Sei du selbst!

von am 9. Januar 2018 in Authentizität, Know-how | Keine Kommentare

Hallo 2018 – du wirst das Jahr der persönlichen Marke.

verschiedene PersönlichkeitenEcht sein, authentisch sein, bei sich sein, sich selbst finden – Formulierungen wie diese prasseln immer öfter auf uns alle ein. Und zwar ganz gleich, ob es um unseren Job geht, unsere Beziehungen zu anderen Menschen oder um einen Lifestyle-Tipp wie den nächsten Yogakurs. Ich finde es fast schon ein bisschen skurril, dass wir heute (wieder-)entdecken, dass wir einen ganz großen Schatz in uns tragen: Uns selbst. Schließlich sind wir ja eigentlich von Natur aus echte Marken mit ganz individuellen Charaktereigenschaften, einem speziellen Aussehen und persönlichen Verhaltensweisen. Wir denken alle unterschiedlich, ziehen verschiedene Schlüsse und handeln danach so, wie wir es für richtig halten – na gut, meistens jedenfalls ;-)

Doch viele von uns haben schon im Kindergarten gelernt, dass Individualität nicht unbedingt gewünscht ist – vielleicht bist auch du schon in dieser Zeit angeeckt mit den Dingen, die du gerne tun wolltest, aber aus irgendeinem nicht wirklich verständlichen Grund nicht tun solltest. „Pass auf dein Kleid auf, Mädchen klettern nicht in Bäume!“ „Oh, was für ein schönes Bild du da gemalt hast – aber wann machst du mal was Vernünftiges?“ „Jeder kann Mathe, nur du nicht – was soll nur aus dir werden?“ Boar, was habe ich diese Sätze gehasst! Doch heute profitiere ich davon, dass mein Hirn irgendwie anders funktioniert als es von mir gewünscht wurde ;-) Denn mein heiß geliebter Job besteht aus Querdenken, aus der Suche nach anderen Lösungen und individuellen Formulierungen – und auch daraus, mutig zu sein und Dinge anders zu machen, als sie bisher gemacht wurden. Zugegeben, für meine Kunden und Auftraggeberinnen ist das manchmalunbequem, weil ich als Dienstleisterin von ihnen das persönliche Mitdenken einfordere: Ich stehe Fragen und gehe den Dingen auf den Grund – und zwar richtig. Denn ganz tief unten unter viel „Aber-das-machen-doch-alle-so“-Schlamm und Marketing-Blabla sind die echten Alleinstellungsmerkmale versteckt. Und diese Merkmale sind die Basis für jede Marke.

Wir sind Marken. Alle. Auch du.

Es gibt gefühlte Milliarden Marken auf dieser Welt – ganz große, weltumspannende, strategisch geplante Brands mit riesigen Etats. Mittelständische, gewachsene Marken, die erst mit dem steigenden Erfolg über ihre persönlichen Merkmale nachgedacht haben. Und all die kleinen Märkchen wie meine, deren Wert erst jetzt so langsam erkannt wird. Doch spätestens seit Social Media sollte sogar jedem fest angestellten Mitarbeitenden in den Unternehmen klar sein, dass wir alle Marken brauchen – denn diese Marken machen uns unterscheidbar, in dem sie unsere individuellen Merkmale sichtbar werden lassen.

In den letzten zwei bis drei Jahren beobachte ich immer mehr Selbstständige, die – manchmal noch zaghaft, aber doch sichtbar – eigene Wege gehen:

  • Die Personen-Fotos auf den Business-Websites werden individueller, die langweiligen Stockfotos haben ausgedient.
  • Individuelle Icons und emotionale Emojis visualisieren immer öfter Dienstleistungen oder spezielle Angebote.
  • Die Farbsprachen werden mutiger – ich sehe immer mehr Websites in herrlichem Blutrot oder strahlendem Neongrün.
  • Social Media wird persönlicher, viele Unternehmen haben mittlerweile eine Meinung – auch zu politischen Themen. Gleichzeitig werden Markenbotschafter – also Mitarbeiter des Unternehmens, die als Person für das Unternehmen kommunizieren und ansprechbar sind – immer wichtiger.

Auch bei den Texten wird so manche Schippe Individualität draufgelegt – mein persönliches Hasswort „Synergien“ lese ich fast nur noch in Xing-Kontaktanfragen, aber kaum mehr auf Unternehmens-Webseiten. Und Über-mich-Seiten lassen mich immer weniger einschlafen, sondern vermitteln die inhaltlichen und emotionalen Merkmale des jeweiligen Unternehmens. Gleiches gilt auch für die großen Business-Netzwerke wie LinkedIn oder Xing – auch hier beobachte ich immer mehr persönliche Standpunkte und individuell aufgemachte Selbstdarstellungen. Ganz prima wird es dann, wenn noch eine persönliche Mission oder gar eine Anspruchshaltung gegenüber den potenziellen Kundinnen und Kunden dazu kommen!

Was ich mir in diesem Jahr wünsche …

Zauberstab… ist, dass wir weiter über Authentizität und authentische Werbung nachdenken, um die Komplexität des Echtseins vollständiger zu begreifen. Schließlich ist Authentizität zum Beispiel nicht automatisch positiv – auch, wenn sie derzeit immer noch als solches gehandelt wird. Dabei kann auch ein richtiges Arschloch durch und durch authentisch sein! Und nicht jede authentische Handlung kommt bei allen Menschen gleich gut an – im Gegenteil, Authentizität wirkt ganz oft polarisierend.

Doch die Zuteilung in die positive Wertungsecke birgt eine große Gefahr, denn sie macht Authentizität wieder beliebig – nach dem Motto: „Sei einfach nur du selbst und alles wird gut!“  Das ist natürlich Quatsch, denn Auftraggeberinnen und Kunden wollen dich als echte, glaubhafte Unternehmerin oder als transparenten Dienstleister erleben, deren Angebot in sich rund ist.  Um das hinzukriegen, müssen sich Unternehmen genau so wie Mittelständler und auch Einzel-Selbstständige authentisch inszenieren – und da gibt es noch viel zu tun. Denn die individuelle Unterschiedlichkeit muss erst  herausgearbeitet werden, um dann in die richtigen Bilder und die passende Sprache übersetzt zu werden. Ein harter Job!

Gleichzeitig müssen wir aufpassen, dass diese eigentlich so geniale Authentizität nicht im Hype rund um die „Influencer“ untergeht. Denn hier entstehen gerade echte Perlen von vorgegaukeltem Echt sein, bei den ich immer öfter nicht weiß, ob ich statt zu lachen doch besser weinen sollte. Was denken sich Unternehmen eigentlich, die solche stumpfe Werbung auf Instagram schalten? Traffic ist alles, unser Ruf ist nichts? Ich muss das nicht verstehen … und hoffe, dass 2018 auch das Jahr sein wird, in dem dieser belanglose Mist wieder aufhört.

Es gibt viel zu tun!

In den kommenden Monaten werde ich wieder öfter über Authentizität und den daraus resultierenden spannenden Möglichkeiten zur Markenbildung nachdenken – hier im Blog, gemeinsam mit meinen Kundinnen und Kunden sowie in kleinen Workshops oder auf Vorträgen. Und ich freue mich darauf, in diesem Jahr viele neue Marken kennen zu lernen und ihnen dabei zu helfen, sichtbar zu werden!

Christa GoedeMit individuellen Texten und Konzepten gestalte ich Websites und Social Media-Auftritte authentisch. Meine Erfahrung und mein Wissen als Texterin, Konzepterin, Social Media-Managerin und Bloggerin teile ich hier im Blog oder live in Workshops und Vorträgen – viel Humor und gute Laune inbegriffen.

  +49 69 63392977

  mail@christagoede.de

Bildquellenangabe: Pixabay

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