schöne neue Welt
Alles nur geträumt? Eine kleine Guten-Morgen-Geschichte.
INTRO: „Drehen Sie wenn möglich um!“ – jeder hat diesen Satz schon mal während einer Autofahrt gehört. Findest du nicht auch, dass die Navigationsstimme manchmal einen genervten Unterton bekommt? Mir geht das oft so. Und dann blöke ich zurück: „Tolle Idee, mit 140 Sachen auf der linken Spur auf der Autobahn, du Blödi!“
Meine Waschmaschine interagiert mit mir – allerdings im eingeschränkten Rahmen via App. Sie vermeldet zum Beispiel, wann sie fertig ist mit Waschen oder ob sie ein besonderes Pflegeprogramm braucht. Mit dem Smartphone kann ich auch in unserer Wohnung Licht an und aus schalten, die digitale Steuerung von Rollläden und Heizung ist in Planung. Ein Alexa-Echoplus-Gerät hingegen kommt mir nicht ins Haus, denn ich möchte keinen Einer-für alles-Wohnzimmerspion haben – wir versuchen, unsere smarten Lösungen auf verschiedene Anbieter zu verteilen, um nicht ein Unternehmen in unser gesamtes Leben schauen zu lassen. Ob’s was nutzt? Keine Ahnung …
Doch etwas Gutes hat das alles: Als ich neulich darüber nachdachte, welche Konsequenzen diese Mensch-Maschinen-Kommunikation haben könnte, ist in der darauf folgenden Nacht die Fantasie mit mir durchgegangen … ;-)
Ich: Guten Morgen, @Klugscheißerle – wie wird das Wetter heute?
Alexa antwortet flötend: Guten Morgen, liebe Christa, gut siehst du heute wieder aus. Das Wetter wird passend zu deiner Laune – sonnig bei angenehmen 22 Grad und wenig Wind. Du kannst auf dem Balkon arbeiten!
Ich nuschele verschlafen: Okay, das ist cool. Mach Kaffee.
Alexa ist weiterhin hilfsbereit: Aber klar, ist gleich fertig. Mit viel Milch und zwei Löffel Zucker, @Kaffeemaschine. Das erinnert mich daran, dass @Waage sich heute noch gar nicht gemeldet hat!
Meine Waage schaltet sich ein: Sie war noch nicht drauf.
Alexa mutiert zu Kontrolletti: Okay, ich schreibs ihr auf die To-do-Liste.
Ich, genervt: Ne, lass mal, @Klugscheißerle, ich setze heute aus! Aus Gründen.
Meine Fitness-App merkt erbost an: Hey, das geht nicht! Wie soll ich ohne diese Info deinen heutigen Trainingsplan berechnen? Los, geh jetzt sofort auf die Waage!
Ich ergebe mich: Na gut. …

Wer von euch die
Echt sein, authentisch sein, bei sich sein, sich selbst finden – Formulierungen wie diese prasseln immer öfter auf uns alle ein. Und zwar ganz gleich, ob es um unseren Job geht, unsere Beziehungen zu anderen Menschen oder um einen Lifestyle-Tipp wie den nächsten Yogakurs. Ich finde es fast schon ein bisschen skurril, dass wir heute (wieder-)entdecken, dass wir einen ganz großen Schatz in uns tragen: Uns selbst. Schließlich sind wir ja eigentlich von Natur aus echte Marken mit ganz individuellen Charaktereigenschaften, einem speziellen Aussehen und persönlichen Verhaltensweisen. Wir denken alle unterschiedlich, ziehen verschiedene Schlüsse und handeln danach so, wie wir es für richtig halten – na gut, meistens jedenfalls ;-)
Zugegeben, Homeoffice-Arbeitsbienen wie ich haben öfter mal einen Hang zum Verlottern. Denn unseren Auftraggebern ist es meist total egal, ob auf unserem T-Shirt der Eifleck vom Frühstück leuchtet. Oder ob wir im Lauf der selbstständigen Jahre am Heim-Arbeitsplatz ein Faible für bequeme Jogginghosen in allen Farben und Formen entwickelt haben … mir selbst fällt das oft erst auf, wenn der Postbote sich um 11 Uhr bei mir entschuldigt, weil er denkt, er hätte mich mit seinem Klingeln geweckt. Dabei hockte ich schon seit 7 Uhr am Schreibtisch und habe an einer kniffeligen Website-Konzeption gewerkelt! Blöd, dass ich deswegen nicht mal Zeit zum Haare bürsten hatte, sondern am späten Vormittag zwar in anständigen Klamotten aber immer noch mit einer stylischen Out-of-Bed-Frisur am Schreibtisch saß … ;-) . Doch damit hat es ab 1.1.2018 ein Ende!
Manchmal gleicht das Internet einer riesengroßen Krankenstation! Es gibt zwar unfassbar viele Websites, Shops, Foren, Netzwerke und News-Plattformen in unterschiedlichen Größen und Qualitäten. Aber gerade Websites von kleinen und mittelständischen Unternehmen sind oft an der „Nichtfindbaritis“ oder der „Bringtnix-Störung“ in verschiedenen Ausprägungen erkrankt.
Kennst du solche Sätze? „Nach dem Killerdeck bin ich total pre-sold!“, „Sorry, hab‘ nur High-Priority-Actionables auf dem Screen. Für den Rest bin ich zu thight getaktet.“ oder „Diese Quick Wins verstellen uns den Blick auf das Big Picture.„? Diese drei Beispiele für denglischen Beratersprech habe ich auf der gleichnamigen Website
Den Unterschied zwischen „Wir essen Opa!“ und „Wir essen, Opa!“ kennt ja inzwischen jeder Mensch, es gab schließlich genug Memes in Social Media zur Kommasetzung. Denn nicht erst seit „Content-Marketing“ total hip ist, werden wir von Inhalten geradezu überrollt. Hier ein Text, da ein Beitrag, dort ein Posting – und wir mittendrin … manchmal ziemlich überfordert mit der Auswahl des Lesestoffs. Oder verloren in den abgründigen Welten der Prokrastination. ;-)
Ganz gleich, ob in Workshops, Vorträgen oder Beratungsgesprächen – eine große Sorge bekomme ich von meinen Auftraggebenden immer wieder zu hören, wenn es um Strategie und Konzeption eines Blogs sowie verschiedener Socia-Media-Kanäle geht: „Aber … aber wir können doch nicht unser gesamtes Wissen teilen! Das ist doch unsere Geschäftsgrundlage!“ Meine Antwort: „Doch. Denn wenn mir ein Schreiner einen Hobel nebst Gebrauchsanweisung in die Hand drückt, bin ich trotzdem nicht in der Lage, mir einen Massivholz-Kleiderschrank zu bauen! Ich habe zwar vom Schreiner neben dem Know-how auch noch das benötigte Werkzeug bekommen – aber ich habe überhaupt keine Erfahrung in der Holzverarbeitung. Wie soll das also gehen?“
Ja, ich weiß – so eine neue Website kann ganz schön teuer werden. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist die Investition in eine neue Website eine, die gut überlegt und geplant werden muss. Und auch bei Gründenden oder Start-ups sitzt das Geld meist nicht sonderlich locker. Dabei ist es heute eigentlich zwingend notwendig, dass sich ein Unternehmen klar im Internet sichtbar macht und sein Angebot übersichtlich präsentiert!
Martina Troyer von