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Die Textschneiderei - das Blog.

Die Textschneiderei - von der Stange gibt's hier nichts.

Hier blogge ich über meine Lieblingsthemen Text, Websites, Social Media und authentische Kommunikation. Humorig, meinungsstark und sehr persönlich. Und deswegen seit 2016 auch in DU.

Im Interview – Peter Reichard

„Kunden spüren, wenn du versuchst, jemand anderen darzustellen.“

Peter Reichard von den GenussverstärkernMit Peter verbinden mich gleich mehrere Dinge, aber zwei sind zentral: Unsere Leidenschaft für Punkrock und gute Weine. Doch wir treffen uns nicht nur auf Konzerten oder manchmal donnerstags auf dem Märktchen in Offenbach, sondern auch mal in politischen Zusammenhängen. Denn wir beide sind der Meinung, dass sich in diesen Zeiten auch Unternehmerinnen und Unternehmen klar positionieren dürfen – ja, sogar müssen!  Noch ein Punkt fällt mir ein: Wir sind beide auf der Unterseite des linken Unterarms tätowiert – und zwar mit Dingen, die wir toll finden. ;-)
Wer von euch mal in Offenbach ist, sollte unbedingt bei Peter im Laden vorbei schauen. Oder eins seiner Tastings besuchen. Es lohnt sich.


CG: In deinem Offenbacher Laden „die Genussverstärker“ verkaufst du Wein, Whiskey und Gin. Außerdem organisierst du wunderbare Verkostungen und berichtest von deinen tollen Reisen zu den Destillerien in Schottland. Immer dabei: Ska und Punkrock, deine Lieblingsmusik. Wie ist das, wenn du im Laden stehst und Kunden berätst: Wie viel „Peter“ ist dabei?

PR: Im Laden und bei den Tastings gibt es immer 100 % Peter. Für mich ist das ja nicht nur ein Job, sondern pure Leidenschaft. Zudem bin ich der festen Meinung, dass, die Kunden und Gäste spüren, wenn du dich zurücknimmst, wenn du versuchst, jemand anderen darzustellen. Bei Whisky erwartet möglicherweise der/die ein/e, dass dauernd Irish Folk läuft und ich selbst im Kilt herumspringe. Aber das bin nicht ich. Meist läuft im Laden eher Ska, Punk oder Oi-Musik im Laden, und in einen Kilt bekommst du mich nicht rein. Das hat für mich so etwas aufgesetztes Folkloristisches. Von daher verkleide ich mich weder für die Zeit im Laden noch während der Tastings oder Messen.
Als ich in den ersten Jahren (2001–2018) noch als Grafiker arbeitete, hab ich diesen Fehler anfänglich gemacht: Ich hab mich in schlecht geschnittene Sakkos gezwängt etc. Aber ich hab mich damit nie wohlgefühlt und es auch irgendwann sein lassen. Shirts mit diversen Bandmotiven oder politischen Statements, Jeans, Sneaker oder Doc Martens sind mein normales Outfit, darin fühl ich mich wohl. Und nicht selten sagt jemand: „Ach, cooles Shirt, bei der Band war ich auch schon““ oder „Gutes Shirt mit klarer Aussage!“

CG: Authentizität ist ein Modebegriff – viele Unternehmen und Selbstständige schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

PR: In Mode kam der Begriff ja, weil so viele Menschen sich verkleiden – in Kleidung und Verhalten –, wenn sie in ihren Jobs sind. Oft genug färbt das nach und nach auf ihr Privatleben ab. Schlimm genug eigentlich, dass Menschen für ein Leben, wie man es leben möchte, einen Begriff benötigen. „Ich bin ich“ und bestimmt gibt es Kunden, die damit nicht umgehen können oder wollen. Aber vermutlich passen diese Menschen auch gar nicht zu mir. Der Begriff spielt als Wort keine große Rolle bei mir, aber eben als Idee, die dahinter steht: Lebe dein Leben und nicht das anderer.
Aber ich gebe zu bedenken, dass Authentizität nicht per se positiv zu sehen ist. Nur ein Beispiel: Jemand, der 20 Jahre Berufssoldat mit Befehlsgewalt war, wird vermutlich seinen Umgangston auch in einem späteren Job mitbringen. Das ist dann auch authentisch. Auch ein Rassist kann absolut authentisch rassistisch sein, und so weiter.

CG: Warum ist es so schwer für uns Menschen, individuelle Wege zu beschreiten und das zu tun, was uns wirklich ausfüllt?

PR: Ich denke, dass da vor allem gesellschaftliche Zwänge wirken. Aber auch die Angst, zu scheitern bzw. Nachteile zu spüren aufgrund von Ideen, Äußerlichkeiten etc., die nicht dem Mainstream entsprechen. Ob das wirklich dazu kommt, wage ich in vielen Fällen zu bezweifeln – zumindest was Mode, Musik, Äußerlichkeiten angeht. Bei politischen Einstellungen ist das schon anders und schwieriger. Aber das ist ja nicht nur im Berufsleben so.

CG: Welche Plattformen benutzt du für deinen unternehmerischen Außenauftritt? Verwendest du dort spezielle Stilmittel?

PR: Neben der eigenen Website nutze ich in erster Linie Twitter, Facebook und Instagram. Ich teile dort die Termine für unsere Tastings, stelle aber auch viele Produkte wie Weine, Whiskys oder Gins vor. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen geben vor allem die Social-Media-Profile auch einen Einblick in mein privates Leben, denn ich trenne da bewusst nicht. Also gibt es da Bilder von Konzertbesuchen, von meinem Frühstückskaffee, von meiner ständig wachsenden Vinyl- & CD-Sammlung oder auch von antifaschistischen Aufklebern, die mir gefallen.

CG: Nach gängiger Definition resultiert Authentizität aus einem Sieg des Seins über den Schein. Doch für mich als Unternehmerin ist es nicht immer einfach zu entscheiden, wie weit meine Echtheit auf professioneller Ebene gehen darf. Wie erlebst du diese Auseinandersetzung? Hat Authentizität Grenzen?

Aufkleber an LaternenmastPR: Ich bin seit Jahrzehnten antirassistisch-antifaschistisch engagiert und das sind für mich Grundwerte meines Leben. Das spiegelt sich auch im Laden wieder, aber sicherlich nicht so tief greifend wie in meinem privaten Leben. Aber wir unterstützen nicht nur Initiativen wie die Seebrücke, Demo gegen Mietwahnsinn etc., sondern zeigen unser Engagement auch im Laden – zum Beispiel durch Plakate, Flyer, etc., die wir auslegen. Oder mit unseren eigenen Aufklebern wie „Love Wine – Hate Racism“ oder „Love Wine – Hate Homophobia“. Des Weiteren bringe ich politische Themen auch in den Tastings mit ein – bei Rum-Tastings etwa den Punkt Sklaverei und Rassismus. Und wir äußern uns politisch auf unserer Website oder in Social Media. Bisher gab es zumindest kein direktes negatives Feedback, sondern eher positive Reaktionen dazu.

CG: Mit Authentizität gehen Begriffe einher wie …

PR: a. Ehrlichkeit – Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und gegenüber den Kunden/Gästen
b. Respekt – ich respektiere auch meine Kunden. Was jedoch nicht heißt, dass ich Rassismus, Homophobie oder andere reaktionäre Haltungen toleriere. Doch nur wenn ich respektiere, kann ich Respekt mir gegenüber erwarten.
c. Nichtssagende Plattitüde – ein Wort, welches meiner Meinung nach immer häufiger als werbewirksamer Begriff verwendet wird.

CG: Was glaubst du: Warum wird Authentizität von vielen Menschen ganz besonders geschätzt?

PR: Sicherlich ist da dieser Aspekt der Ehrlichkeit. Und ich meine, dass es Menschen auch Mut machen kann, wenn man zeigt, dass man mit Authentizität zumindest nicht in erster Linie Nachteile hat. Vielleicht nicht 1:1 wie bei mir als Selbstständiger in einem Bereich, der eben nicht von so vielen Konventionen geprägt ist. Doch anderseits denke ich, dass derjenige, der sich verstellt und mit angezogener Handbremse fährt, seine Kunden nicht auf Dauer begeistern kann.

CG: Zum Schluss ein Blick in die Kristallkugel: Welche unternehmerischen Strategien werden in den nächsten Jahren Interesse wecken – und zum Beispiel aus Interessierten Käuferinnen und Käufer machen?

PR: Das ist immer schwierig vorherzusagen: Einfach so bleiben, wie ich bin und Service, beste Produkte, gute Beratung mit den ganzen besonderen Eigenheiten verbinden. Trotz aller Social-Media-Möglichkeiten ist es für uns immer noch wichtig, eine Verbindung mit den Menschen vor Ort aufzubauen, damit die Kunden sich bei uns wohlfühlen. Ganz egal, wie du zu uns kommst, tätowiert oder nicht, Jeans oder Anzug, Punk oder Technofan … du sollst dich wohl und ernst genommen fühlen.

Peter ReichardPeter Reichard: Ein Jahr nach dem Spirit of 69 das Licht der Welt im schönen Saarland erblickt und 1996 im Rhein-Main-Gebiet gelandet. Genuss, Musik und Haltung gehören zusammen. Liebt es, tagtäglich mit Menschen zu tun zu haben, für sie das Richtige zu finden. Leidenschaft, aber auch Hintergrundwissen weiterzugeben und das alles andere als steif, versnobt oder dekadent wirkend. Alles nach dem Motto: Schmeckt oder schmeckt nicht … und das entscheidet jeder selbst.

Bildquellenangabe: oben Percy Walther, alle anderen Peter Reichard

 

Ein Bericht: Lola, die Schülerpraktikantin

Lolas Praktikum: @schilderausoffenbach, ein Mäuserich, viel Spaß und der Mörderschnupfen.

Christa und Lola haben SpaßIrgendwann ist ja immer das erste mal – und so kam es, dass ich nach fast 16 Jahren Selbstständigkeit das erste Mal eine Schülerpraktikantin hatte. Lola ist 13 und geht in die 8. Klasse. Sie liest supergerne, macht schöne Fotos und surft stundenlang auf Instagram. Außerdem interessiert sie sich für Online-Marketing. Und so haben wir während des Praktikums eine Idee umsetzt, die schon ganz lange in meinem Kopf rumspukte … aber lest selbst, hier ist Lolas Praktikumsbericht.

PS: Mir hat es übrigens auch ganz viel Spaß gemacht, mit Lola zusammen zu arbeiten – einzig ein Mörderschnupfen kam mir in die Quere. Und so haben wir die letzten zwei Tage von Lolas Praktikum via WhatsApp gewerkelt. Aber diese Zusammenarbeit mit räumlicher Distanz gehört ja eh zu meinem täglichen Arbeitsleben – und so hat Lola das auch gleich kennengelernt.


Lolas Praktikumsbericht

Tag 1

Mein 1. Tag war ziemlich interessant: Wir haben einen Plan angelegt, was wir die 10 Tage, die ich hier bin, so machen könnten. Als wir damit fertig waren, haben wir uns an den Computer gesetzt und ein wenig recherchiert, da wir einen neuen Instagram-Account machen wollen. Wir haben uns zusammengesetzt und überlegt, was für Hashtags wir nutzen könnten. Und wir haben einen bestimmten Filter rausgesucht, den wir für alle Bilder nutzen wollen. Denn wir möchten, dass sich alle Bilder ähnlich sehen und man sofort erkennt, dass sie von uns sind. Dann sind wir raus gegangen und haben  (mehr …)

Im Interview – Martina Bloch

„Authentizität wird durch das eigene Handeln sichtbar, nicht durch Absichtserklärungen.“

Martina Blog - PortraitMeinungsstark, um keine Antwort verlegen und dazu noch eine beeindruckende körperliche Erscheinung – mit Martina Bloch verbinden mich nicht nur diese, sehr schnell wahrnehmbaren Merkmale. Martina und ich können auch wunderbare Gespräche führen über das Leben und das Leiden. Und wir helfen uns gegenseitig, wann immer wir können. Doch das Allertollste ist: Die selbstständige Akquisefachfrau  hat genau wie ich einen tiefschwarzen Humor. Also lachen wir gemeinsam noch an Stellen, an denen andere schon ausgestiegen sind ;o) Um so mehr freue ich mich, dass Martina Zeit gefunden hat, meine Fragen zur Authentizität zu beantworten – vielen Dank!

Kennengelernt haben wir beide uns übrigens über die Digital Media Women – dieses tolle Netzwerk, das mir schon so viele wunderbare Bekanntschaften und Freundschaften beschert hat!


CG: Du hast eine Agentur für Unternehmenskontakte und gewinnst im Auftrag neue Kunden für erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen. Außerdem gibst du dein Wissen rund um das Angstthema „Kaltakquise“ an Unternehmen und Selbstständige weiter. Wie ist das, wenn du selbst telefonierst im Kundenauftrag: Wie viel „Martina“ schwingt da noch mit?

MB: Jede Menge Martina, nur eben nicht die ganze Martina. Weil ich zwischen Beruf und privat gut trennen kann. Der Beruf braucht die Eloquenz, das Hinhören können, die rasche Auffassungsgabe. Nicht aber den schwarzen Humor, den manchmal sehr kritischen Blick, das Hinterfragen, die persönliche Meinung.

CG: Authentizität ist ein Modebegriff – viele Unternehmen und Selbstständige schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

MB: Dieses Aushängeschild Authentizität (was für ein Wort!) ist wie dieses Intro: jetzt mal ganz ehrlich … ziemlich grässlich! Wenn ich dazuschreiben muss, dass ich ehrlich und/oder authentisch bin, dann mache ich doch grundsätzlich etwas falsch. Durch mein Sein, mein Tun, meine Kommunikation können andere erkennen, wie ich bin und  (mehr …)

Kommentare in Social Media – eine Typologie

Erklär-Bärchen, Troll-Monsterchen und Witz-Fischchen: der Social Media-Zoo.

Mann mit Fernglas beobachtetManchmal sitze ich vor meinem Rechner und kriege den Mund nicht mehr zu vor … äh … Erstaunen: Was sich da so alles in den Kommentarspalten dieses Social Media-Zoos tummelt! Manche Texte lassen mich ratlos zurück, manche belustigen mich, manche entsetzen mich, andere machen mich wütend. Ich habe den Eindruck, dass die Kommunikation via Social Media mittlerweile öfter irre Züge annimmt, als das noch vor 2 Jahren der Fall war. Ob es daran liegt, dass sich bestimmte Typen im Social Media-Zoo rasant vermehrt haben?

Bei meinen zahllosen privaten und beruflichen Exkursionen in diesen digitalen Spezialzoo haben ich mal ein paar dieser Tierchen näher betrachtet, Dabei habe ich festgestellt, dass man sie vor allem an der Art ihrer Kommentare unterscheiden kann. Einige ganz besonders niedliche Exemplare möchte ich hier gerne vorstellen:

Das Erklär-Bärchen

Das Erklär-Bärchen hat einen riesigen Wissensschatz, den es gerne präsentiert. Und so kommt es, dass das Erklär-Bärchen immer eine Information parat hat – ganz gleich, ob im Eröffnungsposting danach gefragt wurde oder nicht.

Typischer Kommentar des Erklär-Bärchens:

  • Eröffnungsposting: „Hat jemand Umzugskartons für mich?
  • Kommentar Erklärbärchen: „Die kosten im Allgemeinen 1 Euro.“

Das Wutbürger-Hündchen

HundDas Wutbürger-Hündchen hat eigentlich nur ein Thema: Flüchtlinge. Und zwar in jeder Form, in jedem Zusammenhang. Deswegen ist das Wutbürger-Hündchen auch rund um die Uhr aktiv auf allen möglichen Plattformen.

Typischer Kommentar des Wutbürger-Hündchens:

  • Eröffnungsposting: „Ich wollte euch nur kurz erzählen, dass es in der Innenstadt neue Radbügel gibt – die richtig guten, an denen man den Rahmen festschließen kann! Toll!“
  • Kommentar Wutbürger.-Hündchen: „Das ist auch dringend notwendig, Merkels Goldstücke klauen ja alles, was nicht fest angekettet ist.“ 

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Im Interview – Susanne Gurschler

„Authentizität gehört in gewisser Weise zum Berufsethos.“

Susanne GurschlerSusi ist wie ich Mitglied im Texttreff, des weltbesten Netzwerks der Welt. Die Frauen im Texttreff haben alle einen ähnlichen Beruf: Susi ist Journalistin, ich bin Texterin. Wir begegnen uns auf Facebook sehr oft, da wir uns beide für Politik interessieren. Außerdem ist Susi sehr oft mit ihrem Hund Findus in den Tiroler Bergen unterwegs und bringt wunderschöne Fotos von ihren Wanderungen mit. Und ab und zu chatten wir sprachbegeisterte Frauen darüber, wie sich Deutsch und Österreichisch unterscheiden – in diesem Interview kommt zum Beispiel der Begriff „untergriffig“ vor an einer Stelle, an der ich „übergriffig“ geschrieben hätte. Übrigens: Bei Wikipedia gibt es eine ziemlich spannende „Liste der Austriazismen“ ;-)


CG: Authentizität ist ein Modebegriff – viele Unternehmen und Selbstständige schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

SG: Für mich als Journalistin und Autorin ist Authentizität enorm wichtig. Sie gehört in gewisser Weise zum Berufsethos. Die LeserInnen und NutzerInnen müssen sich darauf verlassen können, dass ich faktenbasiert, transparent und authentisch arbeite. Check, Re-Check, Double-Check – Grundpfeiler journalistischen Arbeitens – ist die Richtschnur. Das muss einem gewissermaßen in Fleisch und Blut übergegangen sein. Dass klassische Medien, der Journalismus, derzeit heftiger Kritik ausgesetzt sind (Stichwörter: Lügenpresse, Staatsfunk, Mainstreammedien e.a.), stimmt mich nachdenklich und bereitet mir Sorgen. Natürlich: Zuspitzungen, Clickbaiting – die Verführung zur Vereinfachung ist groß. Aber ein Journalismus, der etwas auf sich hält, opfert nicht die fundierte Recherche und zeigt Flanke. Die Presse als vierte Macht im Staat hat eine große Verantwortung. JournalistInnen müssen den Mächtigen auf die Finger schauen, die Menschen informieren und ihnen eine Basis für ihre Entscheidungen liefern. Sie sind der Gesellschaft verpflichtet – insofern bin ich im Herzen Idealistin geblieben.

Cover Buch 111 Orte in Innsbruck die man gesehen haben mussCG: Du bist Journalistin und Autorin, schreibst häufig Artikel und Bücher mit regionalem Bezug. Auch in Sachen Politik hältst du mit deiner Meinung nicht hinterm Berg. Deine Fans und Follower wissen, dass du oft wanderst in Tirol. Und dass du immer einen Hund dabei hast. Bringt dir diese individuelle, gut sichtbare Kombination Vorteile in deiner Selbstvermarktung?

SG: Ganz ehrlich: Das weiß ich nicht. Ich mache einfach und denke selten bis nie darüber nach, ob etwas für mich von Vorteil ist – oder von Nachteil. Das ist vielleicht ein  (mehr …)

Sommerloch

Gemütlichkeit. Oder: Grmpf, mir fällt nix ein!

Tafel heute hitzefreiDraußen sind 36 Grad, in meinem Büro ist es mit 28 Grad noch vergleichsweise kühl. Ich sitze barfuß am Schreibtisch, ausgestattet mit Shorts, Schlabber-T-Shirt und einem Handtuch, mit dem ich mir gelegentlich den Schweiß von der Stirn wische. Neben mir stehen bereits 2 leere Wasserflaschen, die dritte habe ich gerade in Arbeit. Genau wie Texte für eine Unternehmensbroschüre, die ich derzeit schreibe. Der Ventilator brummt leise vor sich hin, ab und zu trifft mich ein kühlender Luftstrahl. Sommer im Büro halt, so, wie mir geht es gerade Millionen von anderen Menschen auch.

Dementsprechend ist auch meine Auftragslage – alles recht entspannt, viele Menschen im Urlaub oder gerade nicht in der Lage, eine wichtige Entscheidung zu treffen. Klar, bei der Hitze … Doch dann fällt mir auf: Es ist August! PANIK! Ich muss mindestens noch einen Blogbeitrag schreiben in diesem Monat! Denn ich habe derzeit praktisch nichts fertig Geschriebenes mehr in der Pipeline – schließlich dauert die hirneinschläfernde Hitze schon ein paar Wochen an.

Uaaaahhh, wer mich kennt, weiß, dass mir nun gerade zur Abwechslung mal der kalte Schweiß auf der Stirn steht. Denn ich gehöre zu den Menschen, die eher überorganisiert sind: Ich habe eigentlich immer mehrere fertige Blogbeiträge in der Pipeline und weiß recht genau, wie meine Tage idealerweise strukturiert sein sollten. Den Kampf mit einer Deadline kenne ich nur aus sehr wenigen Ausnahmefällen. Außerdem weiß ich heute immer schon gerne, was ich morgen und übermorgen und in der nächsten Woche zu tun habe.

Die Sache mit dem schlechten Gewissen.

Und dann ist da noch dieses schlechte Gewissen … Da sitzt ein kleiner Teufel auf meiner Schulter und flüstert mir  (mehr …)

Im Interview – Gaby Travers

„Es ist mitunter nicht einfach, authentisch zu sein.“

Gaby radelt gerne Berge hinaufGaby und ich kennen uns seit 2012 aus einer gemeinsamen Fortbildung in Sachen Social Media – interessanterweise habe ich mit vielen dieser Menschen, die ich in dieser Zeit kennen lernen durfte, bis heute Kontakt über Facebook. An Gaby finde ich ziemlich spannend, dass sie ein Stück weit macht, was sie will: „Diese Fortbildung kriege ich gerade nicht so gebacken? Okay, ich mach sie ein Jahr später. Natürlich erfolgreich!“ „Keinen Bock mehr auf PR als Festangestellte? Okay, ich mache mich selbstständig mit einer Mountainbike-Schule!“ Ich finde, von so viel Mut und Tatkraft können sich einige eine dicke Scheibe abschneiden …

Dazu ist Gaby noch supersportlich: Sie radelt irgendwie andauernd laut Facebook, wenn sie nicht gerade den Jakobsweg entlangwandert oder bei Charityläufen mit rennt. Ich finde das toll! Eines Tages mache ich mal einen ihrer Mountainbike-Kurse mit  – aber bitte nur mit dem eBike. Denn bergauf muss ich ja bekanntlich für zwei radeln ;o)


CG: Authentizität ist ein Modebegriff – viele Unternehmen und Selbstständige schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

GT: Sowohl für mein Privatleben als auch für meine Arbeit ist es mir wichtig, authentisch zu sein, mich nicht zu verbiegen und Menschen mit all ihren Launen und Macken so zu erleben, wie sie tatsächlich gerade ticken. Ich arbeite mit Menschen und sie sollen mich als Person kennenlernen und so gut wie möglich beurteilen können, ob sie etwas mit mir zu tun haben möchten oder nicht. Die Kursbeschreibungen für meine Mountainbikeschule versuche ich so zu gestalten, dass meine Kunden ein möglichst genaues Bild bekommen. Ich möchte nichts schön reden, was dann live und in Farbe nicht so funktioniert. Ich möchte zufriedene Kunden haben, keine enttäuschten – und das können sie nur dann sein, wenn sie meiner Zielgruppe entsprechen und das Programm, das ich biete, auch erwartet haben.

CG: In einem früheren Leben warst du mal festangestellte PR-Fachfrau – heute leitest du mit happygolucky deine eigene „entspannte Mountainbikeschule“. Das ist eine gewaltige Veränderung. Wie ist es dazu gekommen?

GT: Es gibt mehrere Gründe.
Ich ertrage Chefs einfach nicht mehr. In meinem gesamten Angestelltendasein habe ich nie einen erlebt, der kompetent und menschlich mit seinen Mitarbeitern umgegangen ist. Es gab liebe Chefs, mit denen man fast noch Mitleid haben musste, wenn sie mal eine Entscheidung treffen mussten. Es gab die verantwortungslosen, die mich gerne 60 Stunden pro Woche arbeiten ließen und für meinen Urlaub noch die Idee parat hatten, mich gut zu erholen, aber bitte jeden Tag die E-Mails zu checken. Und es gab die, die mir schlichtweg nicht den Freiraum für eigene Entscheidungen innerhalb meines Arbeitsbereichs gaben.
Außerdem hasse ich nichts mehr als sitzen. Ich bin nicht gerne lange am Schreibtisch. Es macht mich müde – und  (mehr …)

Faktencheck: Nachrichten, Bilder und Informationen überprüfen

Stimmt das oder stimmt das nicht? 15 Websites & Tools für den Faktencheck.

Lupe: 13 Websites und Tools für den FaktencheckIn den Sozialen Netzwerken breitet sich immer weiter eine spezielle Art der Panik aus, die oft in purer Menschenverachtung mündet. Befeuert wird diese Panik von Postings wie diesen: „Jeden Tag werden 100-te Deutsche abgestochen von Muslimen! Keiner tut was!“, „Gestern habe ich wieder gesehen, wie eine Burkafrau im Mercedes zur Tafel gefahren wurde!“ oder „Dieses Bild zeigt einen verslumten Hinterhof in Dortmund-Marxloh! So sieht es bald in ganz Deutschland aus!“. Auch die Vor- und Pauschalverdächtigungen gerade gegenüber Minderheiten reißen nicht ab – vor Kurzem wurde zum Beispiel behauptet, ein geflüchteter Mensch hätte Lepra nach Österreich eingeschleppt.

Doch mit zunehmender Häufigkeit derartiger erfundener Müllinhalte wird es auch für mich als Social Media-Profi immer schwerer, einzelne Nachrichten und Postings auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Doch die gute Nachricht ist: Es gibt tolle Tools, mit denen wir alle schnell und einfach einen Faktencheck durchführen können!

1. Faktenfinder der Tagesschau – interessante Hintergrundinformationen

Gerade bei großen politischen Themen, deren Diskussion schon einige Stunden oder Tage andauert, kannst du bei diesem Faktenfinder spannende Hintergrundinformationen finden. Und in der Rubrik #kurzerklärt gibt es viele Fakten zu ganz verschiedenen Themen – von der Finanzierung der WHO bis zur Frage, was in Deutschland in der Pflege so alles schief läuft.
->  Einsatz: Wenn du dir nicht sicher bist, ob eine aktuelle Nachricht so korrekt ist.

2. Mimikama – die Sammelstelle für Falschmeldungen aus allen Bereichen

Schon seit 2011 ist der österreichische Verein Mimikama aktiv: Die Aktivisten wollen Internetmissbrauch, Internetbetrug und Falschmeldungen entgegenwirken und bekämpfen. Und so bleibt es nicht aus, dass sie sich immer wieder auch mit rechtsextremen oder rechtspopulistischen Angstmacherpostings beschäftigen. Ich mag die unaufgeregte Art, in der die Aufklärungspostings verfasst werden – es lohnt sich sehr, diesem  (mehr …)

Im Interview – Juliane Benad

„Wer sich authentisch zeigt, zeigt sich selbstbewusst.“

Profilbild_Juliane-BenadJuliane und ich begegnen uns immer wieder auf Veranstaltungen im Rhein-Main-Gebiet – und das seit vielen Jahren: Wir treffen uns zum Beispiel auf Barcamps wie dem #bcrm oder dem Content-Strategy-Camp. Mit ihr kann ich mich prima unterhalten, denn wir machen nicht nur einen ähnlichen Job als Freiberuflerinnen, sondern wir ticken in einigen inhaltlichen Punkten ähnlich. Zum Beispiel sehen wir Social Media auch durchaus kritisch, obwohl wir beide Geld in diesem Bereich verdienen. Außerdem lese ich gerne ihr Blog, in dem sie immer handfeste Tipps parat hat. Und ich finde es toll, dass sie nun auch den Weg als Selbstständige geht – sie wird das Ding rocken, da bin ich mir sicher ;-)


CG: Authentizität ist ein Modebegriff – viele Unternehmen und Selbstständige schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

JB: Ich glaube, dass es früher oder später gar nicht anders funktioniert als authentisch zu sein. Klar, den ein oder anderen Kniff wie man vielleicht besser auf Menschen wirkt, wie man sich besser gibt, kann man üben und optimieren. Das muss sich ja auch nicht mit Authentizität ausschließen.
Sobald man sich jedoch verstellt, wird es anstrengend – wenn man zum Beispiel einen auf Schreihals macht, obwohl man eher ein ruhiger Typ ist. Dann ist man auch nicht wirklich glaubhaft. Die Fassade wird schneller reißen als einem lieb ist.
Außerdem sprechen wir unter Umständen genau die Sorte von Kunden an, die gar nicht zu einem passen. Das strengt dann an. So zu sein, wie man ist – inklusive der Ecken und Kanten – ist wahrscheinlich der beste und erfolgreichste Weg.

CG: Du bist genau wie ich eine Einzelselbstständige, dein Schwerpunkt liegt derzeit auf dem Bereich Social Media. Wie hat sich deine Selbstständigkeit in den letzten Jahren entwickelt? Denkst du aktuell darüber nach, dein Portfolio zu verändern?

JB: So wahnsinnig lang bin ich ja noch nicht selbstständig, aber ich beobachte bei vielen Selbstständigen, dass vieles im Fluss ist. Man startet mit einer Ideen und merkt, wie sich die Dinge entwickeln. Gerade die Social Media-Welt ändert sich rasant, und wir wissen nicht, welches neue Social Media morgen aufploppt und welches übermorgen abgeschaltet wird. Ich muss und will also flexibel bleiben. Ich merke immer stärker, dass mir   (mehr …)

Warum sind Referenzen so wichtig?

Referenzen: Zeig her, was andere über dich sagen!

Titelbild - Warum Referenzen so wichtig sind.Referenzen, Kundenstimmen, Testimonials – deine besten Verkaufsargumente haben viele Namen. Schließlich wirkt kaum etwas stärker in der Vermarktung als ein persönliches Statement eines zufriedenen Kunden oder einer glücklichen Auftraggeberin. Doch warum ist das eigentlich so?

Die meisten von uns kennen noch das klassische Zeugnis aus den fest angestellten Zeiten. Die A4-Seiten voller rechtssicherer Formulierungen lesen sich grauenhaft. Trotzdem habe ich als Festangestellte jedes Zeugnis akribisch gelesen und einzelne Sätze genau gecheckt – schließlich galt es, eventuell vorhandene Stolperfallen zu finden (in der Karrierebibel findest du hierzu einen detailreichen Blogbeitrag). Doch so ein Zeugnis liest sich wie eingeschlafene Füße: „…. stets zu unserer vollsten Zufriedenheit … bla … arbeitete stets zuverlässig und äußerst gewissenhaft … bla … verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch.“ Wäää!

Referenzen sind kleine Statements mit viel Potenzial

Referenzen, Testimonials oder auch Kundenstimmen bieten für uns Selbstständige viel mehr Potenzial. Denn hier ist deine Kundin oder dein Auftraggeber vollkommen frei. Und so durfte ich mich schon über Sätze freuen wie „Ein Glücksgriff – nur so können wir die Zusammenarbeit mit Christa Goede beschreiben!“ oder „Es hat richtig Spaß gemacht mit Christa zu lernen.“ Hach! Doch neben der Herzentzückung hat ein solches Statement noch viel mehr Wumms:

  • Es beschreibt deine Arbeitsweise – aus der authentischen Sicht deiner Kundin oder deines Auftraggebers.
  • Es holt deine „Soft Skills“ auf die Bühne – diese beschreiben die Zusammenarbeit mit dir über das fachliche Know-how hinaus.
  • Es zeigt die Begeisterung deines Kunden/deiner Auftraggeberin – und Begeisterung wirkt bekanntlich ziemlich ansteckend.

Doch das Tollste ist: Um das alles zu transportieren, nutzen diese Menschen ihre  (mehr …)