Aufbau Werbetext

Werbetexte schreiben: Du, ich hab da mal ein Problem. Oder doch einen Brotkasten?

Manche Menschen betrachten Werbetexte für Websites als reines Futter für Algorithmen. Wenn du auch dazu gehörst, kannst du hier schon aufhören zu lesen, mach’s gut ;-) Denn in diesem Blogbeitrag geht es um den Aufbau eines wertvollen Werbetextes für eine Website. Eines Werbetextes, der nicht nur den Suchmaschinen schmeckt, sondern auch den Leserinnen und Lesern. Um wertvollen Content, der dich und dein Angebot präsentiert. Und die Menschen zum Beispiel dazu bringt, dich anzurufen. Oder dein Produkt zu kaufen.

Das gute Briefing: Die Grundlage für alle gut aufgebauten Werbetexte.

Laptop für den Aufbau eines Werbetextes

Wenn du einen solchen Text schreiben möchtest, solltest du als Erstes ein Briefing erstellen – und zwar ganz gleich, ob du den Text selbst schreiben willst oder einen Profi beauftragen möchtest. Dazu kannst du zum Beispiel über diese Punkte nachdenken:

  • Ziele – was soll dein Text erreichen?
  • Zielgruppen – wer soll deinen Text lesen und darauf reagieren?
  • Problem – welches Problem haben deine Zielgruppen?
  • Angebot – wie löst du das Problem deiner Zielgruppen?
  • Inhalte – welche Inhalte hast du bereits? Welche fehlen noch?
  • Sprache – wie möchten deine Zielgruppen angesprochen werden? Wie sprichst du selbst?

Im Blogbeitrag „Inhalte, Sprache, Zielgruppen und viel mehr: So klappt’s mit dem Text-Briefing.“ findest du noch viel mehr Details, was alles in ein gutes Text-Briefing gehört. ACHTUNG: Ein Briefing zu schreiben dauert manchmal länger, als den dazu gehörigen Text zu schreiben ;-) Wundere dich also bitte nicht, wenn du hier schon so richtig ins Grübeln kommst.

Aufbau Werbetext: So könntest du vorgehen.

Huch, wieso schreibt die Goede nun im Konjunktiv? Weil ich in meinem Arbeitsalltag bemerke, dass die klassischen Strategien immer weiter aufgeweicht werden – Schema F ist nicht mehr! „Das haben wir schon immer so gemacht!“ ist total egal! Und ich bin sehr, sehr froh darüber. Denn auch beim Aufbau eines Werbetextes kannst du immer individueller vorgehen und persönliche Akzente setzen. Allerdings solltest du dabei schon noch auf ein paar Punkte achten:

Blog schreiben: 5 Gründe, warum wir auch 2021 bloggen sollten.

rote Fünf, die für 5 Gründe fürs Blog schreiben steht

Als Erstes ein Geständnis: Ich habe das Blog schreiben vernachlässigt. Und zwar ziemlich. Das Jahr 2020 war sehr anstrengend für mich – aber wem erzähle ich das, das wird bei dir mit Sicherheit auch so gewesen sein.

Ich war eigentlich sehr froh, Weihnachten und Silvester in Ruhe mit meinem Mann und unserem Hund verbringen zu dürfen. Es hat gut getan, einfach mal NICHTS zu tun. Na gut, nichts außer lecker essen, guten Wein trinken und schöne, einsame Spaziergänge machen.

Tschakka-Tschakka!

Jetzt sitze ich schon die dritte Woche im neuen Jahr am Schreibtisch und versuche, mich selbst zum Blog schreiben zu motivieren. Und während ich mir selbst Tschakka-Tschakka zurufe, kam mir die Idee, das doch einfach öffentlich zu tun. Schließlich habe ich ja schon sehr lange ein eigenes Blog, jawoll ;o)

Also los! Das hier sind die 5 Gründe, warum wir auch 2021 in einem Blog sollten:

1. Wir sind sichtbar beim Blog schreiben.

Sichtbarkeit ist das absolut Allerwichtigste im Internet. Doch das wissen dummerweise mittlerweile sehr viele Menschen. Und so wird es immer schwieriger, unter bestimmten Suchworten sichtbar zu werden. Doch wenn du in deinem Blog regelmäßig schreibst, kreierst du immer wieder frische Inhalte für deine Leser:innen und natürlich auch für die Suchmaschinen. Idealerweise achtest du also schon beim Schreiben darauf, dass du deinen Text auf bestimmte Keywords optimierst und in der dazu passenden Wortwolke schreibst. Spannende Artikel dazu, wie das geht, findest du im Blog von Katja.

Im Interview – Norbert Gilles

„Mein „Stilmittel“ ist kontinuierliches Mitdenken.“

Norbert Gilles als SpeakerNorbert kenne ich nun schon seit sehr vielen Jahren, denn wir beide sind im Orga-Team des Barcamp RheinMain. Norbert ist ein Macher mit ganz vielen Ideen, der mit seiner ruhigen Art auch im größten Chaos den Überblick behält – eine sehr wertvolle Eigenschaft, wenn es darum geht, jedes Jahr eine zweitätige Un-Konferenz für 300 Digitalverrückte zu veranstalten ;o) Ich freue mich sehr, dass er mit seinen nachdenklichen Antworten Teil dieser Interviewreihe ist.


CG: Seit 2008 machst du mit deiner Agentur giinco digitale Kommunikation; Du berätst kleine und große Unternehmen, entwickelst Design und übernimmst die Planung und die Umsetzung solcher Projekte. Außerdem organisierst du im Team jedes Jahr das Barcamp Rhein-Main und bist eigentlich auf jeder Veranstaltung im Rhein-Main-Gebiet zu treffen, bei der es um Digitales geht. Gibt es einen Unterschied zwischen dem digitalen und dem analogen Norbert? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?

NG: Ich denke nicht. Du beschreibst den digitalen Norbert ja als Hans Dampf in allen Gassen. Das bin ich im Analogen auch. Andere Gassen halt. Wobei sich diese Definition ja auch wenig nach der Arbeit-Norbert und der Privat-Norbert anhört.
Da gibt es eigentlich auch keine Trennung. Ich bin natürlich auf einer Veranstaltung mitunter in einer anderen Rolle, als abends im Biergarten. Aber ich atme nicht vorher durch und sage „so, jetzt Event Lächeln aufsetzen“ oder sitze im Biergarten und denke mir „jetzt muss ich mal nicht so oder so sein“. Ich denke da gar nicht so richtig drüber nach. Ich bin anders fokussiert. Das kann man sagen. In einem Vortrag bin ich sehr auf mein Publikum konzentriert und versuche …

Outdoor arbeiten

Von Texten, Tomaten und einer Hängematte: Arbeiten in freier Natur.

Die Obstbäume im FrühlingEs ist Montag, der 9. November, etwa 16 Uhr. Ich bin gerade aus meinem Garten nach Hause gekommen – nach 3 Stunden Hochbeete-Bau. Und jetzt sitze ich hier und schreibe einen Beitrag für die Blogparade „Zum Wert von Natur in der Selbstständigkeit“ von Silke Bicker, einer wunderbaren Kollegin, die sich auf ökologische Themen spezialisiert hat. Das Naturthema finde ich so spannend, dass ich unbedingt dabei sein wollte! Falls du noch mehr von diesen Blogbeiträgen lesen möchtest: Du findest sie gesammelt in Silkes Blog – oder auf Twitter, der Hashtag lautet  #NaturSichtBlogaktion. Die Blogparade läuft noch bis Heilig Abend! Und jetzt zu meinem Beitrag:


Ich bekenne: Ja, ich Großstadtpflanze habe einen Garten. Und zwar einen richtigen Schrebergarten. In einem Verein. Mit Satzung und so. Aber nicht so spießig, wie du dir das nun gerade vorstellst ;-) Es ist ein lockerer Verein mit netten Mitgliedern, und der Garten ist wunderschön. Mit dem Rad fahre ich etwa 15 Minuten dorthin. Packtasche mit Laptop und Arbeitssachen aufs Rad, Hund im Hänger hintendran – zack, bin ich mitten in der Natur. Herrlich!

Ganz viel Luxus, Obst und eine Bierzeltgarnitur

Das Gartenhäuschen im DunkelnDer Garten ist ein echter Luxusgarten. Es gibt dort nämlich Strom und im Sommer sogar Leitungswasser. Im Garten steht außerdem ein kleines Steinhäuschen von ungefähr 20 qm – inklusive Küche und einem Klo. Im letzten Sommer haben mein Mann und ich den Putz von den Wänden geschlagen, alles neu verputzt und das gruselige Saunaholz an der Decke weiß gestrichen. Nun ist es ein echt schönes Wochenendhäuschen, in dem wir sogar dank Elektroheizung im November übernachten können, yeah. Und wenn es regnet prasseln die Tropfen aufs Dach … das ist …

Im Interview – Sandra Franck

„Vertrauen ist ein Grundbedürfnis des Menschen.“

Sandra Franck von der Agentur designzwergeVor vielen Jahren klingelte bei mir mal das Telefon: Am anderen Ende war Sandra, Chefin der Agentur designzwerge aus Memmingen – sie brauchte Texte für eine Website. Von Anfang an waren wir auf einer Wellenlänge in Sachen Arbeit und Arbeitsstil. Außerdem können wir supergut zusammen brainstormen (andere nennen es wohl rumspinnen ;o) Aber es ist superproduktiv!). So haben wir zum Beispiel zusammen Monster mit Charakter für ein Kindermode-Unternehmen entwickelt, biologische Abwasserreinigungsanlagen werblich dargestellt und eMitarbeiterschulungen ins Internet gebracht. Zur kreativen Energie, die wir gemeinsam entwickeln, kommt noch, dass wir beide einen wertschätzenden, zugewandten Arbeitsstil schätzen und pflegen. Und wir beide lieben Hunde! So ist klar: Sandra und ich sind ein echtes Dreamteam ;o)


CG: Seit 2008 bist du als Diplom-Mediendesignerin mit deiner Agentur designzwerge selbstständig: Du berätst kleine und mittelständische Unternehmen in ihrem digitalen und analogen Marketing, entwickelst Design und übernimmst die Planung und die Umsetzung solcher Projekte. Außerdem machst du schönen Schmuck und zeichnest live über Twitch. Gibt es einen Unterschied zwischen der digitalen und der analogen Sandra?

SF: Ja, den gibt es: Ich zocke fast nur analog, nicht digital. Mein ganzes „kreatives Leben“ ist gleichzeitig analog und digital. Da genieße ich es, alle paar Wochen mit meinen Freunden im Real Life zusammen zu sitzen und „Brettspiele“ zu zocken. Ansonsten ergänzen sich für mich die analoge und die digitale Welt komplett. Selbst die Zusammenarbeit mit meiner Mitarbeiterin aus dem Homeoffice heraus findet digital via Zoom statt.

CG: Was macht deine Personenmarke aus?

SF: Hm, schwierig selbst zu beantworten. Eine Freundin sagte mal über mich: „Im ersten Eindruck ist Sandras Gedankenwelt chaotisch. Wenn man Sandra aber näher kennt, ergibt das aber plötzlich alles Sinn.“ – ich denke das kann ich so stehen lassen ;-)

CG: Authentizität ist ein Modebegriff – viele Unternehmen und Selbstständige schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

SF: Mir ist es ziemlich egal, ob das gerade ein Modebegriff ist. Ich bin schon immer offen und ehrlich mit meinen Kunden und Partnern umgegangen. Ich halte nichts davon, bewusst etwas darzustellen, das man nicht ist.

CG: Warum ist es so schwer für viele Menschen, individuelle Wege zu beschreiten und das zu tun, was uns wirklich ausfüllt?

Arbeit und Spaß - das passt gut zusammenSF: Mit meiner Antwort könnte ich Bücher füllen – ich versuche …

Tonalität, Persönlichkeit und der geschäftliche Erfolg

Tonalität: Wie sprichst und schreibst du eigentlich geschäftlich?

Menschen und SprechblasenWeißt du eigentlich genau, auf welche Art und Weise du mit deiner Kundschaft kommunizierst? Oder machst du das bisher immer eher noch nach Bauchgefühl? Oder so, wie du das schon immer gemacht hast? Bist du mehr der Hallo-Typ oder sagst du eher Guten Tag?

In diesem Blogbeitrag findest du einige Denkanstöße in Sachen Tonalität – ein Thema, mit denen sich Einzelselbstständige und kleine Unternehmen meiner Meinung nach dringend beschäftigen sollten. Denn wenn du es schaffst, deine Tonalität zu finden und konsequent zu nutzen, wirst du dich damit von der Konkurrenz weiter absetzen. Und gleichzeitig authentisch und damit überzeugend mit deinen Zielgruppen kommunizieren.

Authentizität ist mittlerweile leider ein prima Wort, um in der Buzzword-Bingo-Liga ganz weit vorne mitzuspielen. Leider. Denn hinter diesem Wort verbirgt sich eigentlich ein total spannendes Phänomen, das ich in meinem Blog schon öfter beleuchtet habe (hier geht’s zu den Beiträgen). Authentizität ist meiner Meinung nach weiterhin ein echtes Pfund, mit dem vor allem Einzelselbstständige wuchern können. Denn wir können naturgemäß nur für wenige Kundinnen und Kunden arbeiten, mehr Zeit haben wir einfach nicht. Doch was spricht eigentlich dagegen, in dieser Zeit für die richtigen Kundinnen und Kundinnen arbeiten zu wollen? Nichts, genau! Doch dazu gehört eine Tonalität, die zu dir und deiner Zielgruppe passt. Und natürlich noch viele andere Dinge aus deinem Außenauftritt wie zum Beispiel deine moderne, stets aktuelle Website.

Du möchtest dich gerne mit deiner Unternehmenssprache beschäftigen?

Vorab: Es gibt hier kein richtig oder falsch. Es gibt nur deine Persönlichkeit, deine Zielgruppen und deine Ziele. Und damit unendlich viele verschiedene Tonalitäten. Aber du kannst mal über meine Punkte nachdenken und die Ergebnisse sowohl in deine gesprochene Sprache als auch in deine Schriftsprache einfließen lassen:

Perspektive: ich, wir oder vielleicht sogar die dritte Person?

Wir Einzelselbstständigen sollten hier nicht lange überlegen, denn wir sind allein und sprechen und schreiben daher am besten aus der Ich-Perspektive. Doch was ist mit kleinen Unternehmen? Gerade, wenn in einem Unternehmen der Teamgeist besonders wichtig ist, empfehle ich den Absender wir. Denn damit wird die geballte Power sichtbar, die alle Beschäftigten inklusive Chefin oder Chef an den Tag legen. Ich persönlich mag es nicht, wenn Unternehmen oder Selbstständige von sich selbst in der dritten Person sprechen – das klingt für mich zu sehr nach einer Art von …

Persönlichkeit und Selbstständigkeit

Persönlichkeit auf der Website? Ja, es darf ein bisschen mehr sein. Ein bisschen viel mehr!

Drei Monster mit PersönlichkeitPuh. Immer wieder und immer noch lese ich auf den Websites von Einzelselbstständigen das Wort „WIR“ – und dann kommt auf der Über-uns-Seite raus, dass es sich um eine einzelne Person handelt. Warum nur? Okay, als ich vor 17 Jahren mit meiner Selbstständigkeit startete, habe ich auch noch diese drei hochgestapelten Mehr-Personen-Buchstaben verwendet. Weil ich mich größer machen wollte, als ich eigentlich bin. Doch ich bin sehr schnell dahinter gekommen, dass die Kundinnen und Kunden das ohnehin bemerken ;-) Und seit dieser Zeit verwende ich die drei sehr persönlichen Buchstaben ICH. Für wen sollte ich auch sonst sprechen auf meiner eigenen Website außer für mich und meine Persönlichkeit?

Deswegen heute mein Plädoyer: Ja, pack bitte mehr von deiner Persönlichkeit in deine Website! Denn dafür gibt es viele gute Gründe:

Persönlichkeit macht sichtbar.

Aalglatte Menschen bleiben nicht im Gedächtnis – wie auch, an ihnen tropft alles ab! In Erinnerung bleiben uns allen die Menschen, die etwas Besonderes an sich haben. Und das kann alles Mögliche sein: ein Tonfall, eine Handtasche, ein Witz. Oder negativ: der Mundgeruch, die Art zu reden, ein Blick. Und da liegt auch die Krux einer authentischen Persönlichkeit: Wir alle können nicht entscheiden, wie unsere …

Im Interview – Cordula Natusch

„Wer mich bucht, bekommt mich.“

Cordula NatuschCordula ist … Trommelwirbel …. Textine wie ich – das heißt, sie ist auch Teil des besten Netzwerks der Welt, dem Texttreff. Wir folgen uns gegenseitig in verschiedenen Sozialen Netzwerken. Ich finde ihren klaren Auftritt toll: Sie agiert sehr überlegt und ist mit dieser Gabe äußerst streitbar, ohne im getippten Gefecht die Contenance zu verlieren. Das finde ich ja grundsätzlich sympathisch ;o) Außerdem macht sie schöne Hamburgfotos!
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen dieses spannenden Interviews.


CG: Als Texterin, Konzeptionerin, Beraterin und Lektorin bist du spezialisiert auf Wirtschaftsthemen. Außerdem unterstützt du Selbstständige dabei, sich mit Ratgebern, Sach- und Fachbüchern am Markt als Expertinnen und Experten zu positionieren. Und dann bist du noch die Fachfrau für alle, die Hamburg abseits der Pfade erleben möchten – inklusive Blog und einem eigenen Buch. Wie wichtig ist deine eigene Person in deinen Berufsalltag?

CN: Für mich als Soloselbstständige natürlich sehr wichtig. Wer mich bucht, bekommt mich, mein Wissen, meine Erfahrung und meine Persönlichkeit – nichts sonst. Ich bin also meine eigene Marke, in all meinen Fassetten.

CG: Was macht diese Personenmarke aus?

CN: In allem, was ich mache, steckt ganz viel Cordula drin: eine Mischung aus Leidenschaft und gesundem Pragmatismus, außerdem meine Begeisterung für Sprache, Literatur und Bücher, mein Interesse an Wirtschaft, an Natur und Kultur. Kunden und Kundinnen arbeiten mit mir, weil ich so bin, wie ich bin. Ich mache Wirtschaftstexte, weil ich Wirtschaft und Finanzen spannend finde. Ich erkläre leidenschaftlich gern Hintergründe und Zusammenhänge, deshalb bearbeite ich Ratgeber und Sachbücher. Ich liebe Hamburg und Norddeutschland, also schreibe ich darüber. Ich reagiere empfindlich auf Ungerechtigkeiten, daher berate ich Autoren und Autorinnen auf ihrem Weg zum eigenen Buch und versuche, sie vor Fallen wie Druckkostenzuschussverlagen, unfairen Konditionen in Verlagsverträgen und unseriösen Versprechungen wie „Der schnelle Weg zum Bestseller“ zu bewahren. Ich habe das große Glück, in meinem Beruf ganz ich sein zu dürfen.

CG: Authentizität ist ein Modebegriff – viele Unternehmen und Selbstständige schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

CN: Eine immens große – auf verschiedenen Ebenen. Wer eine solch persönliche Dienstleistung wie ein Lektorat, eine Beratung oder einen Text bestellt, bucht immer auch die Person, die dahintersteht, mit all ihren Eigenheiten, Werten, Besonderheiten. Das sind oft sogar die ausschlaggebenden Punkte bei der Auftragsvergabe. Diese Person soll dann die Vorstellungen des Kunden oder der Kundin umsetzen. Und das Ergebnis muss zum Auftraggeber und zur Auftraggeberin passen. Im Lektorat beispielsweise besteht die Herausforderung darin, ein Manuskript effektiv zu verbessern, ohne die Stimme des Autors oder der Autorin zu verfälschen. Ich muss den Text bearbeiten, aber er soll auch nach meiner Bearbeitung als der des Kunden oder der Kundin erkennbar, also authentisch, sein. Das ist eine Gradwanderung: Einerseits muss ich mich einbringen, andererseits auch zurücknehmen. Das geht meiner Meinung …

Im Interview – Tina Pruschmann

„Ich frage mich, was dieses Sein hinter dem Schein sein soll.“

Tina PruschmannMit Tina verbindet mich … *Trommelwirbel* … das gemeinsame Netzwerk Texttreff. Außerdem haben wir beide eine Vorliebe für ein gutes Glas Wein oder auch zwei. Und wir mögen politische Gespräche – gerne auch kontrovers. Unvergessen für mich auch eine Barcamp-Session, in dem wir Klischees über Ossis und Wessis herausgearbeitet haben. Hui, das ging hoch her!

Tina ist ein nachdenklicher Mensch, sie hinterfragt Dinge tief und setzt sich mit Themen intensiv auseinander. Und so finde ich ihre Auseinandersetzung mit dem Begriff „Authentizität“ in diesem Interview sehr spannend! Sie ist auch die Erste, die in dieser Interviewreihe auf Mörder* zu sprechen kommt. Aber lest selbst – doch werft das Hirn vorm Lesen an, es gibt Futter ;o)


CG: Du schreibst Bücher – vom Roman bis hin zur Dokumentation über einen Nonnenorden. Oder arbeitest als Ghostwriterin. Außerdem organisierst du politische Veranstaltungen zum Thema Flucht und Heimat. Und du schreibst Medizintexte. Gibt es eine große Klammer um diese Themenvielfalt und dein Engagement?

TP: Ich denke nicht. Es käme mir konstruiert vor, die Dinge thematisch zusammenzuheften.
Mit den Medizintexten, mittlerweile mehr mit Projektkoordination, verdiene ich Geld und es macht mir Freude. Das politische Engagement, seit einem Jahr bin ich SPD-Mitglied, ist mir wichtig, weil ich das Küchentischgemeckere so satthatte. Ich will nicht sagen, dass ein politscher Disput bei diversen Gläsern Rotwein keinen Spaß macht. Im Gegenteil. Aber ich hatte Lust, mich an politischen Entscheidungsprozessen direkter zu beteiligen. Schon als einfaches …

Steuern und Finanzamt

#ChristasRant 5-20: Vom Finanzamt und von Zaubersprüchen.

Ein Sack voll Geld für das FinanzamtKennst du diese Briefe, bei deren Anblick du die Krise kriegst – und zwar schon in dem Moment, in dem du sie aus dem Briefkasten ziehst? Du siehst den Absender und schon wird aus deinem gemütlich schlagenden bäbäm-bäbäm-bäbäm-Herz ein BÄBÄM-BÄBÄM-BÄBÄM-Dampfhammer? So geht mir das, wenn ich Post vom Finanzamt kriege. Jedes einzelne Mal. Seit 17 Jahren – damals hab ich mich selbstständig gemacht.

Post vom Finanzamt verheißt nichts Gutes. Irgendwas muss ich wieder zahlen, irgendwas ist heraufgesetzt worden oder irgendwas wurde geändert. Gefühlt aber wirklich jedes Mal zu meinen Ungunsten. Und im Anhang jedes Schreibens gibt es mindestens 2 Seiten schlimmstes Textgedöns, das eine prima Basis wäre für einen Unverständlich-schreiben-Workshop für Fortgeschrittene.

Bist du schon mal umgezogen in einen neuen Finanzamt-Bezirk? Ich rate dir, mach das bloß nicht. Ich habe nach einem Umzug mal 5 neue Steuernummern erhalten – was für ein Theater. Oder die Post vom Finanzamt kam über Wochen und Monate nicht an, weil die dort meine neue Adresse nicht richtig schreiben konnten! Dagegen hatte ich erst mal nichts, ist klar. Aber irgendwann hatte ich alle Fristen versäumt und sollte massig Strafe zahlen …

Umsatzzahlen würfeln

Voll knorke ist auch, wenn sie dort mal wieder irgendwelche lustigen Umsatzzahlen gewürfelt haben und ich dann riesige Vorauszahlungen leisten soll. In meiner Fantasie geht das so: Herr X und Herr Y* sitzen zusammen im …

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