Im Interview – Heide Liebmann

von am 15. Januar 2015 in Authentizität, Know-how | 10 Kommentare

„Authentizität trägt dazu bei, echte Wunschkunden anzuziehen.“

Potenzialdetektivin Heide LiebmannDie Potenzialdetektivin Heide Liebmann habe ich auch über das weltbeste Netzwerk, den Texttreff, kennengelernt. Als ich Heide vor gefühlten 100 Jahren das erste Mal getroffen habe auf einem Workshop-Wochenende des TT, ist mir eins sofort an ihr aufgefallen: ihre Art zu lachen. Heide lacht von Herzen, mit dem Herzen und so intensiv und strahlend, dass sie mit ihrem Lachen Herzen erobert. Außerdem ist Heide Motivationskünstlerin – sie hat mir auf ihre ganz spezielle Art und Weise schon das eine oder andere Mal den Kopf geradegerückt und mich angespornt, endlich Dinge in Angriff zu nehmen, die ich schon sehr lange vor mir her geschoben habe. Ihre Motivatorkräfte bietet sie übrigens auch beruflich in ihrer 77-Tage-Motivations-Challenge oder im 12-Monats-Mosaik an – ein echter Geheimtipp, falls Sie auch ein paar Träume im Kopf haben, die Sie unbedingt in die Realität freilassen möchten!

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CG: Authentizität wird gerade zu einem Modebegriff – immer mehr Unternehmen schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

HL: Authentizität gehört zu meinen höchsten Werten, neben Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit. Daher bildet sich das auch in meiner Arbeit ab: Wenn ich Solo-Selbstständige zum Thema Positionierung und Selbstmarketing berate und coache, dann immer unter dem Aspekt der authentischen Selbstdarstellung. Denn ich bin fest davon überzeugt – und sowohl meine eigenen Erfahrungen als auch die meiner Kunden sprechen definitiv dafür – dass Authentizität dazu beiträgt, echte Wunschkunden anzuziehen. Mir gibt es einfach ein besseres Gefühl, wenn ich mich auch im professionellen Kontext so zeigen kann wie ich bin.

CG: Welche Plattformen benutzt du für deinen unternehmerischen Außenauftritt? Verwendest du dort spezielle Stilmittel?

HL: Meine Website ist natürlich meine „Schaltzentrale“ für meine Online-Aktivitäten. Dort blogge ich regelmäßig zu Themen, die mich und meine Kund/inn/en bewegen, und diese Artikel nutze ich auch als Aufhänger meiner wöchentlich erscheinenden ImpulsPotenziale. Außerdem bin ich bei Xing aktiv, das ich in erster Linie für die Ankündigung meiner Veranstaltungen und das Teilen meiner Blogartikel nutze. Seit Mitte des Jahres habe ich eine offizielle Facebook-Seite, die auch langsam, aber stetig an Bekanntheit gewinnt.
Über meine Stilmittel habe ich mir wenig Gedanken gemacht. Ich poste Impulse und Ideen, die oft einen aktuellen Anlass haben und sich daher schlecht planen lassen. Und ich teile natürlich auch die Postings von Kolleginnen und Kollegen, wenn sie mich gerade anspringen und ich denke, dass sie auch mein Netzwerk interessieren könnten.

CG: Du bist Potenzialdetektivin und Positionierungscoach. Mit deinen persönlichen Außenauftritten gehst du in Sachen Authentizität mit gutem Beispiel voran. Hattest du jemals auf deinem Weg Bedenken, ob deine Form der Selbstdarstellung im unternehmerischen Sinne funktioniert?

HL: Nein. Was ich allerdings erst lernen musste: sich authentisch darzustellen, ist für sich genommen noch kein Selbstläufer, um an die richtigen Kunden zu kommen. Es ist ein wichtiger erster Schritt, aber es entbindet einen nicht von der Notwendigkeit, sich auf seine Kunden zuzubewegen. Von ganz allein kommen sie ja doch eher selten ;-).

CG: Nach gängiger Definition resultiert  Authentizität aus einem Sieg des Seins über den Schein. Doch für mich als Unternehmerin ist es nicht immer einfach zu entscheiden, wie weit meine Echtheit auf professioneller Ebene gehen darf. Wie erlebst du diese Auseinandersetzung? Hat Authentizität Grenzen?

HL: Ja, natürlich gibt es Grenzen. Ich verstehe Authentizität nicht so, als müsste ich der Welt ständig alle Facetten meiner Persönlichkeit präsentieren. Ich treffe da durchaus eine Auswahl und bin mir darüber bewusst, dass alles, was ich veröffentliche, zu meinem Image beiträgt. Daher habe ich z. B. über schwierige Phasen meiner Selbstständigkeit, die es natürlich auch gab, nur im engeren Kreis gesprochen – oder im Nachhinein dann öffentlich. Ich erzähle nichts über mein Liebesleben, und auch meinen Umgang mit meiner chronischen Erkrankung habe ich erst spät öffentlich gemacht.
Eine Kollegin hat vor Jahren mal eine schöne Unterscheidung zwischen „privat“ und „persönlich“ getroffen: In meinen öffentlichen Äußerungen bin ich durchaus persönlich, aber selten privat. Es gibt Bereiche, die in meiner professionellen Außendarstellung einfach nichts zu suchen haben. Wo da jeder seine Grenze zieht, ist sehr individuell. Bei mir hat sich das auch verschoben im Laufe der Zeit, und ich bin einerseits mutiger geworden dabei, mich „menschlicher“ zu zeigen, verletzlicher, somit auch angreifbarer. Andererseits reagiere ich sehr überlegt auf Äußerungen im Netz und lasse mich selten zu spontanen emotionsgeladenen Beiträgen verführen. Ich halte mich an die Maßgabe, dass ich alle meine online sichtbaren Äußerungen auch in fünf oder zehn Jahren noch lesen möchte ohne mich zu schämen.

CG: Mit Authentizität gehen Begriffe einher wie ….

HL:
a. Glaubwürdigkeit, weil das eine ohne das andere gar nicht geht.
b. Ecken und Kanten, denn stromlinienförmige Persönlichkeiten, die immer mit dem Strom schwimmen und keine Eigenheiten haben, sind langweilig.
c. Mut, weil es durchaus eine Herausforderung sein kann, sich auch mit Aspekten seiner Schattenseiten zu zeigen.

CG: Zum Schluss ein Blick in die Kristallkugel: Welche unternehmerischen Strategien werden in den nächsten Jahren Interesse wecken – und zum Beispiel aus Interessenten Käufer machen?

HL: Vermutlich werden mehr und mehr Selbstständige die Chance erkennen, die das Unternehmertum für die persönliche Entwicklung bietet – und umgekehrt. Das heißt, dass authentische unternehmerische Entwicklung und die gleichzeitige Auseinandersetzung mit den persönlichen Potenzialen ein wertvoller Pluspunkt werden kann, um seine Wunschkunden anzuziehen. Gute Produkte und Dienstleistungen alleine werden nicht mehr ausreichen. Es braucht eben auch die entwickelte stabile unternehmerische Persönlichkeit, um für Kunden anziehend zu wirken und sich vom Wettbewerb abzuheben.
Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass wir gut daran tun, uns weiter mit Onlinemedien und ihren Möglichkeiten zu beschäftigen, weil das einfach die Zukunft ist. Wie kann ich meine Angebote über mehrere Kanäle anbieten, wo bin präsent und erreichbar, wie kann ich das ganze Procedere für meine Kunden vereinfachen? Das sind wahrscheinlich Fragen, mit denen wir uns u.a. beschäftigen sollten.

CG: Danke, liebe Heide, dass du dir die Zeit genommen hast, so spannende und interessante Antworten auf meine Fragen zu geben 😉

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Potenzialdetektivin Heide LiebmannAls Potenzialdetektivin unterstütze ich Solo-Selbstständige und Einzelunternehmer/innen dabei, sich menschlich und unternehmerisch weiter zu entwickeln und ihre Potenziale wirklich zu leben. Dazu biete ich verschiedene Formate an, ab Ende Januar 2015 zum Beispiel ganz neu ein Jahrestraining, das 12-Monats-Mosaik (bereits ausgebucht). Außerdem beginnt am 9. Februar die nächste 77-Tage-Motivations-Challenge, ein super Start in ein erfolgreiches Jahr. Mein Coaching fordert und fördert dich: Ich bin liebevoll und unterstützend, aber gern auch unbequem und provozierend.

Bildquellenangabe: Beate Knappe

10 Kommentare to “Im Interview – Heide Liebmann”

  1. Hallo Christa, hallo Heide
    ein schönes Interview, besonders treffend finde ich die Einschätzung das gute Produkte alleine nicht mehr ausreichen, sondern die Unternehmerpersönlichkeit im Hintergrund, die das Unternehmen trägt und weiterentwickelt. Ich erlebe in meiner täglichen Praxis ähnliches, ein gutes Produkt allein bringt noch keine Kunden. Wenn der oder die Unternehmerin sich trauen Ihre Authentizität zu leben, macht es neugierig hebt sich vom Wettbewerb ab und wirkt wie ein Magnet.
    Viele Grüße
    Christina Bodendieck

    • Hallo Christina,

      danke für diese Einschätzung und Bestätigung – ich denke, dass das Thema „Authentizität im Geschäftsleben“ noch weiter in den Fokus rücken wird. Und das ist auch gut so ;o))

      Liebe Grüße sendet
      Christa

  2. Danke, dass ich in deinem Interview meine Gedanken darlegen durfte, liebe Christa! Eine kleine Ergänzung noch: Der Start der 77-Tage-Motivations-Challenge wurde auf den 9. Februar verlegt. Anmeldungen sind also noch möglich ;-).

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  1. geekchicks.de » geekchicks am 15.01.2015 - wir aggregieren die weibliche seite der blogosphäre - […] Im Interview – Heide Liebmann Christa Goede (@ChristaGoede) in Christa Goede: “Authentizität trägt dazu bei, echte […]

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