich habe mein Blog immer im Hinterkopf: Könnte dieses Thema spannend sein für meine Leser? Weiß ich eine Antwort auf die Frage, die die Menschen gerade umtreibt? Kann ich Tipps geben, die anderen die Arbeit erleichtern? Im Fokus steht bei der Recherche natürlich immer mein Leitthema: Texte und Konzepte fürs Web und Social Media. Außerdem benutze ich Google Alerts, um mir zu Topkeywords die neuesten Artikel etc. anzeigen zu lassen (eine Anleitung finden Sie hier). Spannende Blogs von anderen sammele ich via RSS-Feed in Feedly – nach Themen vorsortiert, sonst würde ich sehr schnell den Überblick verlieren. Und damit gute Ideen nicht verloren gehen, schreibe ich sie auf: Entweder ganz klassisch auf einen Zettel oder ich benutze Evernote, das ich sowohl auf dem PC, als auch auf dem Tablet und dem Smartphone installiert habe.

Das Schreiben

Okay, hier habe ich als Texterin natürlich einen Heimvorteil – ich schreibe solche Artikel recht fix runter. Aber auch weniger geübte Schreiber können in recht kurzer Zeit gute Blogbeiträge schreiben. Ein paar Anregungen, mit denen Sie Ihre Schreibe verbessern können, habe ich in diesen Blogbeiträgen zusammengestellt: „Texten frei Schnauze“ und  „Texte testen und pimpen„. Eine Linksammlung zum Thema Texte schreiben finden Sie hier.

Das Publizieren

Einfach nur bloggen und live stellen gildet nicht! Wir müssen dafür sorgen, dass die Leser unsere Beiträge auch finden. Deswegen streue ich jeden neuen Beitrag über meine Social Media-Kanäle. So kann ich sicher sein, dass die Leser auch zu meinen Beiträgen finden. Besonders freue ich mich natürlich, wenn die Beiträge geteilt, gelikt oder kommentiert werden, denn dann werden auch andere Leute auf die Artikel aufmerksam. Außerdem stelle ich meine Blogbeiträge als RSS-Feed bereit, um das Abonnieren – zum Beispiel via Feedly – zu erleichtern.

Die Betreuung

In den nächsten Stunden werfe ich in regelmäßigen Abständen ein Auge auf mein Blog und meine Postings in den sozialen Netzwerken: Gibt es Fragen? Ergänzungen? Anregungen? Meinungen? Diskussionen? Lob? Tadel? Dieses Feedback ist immens wichtig für mich, denn so kann ich viel lernen über meine Leser. In  der Regel beantworte ich Fragen recht fix und bedanke mich selbstverständlich für Feedback. Außerdem gucke ich über Google Analytics, aus welchem Kanal die meisten Zugriffe auf meinen Blogbeitrag kamen – diese Ergebnisse sind manchmal sehr spannend. Übrigens: Nach einer Untersuchung von Futurebiz sind die ersten zwei Stunden eines Postings bei Facebook entscheidend, wie weit der Beitrag in diesem sozialen Netzwerk verbreitet wird.

 Die Analyse

Kopf im CTFür die wichtige Analyse benutze ich zusätzlich zu den Google Alerts noch Hootsuite in der kostenlosen Version: Dort habe ich alle Kanäle versammelt und kann recht einfach detailreiche Auswertungen fahren. Anhand der Ergebnisse checke ich, ob mein jeweiliger Blogbeitrag erfolgreich war. Wenn er nicht meinen Erwartungen entsprach, betrachte ich die Gründe dafür genau: Liegt es zum Beispiel an der Uhrzeit, zu der ich den Blogbeitrag verbreitet habe? Oder war die Überschrift nicht knackig genug? Die Inhalte langweilig aufbereitet oder zu banal? Denn wie heißt es so schön: Beim nächsten Mal wird alles besser!

Sie sehen: Auch ich lerne immer weiter und verbessere meine Arbeit kontinuierlich. Was ein Glück!, sage ich dazu. Denn was wäre eine Welt, in der wir alle nicht mehr lernen dürften, uns nicht mehr verbessern könnten und damit keine Weiterentwicklung mehr stattfinden würde ….

Und wie ist das bei Ihnen? Welche Tipps und Tricks haben Sie auf Lager, mit denen Sie Ihre Social-Media-Auftritte zum Leben erwecken? Ich freue mich wie immer über Ihren Input!

Teil 2 dieser Serie finden Sie hier: “Lost in Social Media.” Von einer, die lernt, sich selbst zu disziplinieren.

Bildquellenangabe: Pixabay

14 Kommentare to “Organisation von Social Media”

  1. Vielen Dank für die tollen Tipps. Ich bereite gerade meine eigene Selbständigkeit als Texterin vor und fühle mich eher erschlagen von allen Ideen und Dingen, die auf mich einstürmen. Hoffe, dass es nach der Umsetzung dieser Tipps besser wird.

  2. Hallo Frau Goede,

    Applaus, Applaus für Ihren Blogbeitrag! Hat mir ausgesprochen gut gefallen und ich konnte einiges an Anregungen für mich und mein Unternehmen mitnehmen.

    Ich werde wohl öfter auf Ihre Seiten schauen und mich inspirieren lassen. Danke dafür!

    Ihnen einen sonnigen & (Gedanken)kreativen Tag!

    Herzlichst,

    Mandy Kämpf

    PS.: Der Kopf hinter „Gold von Morgen“ ist eine Freundin von mir. Durch sie bin ich auf Ihren Blog (via FB) aufmerksam geworden.

  3. “ Und wie ist das bei Ihnen? Welche Tipps und Tricks haben Sie auf Lager, mit denen Sie Ihre Social-Media-Auftritte zum Leben erwecken? Ich freue mich wie immer über Ihren Input! “

    Damit haben Sie schon eine Antwort, den Leser mit einbeziehen, ihn zur Stellungnahme auffordern, ihn zum Beteiligen aufrufen – eine guter Weg, mehr Leser und Kommentatoren zu gewinnen !

    Ich schreibe auch schnell und frei Schnauze, habe dabei eigenen Stil entwickelt, der scheinbar ankommt !

    Danke !

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