Lieblingsjobs – Blogparade

von am 30. Juli 2014 in Authentizität, Christa persönlich, Know-how | 2 Kommentare

Mein Lieblingsjob: Rumspinnen!

Traumstrand mit Delfin, scheußlich ;-)Eben gerade grübelte ich noch über ein Thema für einen neuen Blogbeitrag – da fiel mir eine Blogparade vor die Tastatur, bei der ich noch unbedingt mitmachen wollte: „Lieblingsjobs“ meiner lieben Kollegin Annette Lindstädt (Worthauerei). Mein Thema! Schließlich habe ich den besten Job der Welt und von meinem Superjob habe ich in diesem Blog und auch Live und in Farbe schon ganz oft erzählt. Denn ich liebe an meinem Job (fast*) alles: die Texte und Konzepte, die ich schreibe. Das stetige Lernen, das meine Spezialisierung auf die digitale Kommunikation mit sich bringt. Die tollen Kunden, für die ich arbeite. Die lieben Kollegen, mit denen ich zusammen an wunderbaren Projekten werkele. Hach!

* Es gibt eigentlich nur einen kleinen Bereich, den ich gar nicht leiden kann: die Sache mit der Buchhaltung *grmpf*. Da muss ich mich schon überlisten und mit dem Belohnungsprinzip arbeiten, aber dann klappt auch das. Irgendwann 😉
 

Doch in meiner Arbeit gibt es einen Teilbereich, den ich ganz besonders liebe: das Rumspinnen! Doch was ist das eigentlich genau?

Rum|spin|nen, das.

Das Rumspinnen ist eine Tätigkeit, die eigentlich jeder in seinem Leben ausübt: zum Beispiel in seinen Träumen am Tag und in der Nacht, bei Fantasiereisen oder beim Nachdenken über die Zukunft. Wir denken darüber nach, was wir mit einer Million Euro so alles anstellen würden, wie schön und entspannend ein Urlaub auf einer einsamen Insel sein könnte oder wie das wäre, wenn die Lieblings-Sportmannschaft tatsächlich zum allerersten Mal den intergalaktischen Megapokal gewinnen würde! Beim Rumspinnen fühlen wir uns wohl, wir schränken den Fluss unserer Gedanken nicht ein und lassen so unserer Kreativität freien Lauf. Das geht so weit, dass Menschen, die zum Thema „ein Tag am Meer“ rumspinnen, Möven und Wellenrauschen hören, die Sonne auf der Haut und den warmen Sand im Rücken fühlen. Das kennen Sie auch, gelle? Herrlich ist das! Und so entspannend!

Das KondensatDieses Rumspinnen wird von einigen Berufsgruppen professionell betrieben – wie zum Beispiel von Texterinnen und Konzeptionerinnen, wie ich eine bin. Ja, wir bekommen tatsächlich Geld fürs Rumspinnen! Das heißt aber nicht, dass ich den ganzen Tag auf dem Sofa liege und tagträume, nein. Professionelles Rumspinnen ist harte Arbeit! Schon in der Aufwachphase am frühen Morgen geht das Rumspinnen los – denn in meinem Kopf gibt es immer mehrere Themen gleichzeitig, an denen ich arbeite: Wie könnte der passende, persönliche und authentische Slogan für die Website eines Coaches lauten, die ich gerade konzeptioniere? Welche Wortbilder passen am besten in den Text zu einer Software, die den Menschen in den Controllingabteilungen da draußen das Leben erleichtern wird? Und was genau interessiert eigentlich Eltern, die eine Tagesmutter im Internet suchen und dabei eine bestimmte Website finden sollen?

Spinnen in vier Phasen.

Mein persönlicher Rumspinn-Prozess besteht aus vier Phasen – und weil der Rum in Rumspinnen ja eh schon vorkommt, bleibe ich gleich bei der Schnapsbrennerei:

1. Die Ernte.
In der ersten Phase sammele ich alles, was mir zum Rumspinn-Thema einfällt – und damit meine ich wirklich alles. Das können Wörter sein, Bilder, Ideen, Träume und ich sammele sie in allen Bereichen meines Lebens. Wichtig ist in dieser Phase, dass ich keine Grenzen kenne und mich in meinen Gedanken nicht selbst beschränke. Alles ist erlaubt!

2. Die Gärung.
Nun wird die Ausbeute gesichtet: Was passt in das Überthema und was geht gar nicht? Hier entscheide ich ziemlich spontan: Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins … Ideenschublädchen 😉 Denn wer weiß, wofür ich diese Ideen und Gedanken noch gebrauchen kann! Die Grobauswahl wird fermentiert und zur Gärung gebracht – in meinem Kopf und schriftlich fixiert.

 3. Die Destillation.
Die Ideen werden verdichtet: Sie werden neu sortiert, verworfen, neu gedacht, von vorne nach hinten durchdacht, von hinten nach vorne umgedacht, um Ecken gedacht, quer, längs und überkreuz gedacht, miteinander vermischt, neu sortiert, gestapelt, verdreht, entwirrt … und werden so zu einem richtig guten Kondensat.

4. Die Lagerung.
Im Idealfall darf das Kondensat nun lagern – und zwar ganz in Ruhe. Das heißt, ich habe es dabei in meinem Kopf und benutze freie Zeiten, um über das Kondensat noch mal ganz genau nachzudenken. Nach ein paar Tagen ist die Lagerung abgeschlossen: Das Resultat des Rumspinnens hat alle Tests bestanden und kann dem Kunden präsentiert werden.

Unterm Strich: Rumspinnen für mehr Umsatz.

Sie sehen: In diesem Prozess liegt der Unterschied zwischen Alltags-Rumspinnen und Profi-Rumspinnen. Denn das professionelle Rumspinnen verfolgt knallhart ein geschäftliches Ziel. Und das lautet in den allermeisten Fällen: mehr Umsatz für meine Kunden. Die vollkommene Rumspinn-Freiheit hat also ab Phase 2 ein Ende. Erschwerend hinzu kommt noch, dass der Rumspinn-Prozess von der Tagesform abhängig ist: Habe ich gut geschlafen? Ist mein Kopf frei und mein Hirn flexibel genug, um produktiv im Sinne des Kunden rumzuspinnen? Bekomme ich die richtige Dosis Input von außen? Lasse ich mich oft genug – aber nicht zu oft – ablenken, um den Gedanken kleine Extraausflüge zu erlauben?

Ja, rumspinnen ist anstrengend. Und großartig. Und bewegend. Und irre. Und gehaltvoll. Und aufregend. Und macht zu guter Letzt ganz viel Spaß. Genau deswegen ist das Rumspinnen mein allerliebster Lieblingsjob! Und wenn dann noch mein Auftraggeber zufrieden ist UND mir das auch noch sagt UND seine Rechnung pünktlich bezahlt, bin ich rundum glücklich und zufrieden.

Übrigens: Man kann mich natürlich auch zum Rumspinnen buchen – ich bin eine klasse Sparringspartnerin in Sachen Ideen, die in die Freiheit entlassen werden wollen!
(Und wenn Sie sich noch fragen, was mich zu dieser abscheulichen Bildidee mit der Insel getrieben hat – der rumspinnende Schelm wars, ich habe damit nichts zu tun ;o))

Bildquellenangabe: Pixabay

Christa GoedeDie Autorin Christa Goede steckt viel Herzblut und noch viel mehr Expertenwissen in digitale Unternehmensauftritte: Mit individuellen Texten und Konzepten gestaltet sie Websites und Social Media-Auftritte authentisch. Ihre Erfahrung und ihr Wissen als Texterin, Konzepterin, Social Media-Managerin und Bloggerin teilt sie hier im Blog oder live in Workshops und Vorträgen.

Tel.: +49 (0) 69 – 63 39 29 77, E-Mail: mail@christagoede.de


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