In 3 Phasen zum guten Text

von am 18. April 2018 in Know-how, Text | 6 Kommentare

Spannend, authentisch, gut lesbar: So schreibst du feurige Texte.

So schreibst du feurige Texte - Blog Christa Goede

Ja, es gibt sie, die Textregeln, die immer und überall befolgt werden sollten. Und dann gibt es noch die Tipps, die einen guten Text zu einem feurigen Text machen. Einen Text, der deine Zielgruppen trifft – manchmal sogar direkt ins Herz. Denn wirklich gut wird ein Text erst, wenn du ihn so scharf gewürzt hast, dass er den Lesenden richtig gut schmeckt. Wenn sie ihn mit Interesse vollständig lesen. Und am besten sogar weiterempfehlen. Ein Würzmittel, um dieses Feuer zu erreichen, ist die Authentizität: Wenn du es schaffst, deine Texte authentisch zu schreiben, lernen dich die Lesenden über die reinen Sachinformationen hinaus kennen. Ein echtes Pfund, mit dem du wuchern kannst, denn dich gibt es nur ein einziges Mal!

Warum die Authentizität so wichtig ist? Wir alle mögen Inhalte, in denen die beiden Aspekte der Wahrnehmung – der Schein und das Sein – übereinstimmen. Authentizität als Stilmittel deshalb besonders interessant für alle, die sich um die Bildung einer eigenen Marke kümmern. Ganz gleich, ob es sich hier um eine Unternehmensmarke oder eine Personenmarke handelt.

Doch eins solltest du beachten: Authentizität bedeutet nicht, allen Menschen zu gefallen. Authentizität bedeutet, den Menschen zu gefallen,deren persönliche Wahrnehmung am ehesten mit unserer eigenen übereinstimmt. Ein echter Vorteil, gerade in der Beziehung zum Wunschkunden ;-) . Also fang  am besten gleich damit an, deine Chillies in deine Texte zu packen!

Um zu diesen würzigen Texten zu kommen, erstellst du diese am besten in drei Phasen:


Phase 1: Schreibe einen spannenden Text.

StiftEin Pfeil mit HerzSchreibe aktiv.

Aktive Formulierungen wirken immer frischer und auffordernder als passive, die uns alle an Behördendeutsch erinnern.
Tipp: Wenn du Dinge oder Personen während des Schreibens als handelnde Kräfte betrachtest, schreibst du automatisch aktiv.

Ein Pfeil mit HerzNutze Verben.

Zu einer aktiven Schreibe gehören Verben, Substantivierungen dürfen Behörden, Juristinnen und Juristen gerne behalten.
Tipp: Lese dir deine Texte laut vor – Substantivierungen kennen wir praktisch nur aus der Schriftsprache, du kannst sie kaum vorlesen, ohne zu stolpern.

Ein Pfeil mit Herz Schreibe einfach. 

Texte in einfacher Sprache verstehen wir alle, auch wenn wir sie nur überfliegen.
Tipp: Vermeide Sätze mit mehr als etwa 17 Wörtern. Wechsele kurze und lange Sätze miteinander ab.

Ein Pfeil mit HerzStrukturiere deine Texte.

Eine logische Struktur mit Headlines, Absätze oder Aufzählungen lockert jeden Text visuell auf.
Tipp: Eine Liste von Augenankern, mit denen du jeden Text strukturieren kannst, findest du in meinem Blogbeitrag „Webtexte richtig aufbereiten“.

Ein Pfeil mit HerzVermeide …
  • Superlativen.  
    Hey, Sätze wie „Wir sind die geilsten, coolsten, hippsten Unternehmer unter der Sonne“ will echt keiner mehr lesen.
    Tipp: Beschreibe, was andere von dem haben, was du tust. Und warum du gut bist in deinem Job.
  • Ausrufezeichen.
    Ausrufezeichen dienen in ganz seltenen Ausnahmefällen als Verstärker einer Kernbotschaft – sie treten nienieniemalsnienicht in Rudeln auf.
    Tipp: Streich sie einfach raus, fertig.
  • Substantivierungen. 
    Substantivierungen wirken gestelzt und distanziert, sie machen Sätze unnötig kompliziert.
    Tipp: Wenn du ein Wort mit -ung in deinem Text findest, schaue ganz genau, ob du es irgendwie loswerden kannst.
  • Fremdwörter.
    Anglizismen und Fremdwörter machen jeden Text unnötig schwer, es gibt für alles deutsche Übersetzungen.
    Tipp: Überprüfe genau, ob du auf ein Fremdwort wirklich notwendig ist für deinen Text und deine Zielgruppe.

Phase 2: Bringe deine Authentizität in den Text.

ÜberraschungEin Pfeil mit HerzNutze deine Sprachwelt auch im geschriebenen Text.

Wir bewegen uns in eigenen Sprachwelten – ganz gleich, ob es um das Privat- oder das Arbeitsleben geht.
Tipp: Hör dir einfach mal selbst zu, wenn du von deinem Job sprichst. Deine gewählten Worte sollten auch in deinen geschriebenen Texten auftauchen. Denn sie machen Texte zu deinen authentischen Texten.

Ein Pfeil mit HerzPacke Emotionen in deinen Text.

Jede Dienstleistung und jedes Angebot hat nicht nur fachliche Vorteile, sondern auch emotionale – und dieser emotionale Nutzen gehört unbedingt hinein in einen authentischen Text.
Tipp: Überlege dir, welche Emotionen dein Angebot triggert und bringe diese Gefühle mit passenden Formulierungen in deinen Text.

Ein Pfeil mit HerzSchreibe persönlich. 

Am besten schreiben wir alle, wenn wir uns eine oder mehrere Personen vorstellen, für die wir unsere Texte schreiben.
Tipp: Entwickle Personas, bevor du anfängst, deine authentischen Texte zu schreiben. Denn mit diesen Personas wird es dir leichter fallen, zielgruppengenau zu schreiben.


Phase 3: Sorge für gute Lesbarkeit.

Eine ListeEin Pfeil mit HerzChecke die Rechtschreibung.

Ja, ich weiß – auch ich schreibe nicht immer 100 % fehlerfrei. Und doch gebe ich mir sehr viel Mühe, schon allein deswegen, weil ich meine Leserinnen und Lesern sehr schätze. Und ich möchte gerne, dass sie mich verstehen.
Tipp: Nutze eins der vielen Rechtschreib-Programme, wie zum Beispiel die Rechtschreib-Korrektur in Word. Oder die kostenfreie Duden-Rechtschreibprüfung für bis zu 800 Zeichen.

Ein Pfeil mit HerzKopple lange Worte.

Die gezielte, logische Koppelung langer Worte wie Kraftfahrzeug-Haftpflichversicherung hilft den Lesenden, deinen geschriebenen Text leichter zu erfassen. Kleiner Nebeneffekt: Auch auf kleinen Smartphone-Bildschirmen bleibt dein Text lesbar, denn lange Worte werden nicht einfach irgendwo umgebrochen, sondern eben genau passend.
Tipp: Achte darauf, dass du richtig durchkoppelst, denn ein Druck-Erzeugnis ist etwas anderes als ein Drucker-Zeugnis ;- ) . Und der eigentlich kurze Altbaucharme wird erst durch Bindestriche zum schnell lesbaren Altbau-Charme.

Ein Pfeil mit HerzKürze lange Sätze.

Bandwurm-Sätze halten viele Menschen immer noch für ein Qualitätssiegel für gute Texte. Doch sie übersehen dabei, dass es sehr anstrengend ist, Sätze zu lesen, die über mehrere Zeilen gehen.
Tipp: Schreibe Sätze mit 10 bis 12 Wörtern im Wechsel mit viel kürzeren Sätzen. Mehr als 15 Worte sollte ein Satz nur in Ausnahmefällen enthalten.

Ein Pfeil mit HerzTeste den Flesch-Index.

Der Flesch-Index ist ein Lesbarkeits-Index, mit dem gemessen wird, wie leicht ein Text lesbar ist. Dafür wird ausschließlich die Struktur eines Textes überprüft,  über die Qualität des Inhalts sagt der Flesch-Index nichts aus.
Tipp: Einen reinen Flesch-Index-Test findest du hier. Ich nutze auch gerne den umfassenderen Texttest der Wortliga. Mein Ziel ist, mit meinen Texten einen Flesch-Index von mindestens 50 zu erreichen – das entspricht etwa Zeitungsniveau. Denn ich möchte die Lesenden weder unter- noch überfordern.


Du hast noch mehr Tipps, die wir alle beherzigen sollten, wenn wir gute, authentische Texte schreiben? Ich freue mich wie immer auf Ergänzungen in den Kommentaren ;-)

Christa GoedeMit individuellen Texten und Konzepten gestalte ich Websites und Social Media-Auftritte authentisch. Meine Erfahrung und mein Wissen als Texterin, Konzepterin, Social Media-Managerin und Bloggerin teile ich hier im Blog oder live in Workshops und Vorträgen – viel Humor und gute Laune inbegriffen.

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Bildquellenangabe: Titel Canva.com, Illustrationen Pixabay

6 Kommentare to “In 3 Phasen zum guten Text”

  1. Liebe Christa!
    Das ist ein toller Beitrag! Vielen Dank dafür. Er macht mir Mut, es mal mit dem Schreiben zu versuchen.

    Ich habe Dich kennen lernen dürfen auf dem Frauen-Business-Netzwerk-Treffen im vergangenen Oktober in Wiesbaden mit Pia Lauck.
    viele Grüße Claudia Ruers
    Ich bin die Frau, die vegetarische Kochabende anbietet & organisiert und sehr gerne mit Menschen kocht!

  2. Hallo Christa

    Der Texttest der Wortliga ist ja so cool! Danke, danke für den Link. Konnte ich doch gleich meine Texte zu meinen Dienstleistungen nochmal begradigen. Der Link zum Rechtschreibcheck geht übrigens nicht. Jetzt knabbere ich mir die Fingernägel noch bei der Über-mich-Seite ab. Trotz deinem tollen Blogbeitrag dazu, finde ich das immer noch sehr schwierig zu schreiben. Texten ist echt Arbeit :-))

    Liebe Grüsse
    Katja

    • Hallo Katja,

      ja, die Wortliga nutze ich auch immer wieder ;o) Leider (oder glücklicherweise?) verändern sich die Tools immer wieder. Danke, dass du mir das gesagt hast, ich checke den Rechtschreibcheck gleich mal.

      Liebe Grüße sendet
      Christa

  3. Liebe Christa,

    danke für den hilfreichen Blogpost, der mich motiviert, noch mehr auf den Punkt zu texten. Ich habe gerade einen fertigen Webtext für einen Kunden auf Wortliga analysieren lassen. Und obwohl ich ihn nach allen (auch deinen) Regeln der Kunst geschrieben habe, fand das Tool Verbesserungs-Potenzial. Unglaublich, wie schnell sich Füllwörter einschleichen und das ein oder andere „können“…

    Danke für diesen super-hilfreichen Tipp und liebe Grüße von Gabi

    • Liebe Gabi,

      es freut mich sehr, dass ich dir mit meinem Blogbeitrag helfen konnte ;o)
      „Können“ ist überflüssig, stimmt – doch bei den Füllwörtern schaue ich ganz genau hin, bevor ich etwas lösche. Denn oft sind es diese Worte, die einen Text schön fluffig machen. Doch auch da kommt es auf die Zielgruppe an – fluffige Texte passen nicht zu jedem.

      Liebe Grüße sendet
      Christa

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