Was sind gute Texte?

von am 22. Januar 2015 in Know-how, Text | 10 Kommentare

Warum ein Text rockt. Und was das mit uns persönlich zu tun hat.

„Christa, schreib uns mal ein paar Texte, die rocken!“ Dieser wunderbare Satz stammt aus meinem Postfach: Ein Kunde möchte, dass ich für ihn Blog- und Webseiten-Texte schreibe. Und zwar solche, die rocken, die richtig gut sind, die gerne gelesen werden. Erst mal freue ich mich natürlich, wenn ich solche Texte schreiben darf – langweiliges Zeugs und richtig schlechte Texte gibt’s im Internet schließlich genug.Rockende Eule

Doch was sind eigentlich „Texte, die rocken“? Was stellt sich ein Kunde darunter vor? Fragen Sie mal 50 Leute in Ihrem Umfeld nach ihrer Meinung dazu und Sie bekommen mit Sicherheit 50 verschiedene Antworten: „Texte, die sich ganz toll lesen!“, „Texte, die alles auf den Punkt bringen!“, „Texte, die direkt ins Herz gehen!“ oder „Texte, die Lust auf mehr machen!“.

Tja, was nun? Wie stellt man eigentlich fest, ob ein Text gut ist? Ob ein Text rockt? Das ist ne gute Frage, die ich ehrlich gesagt auch nicht zu 100 Prozent beantworten kann. Denn es gibt eigentlich nur zwei Dinge, die in jedem guten Text vorhanden sind:

1. Korrekte Rechtschreibung – Fähler sind peinlich.
Bitte bemühen Sie sich um die korrekte Rechtschreibung. Ja, ich weiß, das ist schwer, schließlich schreibe auch ich als Schreibprofi nicht 100 % fehlerfrei. Deswegen schränke ich diese Regel auch gleich wieder ein – schließlich passieren uns alle Flüchtigkeitsfehler oder wir übersehen in der Korrekturphase einen Buchstabendreher. Doch wir sollten alle unsere Möglichkeiten ausnutzen, um das Ergebnis unserer Schreiberei möglichst fehlerfrei zu gestalten. In jedes mir bekannte Textverarbeitungsprogramm ist eine Rechtschreibkontrolle integriert – bitte lassen Sie diese über Ihren Text laufen, bevor Sie ihn veröffentlichen.

2. Korrekte Grammatik – tu ma‘ Satzbau richtig.
Grammatik ist sexy! Wirklich! Denn sie sorgt dafür, dass Ihre Texte und Ihre Aussagen wirklich verstanden werden. Eine gute Rechtschreibkontrolle in einem Textverarbeitungsprogramm checkt deswegen immer auch die Grammatik mit – zumindest rudimentär. Sie schreiben Mundart-Bücher? Oder singen Volkslieder und verkaufen diese zum Beispiel auf CD? Dann dürfen Sie natürlich Dialekt schreiben. Für alle anderen gilt: Dialekt im geschriebenen Deutsch ist Pfuibäh – wenn Sie ihn unbedingt verwenden müssen, dann bitte in Anführungsstrichen. Übrigens: Grammatikfehler finden Sie am besten, wenn Sie sich selbst Ihren Text laut vorlesen!

Und was macht sonst noch einen guten Text aus?

Was sorgt dafür, dass ein Text so richtig rockt? Es gibt ganz viele Gründe, warum wir einen Text richtig klasse finden – einige davon sind sehr persönlich. Ich liste hier einfach mal ein paar auf:

  • Im Text finden wir das, was wir gesucht haben.
  • Im Text steht das, was uns in der Überschrift versprochen wurde.
  • Der Aufbau stimmt.
  • Der Text ist logisch gegliedert.
  • Es entsteht ein Spannungsbogen.
  • Der Text spricht uns an.
  • Die Sprachbilder stimmen.
  • Der Text erzählt eine Geschichte.
  • Die Wortwelt passt zum Inhalt UND zur Zielgruppe UND zum Absender.
  • Der Text berührt uns.
  • Wir können den Text leicht und flüssig lesen.
  • Der Text weckt Erinnerungen.
  • und noch viel mehr ….

All diese Punkte können nahezu beliebig miteinander kombiniert oder mit eigenen Gründen ergänzt werden, denn hier sind den persönlichen Vorlieben keine Grenzen gesetzt! Doch genau in dieser Vielfältigkeit ist ein kleiner Haken versteckt: Wir sind nicht alle gleich, wir haben alle verschiedene Erfahrung gemacht und haben unterschiedliche Meinungen oder Wertevorstellungen, in deren Kontext wir Texte und Inhalte einordnen. Wir empfangen und verarbeiten also Botschaften individuell – und deswegen wirken Texte auch sehr unterschiedlich auf uns Menschen. Wenn Sie also einen Text schreiben, sollten Sie sich unbedingt in Ihre Leser hineindenken: Wer sind diese Personen? Welche Informationen könnten wichtig sein? In welcher Sprache sollten diese Menschen angesprochen werden?

Wir Texter löchern deshalb unsere Kunden mit Fragen zu ihren Zielen, der Zielgruppe, den Wünschen, Träumen und Ideen, ihrem Alleinstellungsmerkmal, bereits vorhandenem Kunden-Feedback und noch vielem mehr. Denn je mehr wir über einen Kunden, sein Geschäft und seine Ideen wissen, um so persönlicher wird die Aussage der Texte, die wir schreiben. Um so passender wird der Stil. Um so individueller wird die Botschaft. Kurz: Um so besser wird der Text.

Eigentlich ganz einfach, gelle 😉

Bildquelle: Pixabay

Christa GoedeDie Autorin Christa Goede steckt viel Herzblut und noch viel mehr Expertenwissen in digitale Unternehmensauftritte: Mit individuellen Texten und Konzepten gestaltet sie Websites und Social Media-Auftritte authentisch. Ihre Erfahrung und ihr Wissen als Texterin, Konzepterin, Social Media-Managerin und Bloggerin teilt sie hier im Blog oder live in Workshops und Vorträgen.
Tel.: +49 (0) 160 – 94 44 19 34, E-Mail: mail@christagoede.de


10 Kommentare to “Was sind gute Texte?”

  1. Hallo Christa,

    du schreibst in der Auflistung ganz richtig: „Der Text spricht uns an“. Ja, aber WIE schafft er das? Diesem Geheimnis bin ich just in meinen jüngsten beiden Blogbeiträgen auf der Spur gewesen. Schau doch mal rein :-) Soviel kann ich ja schon verraten: es hat sehr viel mit Schreibstil zu tun – und einen guten, packenden und rockenden Schreibstil kann man lernen – und muss man trainieren, wie vieles andere auch. Als Schreibcoach spreche ich da aus eigener Erfahrung.

    Viele Grüße

    Gabriele

    • Hallo Gabriele,
      ja, einen Schreibstil kann man trainieren – ein einfaches Mittel ist auch, sich einfach den Text selbst laut vorzulesen.
      Schafft man das nicht, ist der Text noch nicht „reif“ ;o)

      Liebe Grüße sendet
      Christa

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