Texten fürs Web

von am 1. Dezember 2016 in Know-how, Text | 2 Kommentare

Webtexte schreiben ist Beziehungsarbeit!

Beziehung

Gute Webseiten-Texte sind das Mittel, mit dem du deine Kunden und Interessenten im Internet erreichst – und damit viel mehr als Futter für die Suchmaschinen. Doch in vielen Fällen funktionieren Webseiten leider immer noch so: „Klick, die Website öffnet sich. Mein Auge wandert über die Seite, erfasst Bilder, Layout und erste Textfragmente. An einigen Stellen bleibe ich hängen, andere hingegen überfliege ich nur. Gewünschte Information ratzfatz gefunden? Nein. Klick, die nächste Seite öffnet sich. Mein Auge wandert über  …. usw.“ Kennst du das das? Ganz bestimmt, denn nach dieser Systematik erfassen wir alle Inhalte, während wir surfen. Schließlich ist das Internet unser schnellstes Informationsmedium, wir wollen möglichst fix zu den gewünschten Inhalten kommen. Finden wir sie nicht auf Anhieb, surfen wir weiter.

Dieses sprunghafte, ja geradezu untreue Verhalten solltest du unbedingt beachten, wenn du Texte für deine Website, dein Blog oder dein Online-Magazin aufbereitest – denn mit ein paar kleinen Tricks und Kniffs kannst du deine Leserschar erheblich vergrößern. Vielleicht entwickeln deine Leser sogar eine richtige Beziehung zu dir!

Text – die Verpackung macht’s.

Ähnlich wie wir uns ein attraktives Äußeres bei uns selbst und unserem Partner wünschen, wünschen wir uns auch einen bestimmten Look bei den Texten, die wir im Internet lesen. Gepflegt soll ein Text daher kommen und gut aufgebaut soll er sein. Denn wir alle bevorzugen gut strukturierte Texte, die wir quer lesen und schnell erfassen können. Und wie bei zwischenmenschlichen Beziehungen brauchen wir bereits bestehende tiefe Bindungen, um einem Text-Absender eine zweite Chance zu geben. Besteht diese intensive Bindung nicht, bedeutet verbockt häufig final verbockt – dieser Leser ist verloren. Um also den sprunghaften, eiligen Besuchern das Lesen deiner Inhalte zu erleichtern, solltest du deinen Content adrett verpacken:

  • Einfache, klare Sprache in kurzen, verständlichen Sätzen – erleichtere deinen Lesern das Lesen so umfassend wie möglich.
  • Botschaft nach oben – dieser Aufbau erhöht die Chance, dass dein Leser die wichtige Aussage erfasst.
  • Headlines, Zwischenheadlines – sie geben dem Text die nötige Struktur. Das Auge findet Anker, die den Leser zum Verweilen einladen.
  • Absätze – eine bis maximal zwei Botschaften pro Absatz reichen vollkommen.
  • Satzzeichen – Gedankenstriche, Semikolons oder Doppelpunkte erleben im Web eine Renaissance. Zu recht!
  • Aufzählungen – klare Aufzählungen mit gut strukturierten Inhalten sollten dein Markenzeichen werden.
  • Fettungen – nutze die optische Hervorhebung der Kerninhalte präzise. Aber bitte auch sparsam.
  • Trennungen – das viel gepriesene Donau-Dampfschifffahrts-Kapitänspatent lässt sich gekuppelt mit zwei Bindestrichen gleich viel besser lesen.

Kursive Schriftarten solltest du der wörtlichen Rede oder Zitaten vorbehalten. Und Unterstreichungen dienen im Web allgemein dazu, Links kenntlich zu machen – bitte nutze diese Formatierungen nicht, um „einfach nur“ Text hervorzuheben.

Der Extratipp: Deine Kernbotschaft/die wichtigste Aussage platzierst du am besten in einem schicken Infokasten im Text. Deine Leser werden diesen zusätzlichen optischen Anker mit einer längeren Verweildauer belohnen. Ganz sicher.

Text – auf den Charakter kommt es an.

Ja, die inneren Werte zählen im Web selbstverständlich auch – doch erst, wenn die attraktive Verpackung Gefallen gefunden hat. Voraussetzung ist natürlich, dass du in deinen Texten wirklich etwas zu sagen hast, was deine Besucher interessiert. Oberste Priorität hat immer der Leser: Versetze dich in deine Zielgruppe und überlege genau, welche Inhalte diese wertig und sinnvoll finden würden:

  • Relevante Inhalte – stelle sicher, dass die Inhalte Mehrwerte für deine Leser bieten.
  • Keywords – nein, du schreibst keine Texte für Suchmaschinen. Aber es lohnt sich trotzdem, die wichtigsten 2-3 Keywords in Headlines und Deeplink zu platzieren.
  • Aktive Formulierungen – schreibe lebhaft, auffordernd und in einer positiven Grundhaltung. Gerne auch witzig, wenn es zu dir und deinem Vorhaben passt.
  • Inhaltliche Wiederholungen – schreibe jeden Text als wäre es dein einziger zu diesem Thema. Setze nicht voraus, dass sich deine Leser auskennen.
  • Verlinkungen – biete deinen Lesern Links zu anderen Inhalten ähnlicher Themenbereiche an. Innerhalb des Textes genau so wie gesammelt am Ende.

Extratipp: Wahre Könner unter den Schreibern versehen jeden Text noch mit einer persönlichen Note. Hierfür eignen sich zum Beispiel wiederkehrende Formulierungen, eine bildreiche Sprache und ein eigener, authentischer Sprachstil. Oder du erzählst Geschichten – die können wir Menschen uns ohnehin viel besser merken! Doch auch ohne diese ganz hohe Schule kannst du gute Ergebnisse erzielen, wenn du das Scheiben deiner Texten als echte Beziehungsarbeit am Leser betrachtest. Ja, ich weiß, das ist anstrengend. Ja, ich weiß auch, dass das seine Zeit braucht.  Aber du wirst reich belohnt für dein Engagement. Das weiß ich aus eigener Erfahrung 😉

Dein Ziel: Viele Partner. Verlässliche Partner.

Du siehst: Mit diesen Tricks machst du sprunghafte „One-Visits“ zu verlässlichen, wiederkehrenden Partnern. Du wirst Leser finden, die deine Inhalte lesen, verstehen und im Idealfall sogar weiterbereiten!

Welche Tipps hast du auf Lager, um deine Leser zu binden?

 Bildquellenangabe: Pixabay
Christa GoedeChrista Goede steckt viel Herzblut und noch mehr Fachwissen in digitale Unternehmensauftritte: Mit individuellen Texten und Konzepten gestaltet sie Websites und Social Media-Auftritte authentisch. Ihre Erfahrung und ihr Wissen als Texterin, Konzepterin, Social Media-Managerin und Bloggerin teilt sie hier im Blog oder live in Workshops und Vorträgen.

  +49 69 63392977   mail@christagoede.de

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